Petrocosmea

Petrocosmea

Petrocosmea rosettifolia

Systematik
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Gesneriengewächse (Gesneriaceae)
Gattung: Petrocosmea
Wissenschaftlicher Name
Petrocosmea
Oliv.

Petrocosmea ist eine Pflanzengattung in der Familie der Gesneriengewächse (Gesneriaceae). Die etwa 30 Arten kommen im südlichen China, im nordöstlichen Indien, in Myanmar, in Thailand und im südlichen Vietnam vor.

Beschreibung

Erscheinungsbild und Blätter

Petrocosmea-Arten wachsen terrestrisch oder lithophytisch als immergrüne ausdauernde, krautige Pflanzen. Sie sind stammlos (acaulescent) und bilden Rhizome aus.

Die wenigen bis vielen in grundständigen Rosetten angeordneten Laubblätter sind gestielt. Die einfachen Blattspreiten sind eiförmig bis kreisförmig mit keil- bis herzförmiger Spreitenbasis und spitzem, stumpfem oder gerundetem oberen Ende; selten ist sie schildförmig (peltat). Die Blattspreite ist meist flaumig bis weich, selten seidig oder samtig behaart.

Blütenstände und Blüten

Auf seitenständigen, mehr oder weniger langen Blütenstandsschäften befinden sich die meist zymösen, selten fast doldigen Blütenstände, in denen meist ein bis vier, selten bis sieben Blüten über je einem Deckblatt locker zusammen stehen; es sind meist zwei gegen- oder wechselständige Tragblätter vorhanden.

Die zwittrigen, zygomorphen Blüten sind fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf meist gleichen oder selten ungleichen Kelchblätter sind meist frei, höchstens an ihrer Basis zu einem radiärsymmetrischen, selten zygomorphen, fünf- oder dreiteiligen Kelch verwachsen. Die Farben der, innen meist kahlen oder selten flaumig behaarten, Kronblätter reichen von weiß über purpurfarben bis blau. Die fünf Kronblätter sind zu einer kurzen, zygomorphen Kronröhre, die einen Durchmesser von 2 bis 5 mm aufweist, verwachsen. Die zwei Kronlippen sind länger als die Kronröhre. Die Oberlippe ist höchstens gleich lang oder viel kürzer als die Unterlippe. Die Oberlippe besitzt zwei Kronlappen. Die flache Unterlippe besitzt drei mehr oder weniger gleiche, gerundete Kronlappen. Es ist nur ein Paar fertiler Staubblätter vorhanden; sie überragen die Kronröhre nicht. Die kurzen Staubfäden sind nahe der Basis der Kronröhre insert. Es können ein bis drei mit der Kronröhre verwachsene Staminodien vorhanden sein. Diskus und Nektarien fehlen. Der konische bis breit eiförmige, unterständige, einkammerige Fruchtknoten enthält zwei parietale Plazenten. Der Griffel endet in einer kopfigen bis oft fast kugeligen Narbe.

Früchte und Samen

Die geraden, nicht gedrehten Kapselfrüchte sind schmal ellipsoid, länglich bis eiförmig und fast so lang wie der Kelch. Die Kapselfrüchte öffnen sich bei Reife loculicidal mit zwei Klappen zu ihrer Basis hin. Die sehr feinen Samen besitzen keine Anhängsel.

Chromosomenzahlen

Die Chromosomenzahlen betragen 2n = 32, 34.

Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet der etwa 30 Petrocosmea-Arten reicht vom nordöstlichen Indien über Myanmar und Thailand bis ins südlichen China sowie südliche Vietnam. Das Zentrum der Artenvielfalt ist mit etwa 24 Arten das südliche China, dabei kommen die Arten am häufigsten nur in der chinesischen Provinz Yunnan und am zweithäufigsten auch oder nur in Sichuan vor.

Sie gedeihen auf feuchten Felsen und schattigen, schroffen Abhängen in Wäldern und über der Waldgrenze in Höhenlagen zwischen 500 und 3100 Meter.

Systematik

Die Gattung Petrocosmea wurde 1887 durch Daniel Oliver in Hooker's Icones Plantarum, Band 18 (1), Tafel 1716 mit der Typusart Petrocosmea sinensis Oliv. aufgestellt. Das Typusexemplar wurde von A. Henry gesammelt. Der botanische Gattungsname Petrocosmea leitet sich aus den griechischen Wörtern: πετρος, petros für Fels oder Stein und κοσμος, κοσμεα, kosmos, kosmea für schön, Zierde, Dekoration, Verzierung ab, also direkt übersetzt „die Zierde der Felsen“, dies bezieht sich darauf, dass die Typusart und auch viele andere Arten an Felsen wachsen. Ein Synonym für Petrocosmea Oliv. ist Vaniotia H.Lév.

Die Gattung Petrocosmea gehört zur Tribus Didymocarpeae aus den Didymocarpoiden innerhalb der Familie Gesneriaceae.

Es gibt etwa 30 Petrocosmea-Arten (hier mit ihrem Vorkommen):

Quellen

Einzelnachweise

  1. 1 2 Erstbeschreibung eingescannt bei biodiversitylibrary.org.
  2. ↑ Petrocosmea bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  3. ↑ Guang-Qian Gou, Xiao-Yu Wang, Yuan-Xin Xiong: Bulletin of Botanical Research, 30 (4), S. 394, ISSN 1673-5102
  4. ↑ Yi-Gang Wei & Fang Wen: Petrocosmea xingyiensis (Gesneriaceae), a New Species from Guizhou, China, In: Novon, Volume 19, S. 261 doi:10.3417/2007090.
Commons: Petrocosmea – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien