Peter Krieg

Peter Krieg (1987)

Peter Krieg (eigentlich Wilhelm Gladitz; * 27. August 1947 in Schwäbisch Gmünd; † 22. Juli 2009 in Berlin) war ein deutscher Dokumentarfilmer, Produzent und Autor. Die Dokumentarfilm-Regisseurin Nina Gladitz war seine Schwester.

Leben und Wirken

Anfang der 1970er Jahre studierten Krieg und seine Frau Heidi Knott an der Deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin. Sie drehten und produzierten ihre Filme gemeinsam für die eigene Firma Teldok Film Television und Dokumentar Film GmbH & Co. KG. Fördergelder erhielten sie von verschiedenen Institutionen wie der Weltgesundheitsorganisation WHO oder von karitativen Einrichtungen wie der Stiftung Brot für die Welt. Dabei behielten sie die Filmrechte selbst, um Fremdbestimmung im Umgang mit ihren Filmen auszuschließen, auch wenn dies einen Einnahmeverzicht bedeutete.

In seinen Dokumentarfilmen befasste er sich mit den problematischen Beziehungen zwischen der sogenannten „ersten“ und „dritten Welt“. Der Film Flaschenkinder (1975) greift den Nestlé-Konzern wegen dessen Babynahrungskampagne in Entwicklungsländern an.

Auf besondere Resonanz stieß der Film Septemberweizen (1980), für den Krieg 1981 einen Adolf-Grimme-Preis mit Gold und ein Filmband in Silber erhielt. Am Beispiel der amerikanischen Weizenproduktion forscht er hierin nach den Ursachen von Hunger in Zeiten des Überflusses. Darüber hinaus verfasste er ebenso theoretische Abhandlungen über den Dokumentarfilm in der Postmoderne.

Für die Dokumentation Bahnhofstraße Zürich oder Das Packeissyndrom erhielt Krieg 1983 eine ehrende Anerkennung beim Adolf-Grimme-Preis.

Ab 1994 beschäftigte sich Krieg auch mit der Produktion, Beratung und Betreuung von Spezialproduktionen im Medienbereich, so etwa für die Expo 2000.

Krieg starb im Alter von 61 Jahren an den Folgen einer schweren Operation.

Filmografie

Als Regisseur:

Publikationen

Literatur

Interviews

Nachrufe

Weitere Weblinks

Quellen

Einzelnachweise

  1. ↑ Filmer starb 61-jährig: Peter Krieg ist tot. In: fr-online.de. 24. Juli 2009, abgerufen am 18. Dezember 2014.
  2. ↑ Ekkehard Knörer: Außenseiter. RIP Peter Krieg. Nachruf. In: Cargo-Film – dokumentarfilm. 25. Juli 2009, abgerufen am 26. April 2022.
  3. ↑ Wilhelm Roth: Verschiedene Methoden des Lernens. Porträt: Peter Krieg und Heidi Knott. In: Hans Günther Pflaum (Hrsg.): Jahrbuch Film 81/82. Berichte, Kritiken, Daten. Carl Hanser Verlag, München / Wien 1981, ISBN 3-446-13456-5, S. 123–128.
  4. ↑ Markus Kügle: Audio-Visuelle Tropen Die Rhetorik von ‚Nahrungs-Aufnahmen‘ im Dokumentarischen. Springer VS, Wiesbaden 2023, ISBN 978-3-658-41961-5, S. 190.
  5. ↑ www.3sat.de
  6. ↑ Markus Kügle: Audio-Visuelle Tropen Die Rhetorik von ‚Nahrungs-Aufnahmen‘ im Dokumentarischen. Springer VS, Wiesbaden 2023, ISBN 978-3-658-41961-5, S. 186–197.
  7. ↑ Peter Krieg: WYSIWYG oder das Ende der Wahrheit – Dokumentarfilm in der Postmoderne. In: Heinz-Bernd Heller und Peter Zimmermann (Hrsg.): Bilderwelten - Weltbilder. Dokumentarfilm und Fernsehen. Hitzeroth, Marburg 1990, ISBN 978-3-89398-040-6, S. 88–98.
  8. ↑ Markus Kügle: Audio-Visuelle Tropen Die Rhetorik von ‚Nahrungs-Aufnahmen‘ im Dokumentarischen. Springer VS, Wiesbaden 2023, ISBN 978-3-658-41961-5, S. 311–315.
  9. ↑ www.salzgeber.de (Memento vom 24. September 2015 im Internet Archive) (PDF-Datei)
  10. ↑ Rezension von Heiner Dürr in: Erdkunde, Band 58, Nr. 1, 2004, S. 82–83.
Personendaten
NAME Krieg, Peter
ALTERNATIVNAMEN Gladitz, Wilhelm
KURZBESCHREIBUNG deutscher Dokumentarfilmer, Filmproduzent und Autor
GEBURTSDATUM 27. August 1947
GEBURTSORT Schwäbisch Gmünd
STERBEDATUM 22. Juli 2009
STERBEORT Berlin