| Personal Ancestral File (PAF) | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Entwickler | FamilySearch |
| Erscheinungsjahr | 1983 |
| Aktuelle Version | 5.2.18.0 Windows 23. Juli 2002 (auch unter Wine für macOS, Linux) 4.0.4.18 Windows 2. Februar 2002 2.3.1 Mac OS Classic 30. September 1994 |
| Betriebssystem | Windows, Mac OS Classic |
| Kategorie | Genealogie-Programm |
| Lizenz | Freeware |
| deutschsprachig | ja |
Personal Ancestral File (deutsch: Persönliche Ahnendatei) oder PAF ist eine kostenlose Genealogie-Software, die von der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage („Mormonen“) angeboten wurde.
Personal Ancestral File erlaubt es den Anwendern, Namen, Geburts-, Sterbe- und andere Daten, Zitate sowie Quelleninformationen in eine private Datenbank einzugeben, sie zu sortieren und darin nach genealogischen Daten zu suchen. Mit Hilfe dieser Software können Formulare und Stammbäume ausgedruckt und die Daten mit anderen Familienforschern im GEDCOM-Dateiformat ausgetauscht werden. PAF kann jeden individuellen Datensatz mit Bildern und anderen Mediadaten verbinden und ist Unicode-kompatibel. Das Programm verfügt unter anderem über einen Verwandtschafts-, einen Datums- und einen Soundexrechner.
Nachdem die Software mehrere Jahre lang nicht aktualisiert worden war, wurde im Juni 2013 die Einstellung des Projekts bekannt gegeben.
FamilySearch gab mehrere Versionen von Personal Ancestral File (PAF) für Windows heraus. Die Version 5.2.18.0 begann mit einer Adaption von Ancestral Quest des Softwareherstellers Incline Software, geschrieben von Gaylon Findlay. Findlay wurde an Aktualisierungen der gegenwärtigen Version beteiligt. Ancestral Quest wurde getrennt von PAF entwickelt, hat aber Grundlegendes wie das Erscheinungsbild und die Datenstruktur damit gemeinsam. Findlay war auch weiter in die Entwicklung der PAF-Datenstruktur eingebunden und nahm bei Version 12.1 von Ancestral Quest eine Reihe von Anpassungen vor, die es dem Anwender erlauben, Informationen in die PAF-Datei einzugeben, die von der Online-Datenbank des neuen FamilySearch bereitgestellt werden.
Eine Ancestral File Number (AFN) (deutsch: Ahnendateinummer) sollte ursprünglich für jede Person eine eindeutige und unverwechselbare Kennzeichnung eines Datensatzes im Ahnendateiformat sein, aber die Nummer ist nicht immer eindeutig, da vielen Personen über die Jahre mehrfach AFNs zugeteilt wurden. AFNs werden von der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage als Index-Werkzeug beim Erschließen ihrer Datenbestände verwendet. Sie bestehen aus vier Großbuchstaben oder Ziffern, einem Strich und dann zwei oder drei weiteren Großbuchstaben oder Ziffern. Vokale (A, E, I, O, U oder Y) kommen nicht vor. Ein Beispiel ist 1BS3-9X1. AFNs können online auf der Ahnenforschungs-Website von FamilySearch gesucht werden.
In der neuen Datenbank New FamilySearch setzte FamilySearch seine Unterstützung für AFNs fort. Die AFN wurde zwar durch den sogenannten „Person Identifier“ (deutsch: Personenkennzeichnung) ersetzt, aber es kann weiterhin mithilfe von AFNs nach Personen gesucht werden. Neuen Personen wird keine AFN mehr zugeteilt, sondern ein „Person Identifier“. Wenn man eine Person in der neuen Datenbank betrachtet, wird die AFN nicht angezeigt, und New FamilySearch wird die bisherige Ahnendatenbank nicht getrennt von derjenigen von New FamilySearch pflegen. Wenn der Wechsel von FamilySearch zu New FamilySearch vollständig vollzogen ist, wird die Ahnendatenbank mit Informationen von mehreren anderen Datenbanken vereint worden sein, wobei sich viele der Informationen ändern.
Hersteller von Third-Party-Software entwickeln Programme, die es dem Anwender erlauben, ihre Datenbanken mit der New FamilySearch auf der Basis des „Person Identifier“ zu synchronisieren. Es ist jedoch unklar, welche Rolle (falls vorhanden) AFNs bei der Synchronisation spielen. Die Liste von Programmen, von denen bestätigt wird, dass sie mit New FamilySearch zusammenarbeiten, findet man bereits bei FamilySearch.
Die Geschichte der Entwicklung von Personal Ancestral File (PAF) verlief parallel mit der Entwicklung von GEDCOM (engl. GEnealogical Data COMmunication), dem De-facto-Standard für den Austausch von Genealogie-Daten zwischen verschiedenen Computerprogrammen zur Ahnen- und Familienforschung.
Hier eine Auswahl aus der historischen Entwicklung: