Das Perlengewicht legt die Größe von Zucht- und Naturperlen fest und stellt die Unterschiede für den Handel dar. Heute sind verschiedene Gewichtssysteme wie Karat, Kan, Chego und Mangalin bekannt.
Abas
Das Abas war ein Perlengewicht in Persien. Es galt:
Das alte Perlengewicht Calanchi wurde in der französisch verwalteten Stadt Pondichery in Ostindien verwendet. Es galt:
1 Calanchi = 20 Machadis = 0,14 Gramm
Chego
Chego war ein Gewicht für Perlen auf der von Portugal verwalteten indischen Insel Goa und mit dem Karat vergleichbar. Perlen wurden in den portugiesischen Überseebesitzungen nach den dortigen Maßen aufgekauft, aber nach dem Chego verkauft.
Das Maß folgte keiner Regel beim Gleichsetzen mit dem Karat und war nicht linear, denn 24 Karat entsprachen 400 Chegos. Es gab für jede Karatanzahl einen Wert. Auswahl einiger Werte zum Vergleich:
Übersicht Chego und Karat
5 Chegos = 1 Karat
8 Chegos = 2 Karat
11 1/2 Chegos = 3 Karat
16 Chegos = 4 Karat
21 Chegos = 5 Karat
27 Chegos = 6 Karat
34 Chegos = 7 Karat
44 Chegos = 8 Karat
56 Chegos = 9 Karat
69 Chegos = 10 Karat
84 Chegos = 11 Karat
100 Chegos = 12 Karat
225 Chegos = 18 Karat
400 Chegos = 24 Karat
900 Chegos = 36 Karat
625 Chegos = 30 Karat
1111 ¼ Chegos = 40 Karat
Chouw
Für das alte Perlenmaß in Surate, der ehemaligen Distriktshauptstadt in der britisch-indischen Präsidentschaft Bombay, galt:
Auch mit dem Mangelin wurde als altes Perlengewicht gerechnet. Das Gewicht betrug in Madras, einer ehemaligen Provinz Britisch-Indiens 0,3888 Gramm. Andere Quellen legen den Wert auf 0,349 Gramm fest.
Metekal
Das Metekal ist unter verschiedenen Namen bekannt, u. a. Mitigal und Mitikal.
Eduard Döring: Handbuch der Münz-, Wechsel-, Maß- und Gewichtskunde..., Verlag J. Hölscher, Koblenz 1862, S. 140, 289, 325, 463.
Jurende's vaterländischer Pilger: Geschäfts- und Unterhaltungsbuch für alle Provinzen des österreichischen Kaiserstaates: allen Freunden der Kultur aus dem Lehr-, Wehr- und Nährstande, vorzüglich allen Natur- und Vaterlands-Freunden geweiht. Band 21, Winiker, Brünn 1834, S. 48.
Christian Noback, Friedrich Noback: Vollständiges Taschenbuch der Münz-, Maß- und Gewichts-Verhältnisse, der Staatspapiere, des Wechsel- und Bankwesens und der Usancen aller Länder und Handelsplätze. Band 1, F. A. Brockhaus, Leipzig 1851, S. 298.
Einzelnachweise
↑ Christian Noback, Friedrich Eduard Noback: Vollständiges Taschenbuch der Münz-, Maß- und Gewichtsverhältnisse ..., Band 1, F. A. Brockhaus, Leipzig 1851, S. 885.
↑Christian Noback, Friedrich Eduard Noback: Vollständiges Taschenbuch der Münz-, Maß- und Gewichtsverhältnisse …. Band 1, F. A. Brockhaus, Leipzig 1851, S. 298.
↑ Naturwissenschaftlicher Verein: Abhandlungen aus dem Gebiete der Naturwissenschaften. Band 4, Nolte und Köhler, Hamburg 1858, S. 59.
↑Kleineres Brockhaussches Konversationslexikon für den Handgebrauch. Band 2, F. A. Brockhaus, Leipzig 1854, S. 4.
↑Theodor von Hessling: Die Perlmuscheln und ihre Perlen: Naturwissenschaftlich und geschichtlich mit Berücksichtigung der Perlengewässer Bayerns. W. Engelmann, Leipzig 1859, S. 331.
↑Johann Christian Nelkenbrecher: J. C. Nelkenbrecher’s allgemeines Taschenbuch der Münz-, Maß- und Gewichtskunde, der Wechsel-, Geld- und Fondskurse u.s.w. Verlag Georg Reimer, Berlin 1871, S. 185.
↑Johann Friedrich Krüger: Vollständiges Handbuch der Münzen, Maße und Gewichte aller Länder der Erde...., Verlag Gottfried Basse, Quedlinburg/Leipzig 1830, S. 47.
↑Eduard Döring: Handbuch der Münz-, Wechsel-, Maß- und Gewichtskunde..., Verlag J. Hölscher, Koblenz 1862, S. 463.
↑ Autorenkollektiv, Meyers Konversations-Lexikon 1888, Verlag des Bibliographischen Institutes, Vierte Auflage, Leipzig/Wien, 1885–1892, 11. Band, S. 189.
↑Brockhaus’ Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 2. Leipzig 1911, S. 122.
↑Johann Friedrich Krüger: Vollständiges Handbuch der Münzen, Maße und Gewichte aller Länder der Erde...., Verlag Gottfried Basse, Quedlinburg/Leipzig 1830, S. 191.