Periostmassage

Die Periostmassage (PM, auch Periostbehandlung) ist eine Form der Massage bzw. der Manualtherapie. Sie wurde von Paul Vogler entwickelt.

Geschichte

Die Periostmassage wurde von Paul Vogler entwickelt und erstmals 1931 an der Berliner Akademie für ärztliche Fortbildung vorgestellt.

Ihre wissenschaftliche Erforschung wurde in der Habilitationsschrift von Herbert Krauß (1949) dargestellt und von Jürgen Rohde fortgeführt (2009, 2010). Weiterentwicklungen fanden durch Reinhard Dittel („Knochentechnik“) und durch Liebscher/Bracht („Osteopressur“) statt.

Ähnliche Methoden sind die Bindegewebsmassage nach Teirich-Leube, die Segmentmassage nach Gläser/Delicho sowie die Querfriktionen nach Cyriax.

Anwendung und Wirkungsweise

Die Periostbehandlung ist eine punktförmig angesetzte und rhythmisch durchgeführte „Druckmassage“, die an dafür geeigneten Knochenflächen vorgenommen wird. Die Behandlung wird mit der Fingerbeere oder dem Knöchel eines Fingers durchgeführt.

Neben lokalen Wirkungen (Periost, Knochen und Gelenk) werden reflektorische Effekte anhand der entsprechenden Körpersegmente angenommen.

Indikationen und Kontraindikationen

Die primäre Indikation für die Anwendung der Periostmassage stellt die lokale schmerzstillende Wirkung dar, beispielsweise bei einem Fersensporn oder bei einem Knick-Senk-Plattfuß. Es liegen auch Erfahrungsberichte für die Therapie bei CRPS (Morbus Sudeck) vor. Des Weiteren wurde die Anwendung bei internistischen Erkrankungen, wie z. B. Magenulkus, Angina pectoris oder Gallenwegskolik, beschrieben. Dies wird mit reflektorischen Effekten anhand der entsprechenden Körpersegmente erklärt, welches zu einer Veränderung der Trophik des jeweiligen Organs führen soll.

Außerdem wurde die Methode bei persistierenden Beschwerden nach einer Lungen- oder einer Rippenfellentzündung angewendet. Auch für die Behandlung neuralgischer Beschwerden kann die Periostmassage Verwendung finden, allerdings darf sie nicht an Nervenaustrittsstellen angewendet werden. Weitere Beispiele stellen chronische Kopfschmerzen, Migräne oder Schwindel dar.

Bei akuten rheumatischen Erkrankungen („Schub“) ist die Methode kontraindiziert. Weitere Kontraindikationen stellen akute Frakturen, Knochentumore, Knochentuberkulose, Osteoporose und Osteomalazie dar.

Verordnung

Periostmassage kann durch Ärzte gemäß KBV sowie GOÄ erbracht und abgerechnet werden.

Periostmassage ist Teil der Ausbildung zum Physiotherapeuten und kann entsprechend verordnet und abgerechnet werden.

Literatur

Monographien

Zeitschriftenartikel

Einzelnachweise

  1. 1 2 Heilmittelkatalog: Zweiter Teil – Zuordnung der Heilmittel zu Indikationen. In: Heilmittel-Richtlinie. Gemeinsamer Bundesausschuss, 19. Januar 2023, abgerufen am 2. Juli 2024.
  2. ↑ Michael Laws: Das Wirken des Ordinarius für Physikalische Therapie Paul Vogler (1899–1969) am Institut für natürliche Heil- und Lebensweisen der Berliner Medizinischen Fakultät. Berlin 1993. Anlage 1 (Zeittafel zur Biographie von Paul Vogler).
  3. ↑ Dittel 1992, S. 217–220.
  4. ↑ Egbert Ritter: Schmerzreduktion trotz Wirbelsäulenschädigung: ein Fallbericht. (liebscher-bracht.com [PDF]).
  5. ↑ KBV: Periostmassage. In: Abrechnungsziffer 30400. Abgerufen am 4. Februar 2024.
  6. ↑ GOÄ: Periostmassage. In: Abrechnungsziffer 523. Abgerufen am 4. Februar 2024.