Peter Wollen

Peter Wollen (1991)

Peter Wollen (* 29. Juni 1938 in London, England; † 17. Dezember 2019 in Haslemere, Surrey) war ein britischer Filmtheoretiker, Drehbuchautor und Regisseur.

Leben

Peter Wollen studierte Englisch an der Christ Church in Oxford. Seine Anfänge beim Film waren als Co-Autor von Michelangelo Antonioni für den Film Beruf: Reporter. Wollen hat Film an einer Reihe von Universitäten gelehrt und war emeritierter Professor an der University of California, Los Angeles.

Mitte der 1960er Jahre schrieb Wollen für Zeitschriften wie die New Left Review unter dem Pseudonym Lee Russell.

Wollen interviewte sich 1997 selbst als Lee Russell.

Wollen trat Ende der 1960er Jahre auf Wunsch ihres Direktors Paddy Whannel, der von seiner Arbeit beeindruckt war, in die Bildungsabteilung (education department) des British Film Institute ein. Wollen erklärte: „Eines der grundlegenden Ziele der Bildungsabteilung war es, jeden zu unterstützen, der Film an Schulen oder Universitäten unterrichten wollte. Und eine Möglichkeit, sie zu unterstützen, war die Veröffentlichung von Büchern, die sie im Unterricht verwenden konnten.“ Das BFI erstellte eine Reihe von Filmbüchern mit dem Titel „Cinema One“, und Signs and Meaning in the Cinema war das neunte Buch, das in dieser Reihe veröffentlicht wurde.

Der Erstveröffentlichung von Signs and Meaning in the Cinema im Jahr 1969 folgte nur drei Jahre später eine überarbeitete Ausgabe mit neuem Anhang. In der aufkeimenden Filmwissenschaftswelt der 1970er Jahre gewann es schnell an Bedeutung. 1976 behauptete Robin Wood: „Peter Wollens Signs and Meaning in the Cinema ist wahrscheinlich das einflussreichste englischsprachige Filmbuch des letzten Jahrzehnts.“ Eine fünfte, „silberne“ Ausgabe erschien 2013. In einer Sight & Sound-Umfrage im Jahr 2010 tauchte „Signs and Meaning“ wiederholt auf – was den Kritiker Nick Roddick zu dem Ausruf veranlasste: „Wenn es ein Buch gibt, das sie alle beherrscht, dann ist es Peter Wollens Signs and Meaning in the Cinema. Die überarbeitete und erweiterte Ausgabe von 1972 ist die prägnanteste, klarste und inspirierendste Einführung in das Nachdenken über Film, die je geschrieben wurde.“

Wollen war in erster Ehe mit der Medienwissenschaftlerin Laura Mulvey verheiratet.

Filmografie (Auswahl)

Regisseur

Drehbuchautor

  • 1974: Penthesilea
  • 1975: Beruf: Reporter (Professione: Reporter)
  • 1979: Riddles of the Sphinx
  • 1979: Amy!
  • 1982: Crystal Gazing
  • 1983: The Bad Sister
  • 1984: Frida Kahlo & Tina Modotti
  • 1987: Friendship’s Death

Schriften

Einzelnachweise

  1. ↑ "A Brief History of New Left Review 1960–2010," New Left Review, https://newleftreview.org/history
  2. ↑ http://www.bfi.org.uk/news-opinion/news-bfi/interviews/looking-signs-meaning-cinema Samuel Wigley: Looking for Signs and Meaning in the Cinema, abgerufen am 15. Februar 2022
  3. ↑ The Situationist International in New Left Review, Nr.= 174, March–April 1989, S. 67–95 https://newleftreview.org/I/174/peter-wollen-the-situationist-international