Peter von Gebhardt

Peter Adalbert Eduard Gustav von Gebhardt (* 31. Januar 1888 in Berlin; † 6. September 1947 in Berlin-Charlottenburg) war ein deutscher Genealoge und Archivar.

Leben

Peter von Gebhardt war der Sohn des Direktors der Universitätsbibliothek Leipzig Oscar von Gebhardt und dessen Ehefrau Jenny, geborene Schindler, Tochter des Kaufmanns Adalbert Schindler. Die Mutter lebte später als Witwe in Hamburg.

Seine Schulbildung erhielt er an der Thomasschule und ab 1903 am Königin-Carola-Gymnasium in Leipzig, das er 1908 mit dem Reifezeugnis verließ.

Nach einer Banklehre in Düsseldorf begann er 1910 das Studium der Rechtswissenschaft, Nationalökonomie und der Historischen Hilfswissenschaften an der Universität Leipzig. 1915 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Zentralstelle für deutsche Personen- und Familiengeschichte in Leipzig.

Während des Ersten Weltkriegs wurde er zum Kriegsdienst eingezogen. Anschließend war er von 1919 bis 1924 Leiter der Bibliothek des Juristischen Seminars an der Berliner Universität und gehörte dem Mitarbeiterstab der Monumenta Germaniae Historica an. Von 1919 bis 1927 war er verheiratet mit Hertha von Gebhardt, mit der er zwei gemeinsame Kinder hatte. Eine zweite Ehe verband ihm mit der gebürtigen Berlinerin Hermina Dahl, die 1936 starb; ohne Nachfahren.

In den folgenden Jahren widmete er sich als Privatgelehrter der genealogischen Forschung und bereiste dazu zahlreiche deutsche und europäische Archive.

Am 1. Juli 1932 wurde er von der Stadt Magdeburg als Stadtarchivar angestellt. Er erarbeitete eine grundlegende Übersicht über die Geschichte und Bestände dieses Archivs, die er 1935 unter dem Titel Das Magdeburger Stadtarchiv. Übersicht über seine Geschichte und seine Bestände publizierte. Nachdem er diese Anstellung im Mai 1933 aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste, war er freiberuflich tätig.

1940 trat er als wissenschaftlicher Mitarbeiter in den Dienst des Auswärtigen Amtes. Zudem war er damals schon Mitglied der Deutschen Adelsgenossenschaft.

Von 1945 bis zu seinem Tod 1947 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Geheimen Staatsarchiv in Berlin-Dahlem beschäftigt.

Peter von Gebhardt war Schriftleiter des Familiengeschichtlichen Such- und Anzeigeblattes (ab 1925) und der genealogischen Fachzeitschrift Der Herold. Zeitschrift für Geschlechter-, Wappen- und Siegelkunde (von 1939 bis 1943).

Ab 1926 war er Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Familien- und Wappenkundlichen Vereine. Er wurde auf dem Waldfriedhof Dahlem in Berlin beigesetzt.

Werke (Auswahl)

Genealogie

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Johann Hauptmann: Alphabetisches Verzeichnis ehemaliger Carolaner. In: Fünfundzwanzig Jahrfeier des Königin Carola Gymnasiums in Leipzig 1927. Leipzig 1927, S. 24.
Personendaten
NAME Gebhardt, Peter von
ALTERNATIVNAMEN Gebhardt, Peter Adalbert Eduard Gustav von (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG deutscher Genealoge und Archivar
GEBURTSDATUM 31. Januar 1888
GEBURTSORT Berlin
STERBEDATUM 6. September 1947
STERBEORT Berlin-Charlottenburg