Peter Robert Keil

Peter Robert Keil mit selbst bemalter Majolika 2012.

Peter Robert Keil (* 6. August 1942 in Züllichau in der Neumark) ist ein deutscher Maler und Bildhauer.

Leben

Der Sohn eines Kunstschmieds verlor seinen Vater schon in frühester Kindheit während des Zweiten Weltkriegs. Infolge von Flucht und Vertreibung wuchs Keil bei seinen Großeltern in Potsdam auf. Erst im Alter von acht Jahren lernte er seine Mutter und seinen Stiefvater kennen, die in West-Berlin lebten. Sie nahmen ihn 1952 zu sich, als die DDR den West-Berlinern das Betreten ihres Gebiets verboten hatte. Die Familie lebte im Arbeiterviertel Berlin-Wedding, wo Keil schon bald sein Interesse an der Malerei entdeckte – insbesondere an expressionistischen Künstlern sowie an den Werken von Pablo Picasso. Er lernte den in Ost-Berlin lebenden, aber auch im Wedding tätigen Maler Otto Nagel kennen, der ab etwa 1954 zu seinem Mentor wurde und ihm erste handwerkliche Fertigkeiten und Maltechniken beibrachte. 1956 begann Keil eine Ausbildung zum Kunstschlosser, der sich zwischen 1959 und 1961 ein Studium an der Hochschule der Künste in Berlin anschloss. Mit dem Bau der Berliner Mauer brach der Kontakt zu Nagel ab und Keil verlegte seinen Wohnsitz ab Anfang der 60er Jahre zunehmend ins Ausland.

Mit Beginn seines Studiums an der Hochschule der Künste in Berlin kam Keil in Kontakt mit zahlreichen anderer Künstlern, die seine Generation prägen sollten, so z. B. Georg Baselitz, Eugen Schönebeck, Markus Lüpertz und Joachim Schmettau. In seiner Zeit auf Mallorca traf er zudem mehrfach mit Joan Miró in dessen Atelier zusammen. Ab den frühen 1960er Jahren bezog Keil Ateliers in Paris, London, Berlin und in den USA. Heute lebt und arbeitet er zum größten Teil in Zimmerau in Bayern, Berlin und Los Angeles.

Arbeitsweise und Werk

In der Anfangsphase seines künstlerischen Schaffens orientierte sich Peter Keil stilistisch am deutschen Expressionismus. Thematisch interessierte er sich dabei in den Werken der frühen Berliner Jahre zunächst vor allem für typische Großstadtmillieus und Randfiguren der Gesellschaft. Zeitgleich mit seinem Aufenthalt in Paris und dem damit verbundenen Eintauchen in das dortige Nachtleben zu Beginn der 60er Jahre lässt sich jedoch eine große Veränderung in seiner Stilistik beobachten. Keil entwickelte sich zunehmend weg von einer realistischen Auffassung und hin zu einem neuen, sehr viel spontaneren und dynamischeren Malstil, den er während seiner Londoner Jahre und schließlich als Teil der Berliner Neuen Wilden zu Beginn der 80er Jahre weiter entwickelte. Die Verwendung intensiver bis greller Farben, sowie der Verzicht auf eine realistische Gegenständlichkeit sind seitdem die typischen Merkmale seines Malstils. Die Farbe seiner Bilder ist mit raschen und schnellen Pinselstrichen sowie gelegentlich pastos aufgetragen und die Motive seiner Bilder werden immer wieder durch Graffiti-Elemente zusätzlich verfremdet. Thematisch bevorzugt Keil menschliche Figuren, Porträts, Großstadtszenen, Landschaften und Blumenstillleben. Keils emotionale Malerei wird dabei vor allem getragen von einem Wunsch nach Befreiung von gesellschaftlichen Zwängen und Konventionen.

In den vergangenen 50 Jahren entstanden so neben zahlreichen groß- und kleinformatigen Gemälden in Öl und Mischtechnik auf Leinwand auch eine Reihe von Skulpturen in Holz und Stahl sowie eine bedeutende Zahl an Majolika.

Ausstellungen

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 ArtProfil 90-2011, S. 16
  2. 1 2 ArtProfil Heft 2 2007, S. 47
  3. ↑ ArtProfil 96-2013, S. 44
  4. ↑ ArtProfil 93-2012, S. 33
  5. ↑ Allgemeines Künstlerlexikon, S. 520
Personendaten
NAME Keil, Peter Robert
KURZBESCHREIBUNG deutscher Maler und Bildhauer
GEBURTSDATUM 6. August 1942
GEBURTSORT Züllichau