Peter Ulmer

Peter Ulmer (* 2. Januar 1933 in Heidelberg; † 17. Januar 2024 ebenda) war ein deutscher Jurist und Hochschullehrer. Er wirkte als Professor für Handels- und Wirtschaftsrecht, Bürgerliches Recht und Rechtsvergleichung, ab 1975 an der Universität Heidelberg. Zuvor war er von 1969 bis 1975 ordentlicher Professor an der Universität Hamburg.

Leben

Peter Ulmer, Sohn von Elisabeth Ulmer, geborener Linser, und des Rechtswissenschaftlers und Hochschullehrers Eugen Ulmer, studierte ab 1952 Rechtswissenschaften in Tübingen, später in Genf und Heidelberg. In Tübingen trat er der Studentenverbindung „Akademische Gesellschaft Stuttgardia“ bei. Dem Referendarexamen 1956 folgte der juristische Vorbereitungsdienst in Heidelberg und München sowie bei der damaligen Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) in Luxemburg, den Ulmer 1960 mit dem Zweiten juristischen Staatsexamen, dem Assessorexamen, abschloss.

Im Jahr 1959 wurde er in den Vereinigten Staaten von Amerika Master of Comparative Law in Ann Arbor. Im selben Jahr wurde er in Heidelberg mit einer Dissertation über den Unternehmensbegriff im Vertrag der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl zum Dr. jur. promoviert.

Nach dem Assessorexamen war Ulmer zunächst von 1961 bid 1964 als Vorstandsassistent bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deutsche Treuhandgesellschaft AG und von 1964 bis 1965 als Beamter im Juristischen Dienst der Kommission der Europäischen Gemeinschaften tätig. Von 1966 bis 1969 arbeitete er an der Universität Heidelberg, wo er sich 1968 mit einer von Wolfgang Hefermehl betreuten Arbeit zum Vertragshändler habilitierte.

Von 1969 bis 1975 war Ulmer ordentlicher Professor für Bürgerliches Recht, Handels- und Gesellschaftsrecht in Hamburg, ab 1975 bis zu seiner Emeritierung 2001 ordentlicher Professor an der Universität Heidelberg, deren Rektor er von 1991 bis 1997 war. Von 1994 bis 1996 war Peter Ulmer Vorsitzender der Landesrektorenkonferenz Baden-Württemberg. Er war auch Vorsitzender des Fachausschusses Rechtswissenschaft der Deutschen Forschungsgemeinschaft und Mitglied der ständigen Deputation des Deutschen Juristentags. Ulmer war Aufsichtsrat der Anwaltskanzlei SZA Schilling, Zutt & Anschütz AG (heute GmbH).

Die Universitäten Autonoma (Madrid), Montpellier (Frankreich) und Lleida (Spanien) haben ihm die Würde eines Ehrendoktors verliehen. Seine akademischen Schüler sind Mathias Habersack, Carsten Schäfer und Matthias Casper.

Schwerpunkte in Ulmers wissenschaftlichem Werk waren außer dem Vertriebsrecht und dem Recht der Allgemeinen Geschäftsbedingungen vor allem das Gesellschaftsrecht (insbesondere Recht der Personengesellschaften, GmbH- und Konzernrecht). Seine im Zusammenhang mit der Haftung für gefälschte Scheckvordrucke entwickelte Sphärentheorie lehnt der Bundesgerichtshof ab.

Er ist evangelisch, der Bruder des 1937 geborenen Verlegers Roland Ulmer, war verheiratet ab 1959 mit Jorinde Ulmer, geborener Heygster († 2004), und hatte vier Kinder (Hans-Georg, Marianne, Sybille und Almut). Sein Enkel ist der Wirtschaftswissenschaftler Marlin Ulmer. Am 17. Januar 2024 starb Ulmer in Heidelberg im Alter von 91 Jahren.

Publikationen (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Traueranzeige in der Süddeutschen Zeitung vom 24. Januar 2024, abgerufen am 24. Januar 2024