Perrault-Syndrom

Klassifikation nach ICD-10
Q87.8 Sonstige näher bezeichnete angeborene Fehlbildungssyndrome, anderenorts nicht klassifiziert
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)

Das Perrault-Syndrom ist eine sehr seltene angeborene Erkrankung mit einer Kombination von Gonadendysgenesie bei homozygoten Frauen und Innenohrschwerhörigkeit bei beiden Geschlechtern.

Synonyme sind: XX-Gonadendysgenesie mit Taubheit; englisch Gonadal dysgenesis, XX type, with deafness; Ovarian dysgenesis with sensorineural deafness; Gonadal dysgenesis, XX type

Die Bezeichnung bezieht sich auf den Erstautoren der Erstbeschreibung aus dem Jahre 1951 durch die Franzosen M. Perrault, B. Klotz und E. Housset.

Verbreitung

Die Häufigkeit wird mit unter 1 zu 1.000.000 angegeben, bislang wurden über 30 Betroffene in 15 Familien beschrieben. Die Vererbung erfolgt autosomal-rezessiv.

Ursache

Je nach zugrunde liegender Mutation können folgende Typen unterschieden werden:

Klinische Erscheinungen

Klinische Kriterien sind:

Hinzu können neurologische Auffälligkeiten wie Ataxie, Dyspraxie oder Polyneuropathie kommen. Auch ein Marfanoider Körperbau wird beschrieben.

Diagnose

Die Diagnose beruht auf den klinischen Befunden, Hormon- und neurologischen Untersuchungen mit verminderter Nervenleitgeschwindigkeit.

Differentialdiagnose

Abzugrenzen ist das Pseudo-Zellweger-Syndrom und das wesentlich häufigere Turner-Syndrom.

Heilungsaussicht

Die Lebenserwartung ist normal. Der Verlauf hängt im Wesentlichen von den neurologischen Veränderungen ab.

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 Bernfried Leiber (Begründer): Die klinischen Syndrome. Syndrome, Sequenzen und Symptomenkomplexe. Hrsg.: G. Burg, J. Kunze, D. Pongratz, P. G. Scheurlen, A. Schinzel, J. Spranger. 7., völlig neu bearb. Auflage. Band 2: Symptome. Urban & Schwarzenberg, München u. a. 1990, ISBN 3-541-01727-9.
  2. 1 2 3 4 5 6 Eintrag zu Perrault-Syndrom. In: Orphanet (Datenbank für seltene Krankheiten)
  3. ↑ M. Perrault, B. Klotz, E. Housset: Deux cas de syndrome de Turner avec surdi-mutite dans une meme fratrie. In: Bulletins et memoires de la Societe medicale des hopitaux de Paris. Bd. 67, Nr. 3–4, 1951 Jan 26-Feb 2, S. 79–84, PMID 14821788.
  4. ↑ Perrault syndrome 1. In: Online Mendelian Inheritance in Man. (englisch)
  5. ↑ Perrault syndrome 2. In: Online Mendelian Inheritance in Man. (englisch)
  6. ↑ Perrault syndrome 3. In: Online Mendelian Inheritance in Man. (englisch)
  7. ↑ Perrault syndrome 4. In: Online Mendelian Inheritance in Man. (englisch)
  8. ↑ Perrault syndrome 5. In: Online Mendelian Inheritance in Man. (englisch)
  9. ↑ Perrault syndrome 6. In: Online Mendelian Inheritance in Man. (englisch)
  10. ↑ M. Zerkaoui, L. A. Demain, I. Cherkaoui Jaouad, I. Ratbi, K. Amjoud, J. E. Urquhart, J. O’Sullivan, W. G. Newman, A. Sefiani: Marfanoid habitus is a nonspecific feature of Perrault syndrome. In: Clinical dysmorphology. Band 26, Nummer 4, Oktober 2017, S. 200–204, doi:10.1097/MCD.0000000000000198, PMID 28832386.