Peter Turrini

Peter Turrini zu Besuch bei Wikipedianern in Wien, Mai 2013

Peter Turrini (* 26. September 1944 in Sankt Margarethen im Lavanttal) ist ein österreichischer Schriftsteller. Er ist bekannt für seine gesellschaftskritischen und, vor allem in seinen frühen Werken, provokanten Volksstücke.

Biographie

Peter Turrini ist der Sohn des italienischen Kunsttischlers Ernesto Turrini und der steirischen Hausangestellten Else Turrini, geborene Reßler. Er wuchs in Maria Saal in Kärnten auf. Über den Tonhof der Sängerin Maja Weis-Ostborn und des Komponisten Gerhard Lampersberg kam er früh in Kontakt mit Vertretern der Wiener Avantgarde. Von 1963 bis 1971 war er in verschiedenen Berufen tätig, unter anderem als Magazineur bei Huber-Trikot, als Werbetexter bei einer amerikanischen Agentur, als Hotelsekretär in Bibione, als Hilfsarbeiter in Neuwied am Rhein. 1967/68 lebte er auf Rhodos. Seit 1971 lebt er als freier Schriftsteller. 2005 wurde er zum korrespondierenden Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung gewählt.

Sein derzeitiger Wohnort ist Kleinriedenthal bei Retz. Er schreibt Theaterstücke, Drehbücher, Gedichte, Aufsätze und Reden. Seine Werke wurden in viele Sprachen übersetzt, seine Theaterstücke werden weltweit gespielt.

Peter Turrini wurde durch Rozznjogd (1971), Sauschlachten (1972) und die Fernsehserie Alpensaga (1976–1980) bekannt. In seinen ersten beiden Werken verwendete er Dialekt, in den Minderleistern aber eine kunstvolle „hohe“ Sprache. Turrini beteiligte sich an unzähligen Autorenlesungen; so auch des Öfteren am Linken Wort, einer Autorenlesung mit politischen Akzenten, die im Rahmen des jährlichen Volksstimmefests durchgeführt wurde. Gemeinsam mit Helmut Qualtinger und H. C. Artmann machte er eine mehrwöchige Lesetournee an amerikanischen Universitäten. Peter Turrini ist Mitglied der Grazer Autorenversammlung. Im Vorfeld der Besetzung der Hainburger Au 1984 war Turrini einer der Teilnehmer der Pressekonferenz der Tiere und trat dabei als „Rotbauchunke“ auf. 1986 hielt er am Wiener Stephansplatz anlässlich der Angelobung von Kurt Waldheim zum österreichischen Bundespräsidenten eine Rede: "Das Pferd des Präsidenten". 1995 sprach er am Wiener Heldenplatz anlässlich der 50-Jahr-Feier der Republik: „Liebe Mörder“.

2005 war er in der Rolle eines Dirigenten in dem Tatort Die schlafende Schöne zu sehen.

Bis heute gibt es von ihm sechsunddreißig Theaterstücke, drei Opernlibretti, fünfundfünfzig Buchausgaben, vierzehn verfilmte Drehbücher, siebzehn Hörspiele sowie Sprechplatten und CDs.

Werkübersicht

Sprechplatten und CDs.

Auszeichnungen

Peter Turrini (Nestroy-Theaterpreis 2011 für sein Lebenswerk)

Literatur

Filmporträt

Commons: Peter Turrini – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Die Hörfunkkritik: Zwei Enttäuschungen. In: Arbeiter-Zeitung. Wien,​ 18. Februar 1971, S. 9, oben rechts.
  2. ↑ Turrini-Weltpremiere bei Raimundspielen. In: ORF.at. 3. Februar 2023, abgerufen am 12. Juli 2023.
  3. ↑ Die nächsten Premieren beim Theaterfest Niederösterreich. In: ots.at. 10. Juli 2023, abgerufen am 12. Juli 2023.
  4. ↑ Bis nächsten Freitag. In: josefstadt.org. Abgerufen am 15. November 2023.
  5. ↑ Ewald Baringer/APA: Erfolgreiche Uraufführung: Turrinis Schubert-Stück in Perchtoldsdorf. In: Kleine Zeitung. 28. Juni 2025, abgerufen am 28. Juni 2025.
  6. ↑ Rizzipreis für Peter Turrini. orf.at, 25. November 2014, abgerufen am 31. Jänner 2015.
  7. ↑ Literatur-Landeskulturpreis für Peter Turrini orf.at, 14. Dezember 2017, abgerufen am 14. Dezember 2017.
  8. ↑ Axel-Corti-Preis 2023 geht an Peter Turrini orf.at, 19. April 2023, abgerufen am 19. April 2023.
  9. ↑ Gerhard Pulsinger: Zur Einweihung der Peter-Turrini-Volksschule kam zahlreiche Prominenz. In: Kleine Zeitung. 23. Januar 2026, abgerufen am 24. Januar 2026.
  10. ↑ Gerfried Ambrosch: Peter Turrini: „Freue mich sehr, dass die Schule meinen Namen trägt“. In: Kleine Zeitung. 23. Januar 2026, abgerufen am 24. Januar 2026.