
Peter Riek (* 5. März 1960 in Heilbronn) ist ein deutscher Zeichner und Maler.
Nach Kindheit und Jugend in Schluchtern bei Heilbronn begann Peter Riek nach dem Abitur 1979 das Studium an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei den Professoren Moritz Baumgartl, Christoff Schellenberger und Rudolf Schoofs. Zusätzlich studierte er von 1982 bis 1984 Geografie an der Universität Stuttgart. Im Anschluss führte ihn der Zivildienst an den Bodensee. Hier fand er zur Galerie Vayhinger, die ihn für einige Monate als artist-in-residence aufnahm und seitdem vertritt. Vor der freiberuflichen Laufbahn absolvierte er noch das Referendariat und das zweite Staatsexamen. Größere Auslandsstipendien führten ihn jeweils für ein halbes Jahr nach Straßburg, Paris, Budapest und Basel, wo er begann, Werkgruppen zu erarbeiten, die mit den Orten seines Aufenthaltes verknüpft waren, wie etwa „Totendisko“ zum ‚Basler Totentanz‘ und „Reise zu Matthias“ zum ‚Isenheimer Altar‘ in Colmar.
Während zu Beginn seiner Karriere einzelne grafische Komponenten nur im Zusammenhang mit pastoser Malerei auftraten, wandte sich Riek über die Jahre zunehmend der Zeichnung zu. Peter Riek lebt und arbeitet in Heilbronn.
Peter Riek widmet sein künstlerisches Schaffen der Zeichnung, was weniger das rasche Skizzieren und lose Gestalten schneller Gedanken auf einem Blatt Papier bedeutet, sondern der Künstler versteht Zeichnung als universelles Medium, um über die Kürze und Vergänglichkeit des Lebens – nicht allein des menschlichen – nachzudenken.
„Es sind labile, vergängliche, nicht selten den räumlichen Kontext miteinbeziehende Zeichnungen, mit Kreide verfertigt, und daher nur von kurzer Dauer, vergänglich, verletzbar, Wind und Wetter schutzlos ausgesetzt.“
Deutlich wird diese Thematik nicht nur in Motiven wie Knochen und Schädel, sondern auch darin, dass der Künstler die Materialien der Zeichnung selbst als vergängliche inszeniert. „Die brüchige Linie allein birgt schon eine Zerbrechlichkeit und somit die Vergänglichkeit in sich.“ sagt Riek. Dabei bedeutet das Zeichnen als eine Technik des Mitschreibens und Dokumentierens für Riek durchaus auch ein Anarbeiten gegen die Zerstörung allen Lebens in der Zeit.
„Ohne die Dokumentationsarbeit würden die (temporären) Arbeiten verloren gehen.“
Zeichnerisch experimentierend zwischen den Extremen des Wachsens und Bewahrens einerseits, des Vergehens und Verwehens andererseits treibt der Zeichner die Zeichnung über die zweite Dimension hinaus und erobert für sich auch nicht-zeichnerische Materialien wie Eisen und Textilien sowie den architektonischen Raum.
Allerdings beschäftigte sich Peter Riek während seines Studiums (1982–84) bei dem Zeichner Rudolf Schoofs zunächst intensiv mit der Malerei, die er noch bis Ende der 1980er Jahre verfolgte. Erst ab 1988 entstanden die ersten Straßenzeichnungen, die unter dem Sammelbegriff „Zeichnung draußen“ bis heute eine große Rolle im Werk des Künstlers spielen. Er zeichnet mit Kreide rasch vergängliche Zeichnungen auf Asphalt und dokumentiert sie fotografisch.
Diese Dokumentationen können Ausgangspunkte für Siebdrucke, Glasbilder und andere Transformationen werden. Sie sind oftmals Grundlage für weiterführende Installationen. Ab 1990 entwickelte sich im Schaffen des Künstlers ein abstrakt organisches Formenvokabular in Gestalt floraler und mikrobiologischer Strukturen; eine Formensprache, die sich bis heute weiter verändert. Riek bedient sich hierbei fast ausschließlich einer schwarzen Ölpastellkreide als Zeichenmedium. Gleichzeitig entstehen Zeichnungen in einer Art Durchdruckverfahren mit geschwärztem Papier. In den 2000er Jahren zeigte der Künstler raumbezogene Installationen mit Zeichnungen. Oft wird die Wahrnehmungssituation vor Ort selbst thematisiert. Zur selben Zeit entstanden erste Eisenzeichnungen, die eigentlich zweidimensional, jedoch durch Verschachtelungen und die Distanz zur Wand als Zeichnungen im Raum zu bezeichnen sind. Sie finden verschiedene Anwendungen bei Kunst-am-Bau-Projekten. Das Interesse am Verhältnis der Zeichnung zum Raum begründet Kooperationen mit Architekten. Es entstehen Projekte für verschiedene Bauwerke, vom Hotel bis zu Autobahnlärmschutzwällen.
Ab 2005 beschäftigte sich Peter Riek mit Zeichnungen von Psychiatrie-Erfahrenen, Kinderzeichnungen sowie der Art Brut. Dabei entstanden Werke, die man als Monumente für Gescheiterte und Außenseiter verstehen kann. Beispielhaft hierfür sind Arbeiten und Installationen zu Barbara Suckfüll aus der Sammlung Prinzhorn, Heidelberg.
Um 2010 erweiterte der Künstler seine Beschäftigung mit der Zeichnung um weitere Techniken wie z. B. Wand- und Teppichzeichnungen.
Eine schwere Krankheit 2011 bewirkte eine Änderung der Thematik im Schaffen Peter Rieks. Er widmete sich von nun an verstärkt biografischen Sujets.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Riek, Peter |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Zeichner und Maler |
| GEBURTSDATUM | 5. März 1960 |
| GEBURTSORT | Heilbronn |