Peter Kampits (* 28. Juni 1942 in Wien; † 16. Juni 2026 ebenda) war ein österreichischer Professor für Philosophie. Er war Vorstand des Instituts für Philosophie der Universität Wien und Gründungsdekan der Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft der Universität Wien. Er war Mitglied der Bioethikkommission beim Bundeskanzleramt und war von 2012 bis 2016 Universitätsprofessor für Ethik in der Medizin und Leiter des Zentrums für Ethik in der Medizin an der Donau-Universität Krems. Zudem war er Mitglied der Ethikkommission dieser Universität.
Nach der Matura am Hernalser Gymnasium Geblergasse im Jahr 1960 folgten Studien der Philosophie, Psychologie und Geschichte an der Universität Wien. 1965 promovierte er mit der Dissertation zum Thema Das Bild des Menschen bei Albert Camus: ein Mythos vom Menschen zum Dr. phil. Einer der akademischen Lehrer von Kampits war Leo Gabriel.
1966/67 absolvierte er ein Post-Graduate-Studium an der Pariser Sorbonne. In Paris war er als Sekretär von Gabriel Marcel tätig. Ab 1968 war er Universitätsassistent am Philosophischen Institut der Universität Wien. 1970/71 war er Visiting Professor an der University of Alaska Fairbanks.
1974 habilitierte er sich mit der Arbeit zum Thema Die Frage nach dem Anderen: eine Untersuchung der Sozialontologie von Jean Paul Sartre und Gabriel Marcel, 1977 wurde er zum Universitätsprofessor für Philosophie am Philosophischen Institut der Universität Wien ernannt. Im Jahr 1980 hatte er eine Gastprofessur am Philosophischen Institut Beyazit der Universität Istanbul inne.
Von 1987 bis 1991 sowie von 2001 bis 2004 war er Vorstand des Philosophischen Instituts der Universität Wien und von 2004 bis 2008 Dekan der Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft der Universität Wien. Ab 2007 war Kampits Mitglied der Bioethikkommission beim Bundeskanzleramt, deren zweiter stellvertretender Vorsitzender er 2009 wurde. An der Donau-Universität Krems war Kampits von 2012 bis 2016 Universitätsprofessor für Ethik in der Medizin und Leiter des Zentrums für Ethik in der Medizin. Darüber hinaus war er Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des oberösterreichischen Think Tanks Academia Superior.
„Gegenüber der Entwicklung der Universitäten im Zuge des Bologna-Prozesses hat sich Kampits immer wieder kritisch geäußert“, hieß es in einer Pressemeldung zu seinem 80. Geburtstag. 2010 sagte er dem Standard: „Angesichts der aktuellen Diskussion um Schule bin ich heilfroh, eine traditionelle Schuldbildung [sic] erhalten zu haben.“ (inkl. Frontalunterricht).
Zu seinen Studenten zählten der Mediziner Karl Hermann Spitzy, Altbürgermeister Michael Häupl, der Wiener Weihbischof Franz Scharl sowie der spätere EU-Kommissar Johannes Hahn. Letzterer schrieb im Jahr 1987 seine Dissertation zum Thema Die Perspektiven der Philosophie heute: dargestellt am Phänomen Stadt bei Kampits. Gegen diese Arbeit wurden von 2007 bis 2011 Plagiatsvorwürfe erhoben und untersucht. Der Rektor der Universität Wien sagte, eine solche Dissertation würde heute nicht mehr angenommen werden.
Kampits warf der Politik vor, beim Nichtraucherschutz nicht das Wohl der Menschen im Auge zu haben, sondern sich von Fanatikern treiben zu lassen, die einen letztlich faschistoiden Gesundheitsbegriff vertreten würden. Das Argument, Nichtraucher durch Gesetze und Verbote vor gefährlichem Inhalieren von Rauch schützen zu wollen, sei unhaltbar. Denn die (von der WHO und etlichen medizinischen Studien postulierte) Gefahr des Passivrauchens gebe es nicht, sie sei nur ein „statistisches Konstrukt“. Er berief sich dabei auf Günter Ropohl.
In seinen letzten Lebensjahren war Peter Kampits auf einen Rollstuhl angewiesen. Zu dieser Behinderung hatte ein ärztlicher Kunstfehler bei einer Koloskopie geführt.
Kampits war mit Mag. pharm. Elfriede Kampits verheiratet, mit der er eine Tochter hatte (Mag. jur. Katharina Kampits); Elfriede Kampits verstarb 2016 in Senftenberg. Danach war er bis zu seinem Lebensende mit der Technologieethikerin und Gedächtnisforscherin Eva Horvatic verheiratet. Am 16. Juni 2026 starb er kurz vor seinem 84. Geburtstag; am 9. Juli 2026 fand in der Wiener Universitätskirche eine Verabschiedung statt.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kampits, Peter |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Philosoph und Hochschullehrer |
| GEBURTSDATUM | 28. Juni 1942 |
| GEBURTSORT | Wien |
| STERBEDATUM | 16. Juni 2026 |
| STERBEORT | Wien |