Peter Walla (* 1967 in Feldkirch, Vorarlberg) ist ein österreichischer Neurobiologe und Professor an der Sigmund Freud Privatuniversität Wien.
Peter Walla studierte Biologie an der Universität Wien. Er spezialisierte sich auf die Zoologie und verfasste eine Diplomarbeit über Spinnenaugen (1993). Dazu arbeitete er acht Monate in Japan an der Yokohama City Universität. Seine Dissertation an der Neurologischen Klinik im Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Wien (AKH) befasste sich mit dem Thema „Menschliche Gedächtnisfunktionen“. Er arbeitete in der Forschergruppe um Lüder Deecke und Wilfried Lang und hatte einen weiteren Auslandsaufenthalt über drei Monate an der University of St Andrews in Schottland. Nach seiner ersten Habilitation an der Medizinischen Universität in Wien („Kognitive Neurobiologie“) wechselte er an die Psychologische Fakultät der Wiener Universität und habilitierte sich ein zweites Mal im Fach „Biologische Psychologie“. Im Jahr 2009 folgte er einem Ruf als Honorarprofessor an die Newcastle-Universität in Australien, wo er 5 Jahre lang tätig war. Dort leitete er die Neuroscience Forschergruppe. Nach seiner Rückkehr nach Österreich leitete Peter Walla die Psychologische Abteilung der Webster Vienna Private University. Seit September 2020 ist er an der Sigmund Freud Universität, Fakultät für Psychologie, als Professor angestellt. Im Jahr 2018 hat er die Gesellschaft für Neuro-Information-Systems (NeuroIS) mitbegründet und vertritt in ihrem Rahmen die neurowissenschaftliche Disziplin.
Sein Hauptinteresse gilt der nichtbewussten Informationsverarbeitung im menschlichen Gehirn, vor allem dem self-referential processing. Das Selbst bestehe dabei nicht nur aus einer einzigen Einheit, sondern es gäbe ein primitives „Selbst“ (Me1), welches „Selbst“ nur als irgendeine Person versteht (ähnlich einem „Wir“) und ein elaboriertes „Selbst“ (Me2), welches das eigene „Selbst“ von jemandem anderen unterscheidet.
Ein weiterer Fokus seiner Forschung richtet sich auf eine neue Definition von „Emotion“, die er zusammen mit Jaak Panksepp weiterentwickelt hat. Nach diesem neuen Modell wird eine Emotion als Verhaltensoutput verstanden (z. B. eine Gesichtsausdruck) und klar von einem Gefühl unterschieden.
Weiterhin hat Peter Walla auch in den Bereichen Gedächtnis und Geruch geforscht und konnte unbewusste Wortgedächtnisleistungen mit funktioneller Bildgebung darstellen. Im Bereich der Riechforschung beschäftigte er sich mit Interaktionen zwischen Riechen und Wort- und Gesichterverarbeitung (z. B.).
In jüngster Zeit hat Peter Walla angefangen, sich mit subliminaler Reizverarbeitung zu beschäftigen und mithilfe der Elektroenzephalographie (EEG) bereits neurophysiologische Hinweise veröffentlicht, die zeigen, dass die linke, hintere Gehirnhälfte in der Lage ist, Wörter als solche zu verarbeiten, selbst wenn diese nicht gesehen werden (nicht bewusst erkannt werden).
| Personendaten | |
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| NAME | Walla, Peter |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Neurobiologe |
| GEBURTSDATUM | 1967 |
| GEBURTSORT | Feldkirch, Vorarlberg, Österreich |