Peter Liebl (* 11. Juli 1946 in Kötzting) ist ein deutscher Maler. Sein Werk bewegt sich zwischen Abstraktion und Konkretem.
Peter Liebl wurde 1946 in Kötzting im Bayerischen Wald geboren. Sein Kunsterzieher am humanistischen Gymnasium in Cham machte ihn mit den Bildern Cézannes, van Goghs, den Impressionisten und Expressionisten bekannt. Von 1969 bis 1973 studierte Liebl an der Akademie der bildenden Künste München. Von 1976 bis 2000 unterrichtete Liebl als Kunsterzieher am Gymnasium der Domspatzen in Regensburg. 1983 hatte er seine erste Einzelausstellung in der städtischen Galerie im Cordonhaus in Cham, der viele weitere folgten. 2005 bekam er ein Stipendium am Virginia Center for the Creative Arts (Virginia, USA). Peter Liebl pflegte intensive Freundschaften zu Künstlern wie Patrick Roth und Imre Kertész. Er lebt in Donaustauf bei Regensburg.
In Peter Liebls „Fleckenbildern“ „setzt der Maler zunächst spontan Flecken, die er anschließend immer stärker verdichtet“, bis ein intendierter Farbklang entsteht, der weniger ein Abbild der konkreten Realität als vielmehr ein Stimmungsbild sein soll. Einen anderen Charakter haben Liebls „Venedig Aquarelle“ und seine Aquarell-Horizonte. In klaren geometrischen Rechtecken entstehen „feinschichtig illuminierte Nebellandschaften“, die eher Stimmungen oder innere Haltungen vermitteln, und die anders als seine sonstigen Aquarelle durch eine „Klebestreifentechnik“ den Farbverlauf klar begrenzen.
Schon in seiner Studienzeit beginnt Liebl mit ersten abstrakten Bildern, angeregt durch die Werke von Antonio Calderara, Piet Mondrian und Ad Reinhard. Anfangs malt er „mit Öl Farbfelder, die zunächst durch Linien oder collagierte Stege voneinander getrennt waren oder auch unvermittelt gegeneinander gesetzt wurden. […] [Es geht ihm] um die Erzeugung eines Farbklangs im Bild“.

In den 1980er Jahren kombiniert Liebl in den Portraits Abstraktion und Gegenständlichkeit. Eine einzelne stehende oder sitzende Figur ist im Vordergrund, im Hintergrund intensive, geometrische Farbflächen. Die „Portraits scheinen aus der Zeit gefallen zu sein. Sie verkörpern ein In-sich-Ruhen, ein Innehalten, Zeitlosigkeit, Verzögerung, Langsamkeit, Menschsein ohne jegliche Schutzschichten, gleichzeitig Öffnung und Bezugnahme zur Außenwelt, Ikonen gewissermaßen – die konkrete körperliche Gegenwart der Portraitierten spielt da kaum mehr eine Rolle.“ Eine besondere Faszination entwickeln die Augenpartien der porträtierten Figuren. Der Schriftsteller Patrick Roth schreibt, er habe die Frauen kaum ansehen können, die „geröteten Zonen“ „unterhalb der Augen“, erweckten sie doch den Eindruck, so nicht gesehen werden zu wollen, in den verweinten Augen etwas zu zeigen, was geheim bleiben soll. Die oft geröteten Augen bannen den Blick des Betrachters und zeigen den sonst verborgen bleibenden Schrecken, die Trauer, die Angst, die Verletzlichkeit.

Liebls Madonnenbilder sind beeinflusst von Piero della Francesca und der russischen Ikonenmalerei. Eine Madonnenfigur, mit oder ohne Jesuskind, steht oder sitzt zentral, eingebettet und schwebend in geometrischen Formen. Liebls „Apokalyptische Madonna“, das Titelbild eines Ausstellungskatalogs, zeigt eingerahmt von gezackter Geometrie, mit zerrissenem Leib und aufgerissenem Mund einen Schrei, der den ganzen Schmerz der Welt symbolisiert. Weitere biblische Motive, in denen Liebl archetypische Grundsituationen des Menschseins verarbeitet werden, sind Verkündigungsszenen, die Apokalypse des Johannes oder die Jakobsleiter.
Seit etwa 2003 entstehen Horizont-Bilder als Aquarelle, Öl- oder Acrylbilder. Die hochformatigen Werke sind alle etwa in der Mitte geteilt, Himmel und Erde bekommen gleich viel Raum. In abstrakt klaren Rechtecken oder malerischer, die Spiegelungen betonend, sieht sich der Betrachter einer einsamen Landschaft gegenüber. „In den Horizonten schlagen sich Stimmungen nieder wie Schwermut, die sich in Dämmerungen, aber genauso Heiterkeit, die sich in aufhellenden Himmeln und klaren Trennungslinien zeigt“, schreibt der Maler.
| Personendaten | |
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| NAME | Liebl, Peter |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Maler und Bildhauer |
| GEBURTSDATUM | 11. Juli 1946 |
| GEBURTSORT | Kötzting |