Peter Corrieri

Peter Corrieri (* 4. April 1938 in Linz) ist ein ehemaliger österreichischer Offizier des Bundesheeres im Rang eines Generals. Er war von 1986 bis 2002 als Leiter der Sektion IV im Bundesministerium für Landesverteidigung (BMLV) der oberste Beschaffungschef des österreichischen Militärs.

Leben

Militärische und akademische Laufbahn

Peter Corrieri legte 1957 die Matura am Bundesrealgymnasium Wien VII ab und rückte noch im selben Jahr als Einjährig-Freiwilliger zur Artillerie ein. Von 1958 bis 1961 absolvierte er die Theresianische Militärakademie und musterte als Fähnrich zur Panzerartillerieabteilung 9 aus. In den Folgejahren diente er unter anderem als Zugskommandant, Ausbildungsoffizier, Feuerleitoffizier und S3-Offizier in einer Artillerieabteilung.

Von 1966 bis 1969 absolvierte Corrieri den 5. Generalstabskurs an der Landesverteidigungsakademie in Wien. Nach seiner Ausmusterung als Hauptmann des Generalstabsdienstes folgten Verwendungen beim Gruppenkommando I (Bereich Operation) sowie ab 1971 im Bundesministerium für Landesverteidigung in der Abteilung für Mobilmachungsplanung. Im Jahr 1970 wurde er zum Major des Generalstabsdienstes befördert. Parallel zu seiner militärischen Karriere absolvierte er ein Studium der Rechtswissenschaften, das er mit der Promotion zum Dr. iur. abschloss.

Kabinettschef und Sektionsleiter im BMLV

Zwischen 1975 und 1980 fungierte Corrieri als Leiter der Adjutantur im Bundesministerium für Landesverteidigung. Von 1981 bis 1986 war er Chef des Kabinetts unter den aufeinanderfolgenden Verteidigungsministern Karl Lütgendorf, Otto Rösch und Friedhelm Frischenschlager.

Im Februar 1986 übernahm Corrieri die Leitung der Sektion IV (Beschaffungswesen) im Verteidigungsministerium. Diese Position, die er bis zu seiner Pensionierung im September 2002 über 16 Jahre lang innehatte, machte ihn zum zentralen Verantwortlichen für die materiellen Beschaffungsvorgänge und Rüstungsprojekte des Bundesheeres (darunter Großprojekte wie die Einführung des Kampfpanzers Leopard 2). In seiner Amtszeit positionierte er sich wiederholt öffentlich zu budgetären Rahmenbedingungen und übte punktuell Kritik an unzureichenden oder ungesicherten Finanzierungszusagen der Bundespolitik bei heereswichtigen Anschaffungen wie der Beschaffung neuer Transporthubschrauber. Auch nach seinem aktiven Dienst blieb er als Fachautor und Laudator für wehrtechnische Publikationen öffentlich aktiv.

Sportliche Leistungen

Corrieri erlangte zudem über das Militär hinaus Bekanntheit als der historisch erfolgreichste Absolvent des Österreichischen Sport- und Turnabzeichens (ÖSTA). Nachdem er die Leistungsprüfung erstmals 1958 im Zuge seines Eintritts in die Militärakademie abgelegt hatte, erwarb er im Jahr 2018 im Alter von 80 Jahren das Abzeichen in der Leistungsstufe „Gold“ zum insgesamt 60. Mal.

Schriften

Einzelnachweise

  1. ↑ AutorInnenbiografie Peter Corrieri. Bacopa Verlag, abgerufen am 16. Oktober 2026.
  2. ↑ Heeresdokumente zur Geschichte des 2. Bundesheeres. Bundesministerium für Landesverteidigung (BMLV), abgerufen am 16. Oktober 2026.
  3. ↑ General Peter Corrieri: „Finanzierung der Helikopter nur dürftig“. Originaltext-Aussendung (OTS) / FORMAT, 18. April 1999, abgerufen am 16. Oktober 2026.
  4. ↑ Vortrags- und Veranstaltungsübersicht. Arbeitskreis Miliz – Club Maria Theresia, August 2025, abgerufen am 16. Oktober 2026.
  5. ↑ Michael Bauer: Mitteilung des Sprechers des Bundesministeriums für Landesverteidigung. In: X (ehemals Twitter). 11. Oktober 2018, abgerufen am 16. Oktober 2026.
Personendaten
NAME Corrieri, Peter
KURZBESCHREIBUNG österreichischer General und Sektionschef
GEBURTSDATUM 4. April 1938
GEBURTSORT Linz