
Peter Bydlinski (* 19. Juni 1957 in Graz) ist ein österreichischer Rechtswissenschaftler, emeritierter ordentlicher Universitätsprofessor am Institut für Zivilrecht, Ausländisches und Internationales Privatrecht der Universität Graz, Universitätsprofessor am Institut für Zivil- und Zivilverfahrensrecht der Wirtschaftsuniversität Wien und Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.
Bydlinski ist einer von fünf Söhnen des 2011 verstorbenen Rechtswissenschaftlers Franz Bydlinski. Nach der Volksschule in Bad Honnef am Rhein besuchte Bydlinski von 1967 bis 1975 das Gymnasium in Mödling. Von Oktober 1976 bis Juni 1980 studierte er Rechtswissenschaften an der Universität Wien. 1980 erlangte er den Magistergrad; im selben Jahr wurde er promoviert. Im Anschluss an die Gerichtspraxis wurde er am 1. Oktober 1980 Universitätsassistent von Helmut Koziol am Institut für Zivilrecht der Universität Wien.
Im März 1986 habilitierte sich Bydlinski bei Peter Rummel an der Universität Linz für Bürgerliches Recht und im Oktober 1991 zusätzlich für Handels-, Gesellschafts- und Wertpapierrecht. Ab 1987 nahm er Lehrstuhlvertretungen und Forschungsaufenthalte an den Universitäten Graz, München, Hamburg und Passau wahr.
Zum 1. Oktober 1992 wurde er an der Juristischen Fakultät der Universität Rostock zum Universitätsprofessor (C4) für Bürgerliches Recht in Verbindung mit Handels- und Gesellschaftsrecht sowie Juristischer Methodenlehre ernannt. Das dortige Institut für Bank- und Wirtschaftsrecht hat er wesentlich mit aufgebaut; seit der Gründung bis zu seinem Fortgang war er dessen geschäftsführender Direktor. 1997/98 hatte er das Amt des Dekans inne.
Vom 1. Oktober 1999 bis 30. September 2025 war er an der Universität Graz als ordentlicher Universitätsprofessor am Institut für Zivilrecht, Ausländisches und Internationales Privatrecht tätig, das er von 2005 bis 2009 leitete. 2012 wurde er zum korrespondierenden Mitglied im Inland der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in der historisch-philosophischen Klasse gewählt. Im Herbst 2015 startete er ein umfangreiches Projekt zur Reform des ABGB, in welchem primär eine Modernisierung in sprachlicher Hinsicht angestrebt wird. Stand 1. März 2025 wurden 1087 Paragrafen bearbeitet, die sich auf der Projektplattform sowie in den Graz Law Working Papers Nr. 13.1-13.43-2025 finden.
Seit Oktober 2022 lehrt Bydlinski als Professor an der Wirtschaftsuniversität Wien.
Bydlinski ist seit 2000 Mitglied des Forums Bankrecht der Österreichischen Bankwissenschaftlichen Gesellschaft. 2009 wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden ernannt, bevor er 2019 den Vorsitz übernahm.
Anlässlich seines 65. Geburtstags erschien 2022 zu seinen Ehren eine Festschrift mit Beiträgen von 65 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Österreich und Deutschland.
Bydlinskis Zwillingsbruder Michael Bydlinski war Professor für Zivilrecht an der Universität Linz und Senatspräsident des Obersten Gerichtshofs. Seit Juli 2022 ist er Professor an der Sigmund Freud Privatuniversität. Sein Bruder Georg Bydlinski ist Schriftsteller, vor allem Kinderbuchautor, sein Bruder Martin Mini Bydlinski ist als Kabarettist und Schauspieler bekannt.
Bydlinski ist verheiratet und hat drei Kinder.
Bydlinski hat bisher über 470 Publikationen verfasst. Neben zahlreichen Aufsätzen, Kommentarbeiträgen und Büchern verfasste er viele Entscheidungs- und einige Buchbesprechungen. Zusätzlich hat er etwa 225 Rechtsgutachten zu verschiedenen Themen des Zivil-, Handels- und Gesellschaftsrechts erstellt. Zu seinen wichtigsten Publikationen zählen:
Zu Bydlinskis aktuellen Forschungsfeldern zählen vor allem:
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bydlinski, Peter |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Rechtswissenschaftler und Hochschullehrer |
| GEBURTSDATUM | 19. Juni 1957 |
| GEBURTSORT | Graz |