Petroyuan ist ein Versuch der Volksrepublik China, den weltweiten Ölhandel in Renminbi (RMB) statt in US-Dollar abzuwickeln. Der Wortbestandteil Petro steht für Erdöl (englisch petroleum – Rohöl), yuan für die chinesische Währungseinheit. Der „Petroyuan“ steht in Konkurrenz zum „Petrodollar“.
Der „Petroyuan“ erlangte 2017 Aufmerksamkeit, als China und Russland vereinbarten, dass der bilaterale Ölhandel zwischen den beiden Ländern in Renminbi abgewickelt werden könnte. Das Thema ist jedoch nicht neu, sondern begleitet die internationalen Energiemärkte seit den 1970er Jahren, als der „Petrodollar“ zu einer dominierenden Größe im Erdölhandel wurde. Bereits im Jahr 2010 wickelte Venezuela, das zu dem Zeitpunkt von Hugo Chávez (siehe auch die Bolivarische Revolution) regiert wurde, seine Ölverkäufe über die chinesische Währung ab. Angola folgte im Jahr 2015.
Seitdem vertiefen Russland und die VR China ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit, um sich von dem von den USA dominierten Zahlungssystem zu lösen. Letztlich könnte dies unter anderem dazu genutzt werden, die Wirtschaftssanktionen der USA gegen China zu umgehen.
Im Jahr 2018 begann die Shanghaier Börse mit der Emission von Öl-Futures in Renminbi.
Als der russische Präsident Wladimir Putin 2018 auf einer Podiumsdiskussion gefragt wurde, warum Russland sich vom Dollar abwende, begann er seine Antwort mit den Worten (teils unter Gelächter und Beifall):
„Wir haben nicht das Ziel, uns vom Dollar abzuwenden, der Dollar wendet sich von uns ab. Und diejenigen, die die entsprechenden Entscheidungen treffen, schießen sich nicht nur selbst ins Bein, sondern ein wenig höher. Diese Instabilität des Dollars führt dazu, dass viele Volkswirtschaften der Welt nach alternativen Reservewährungen suchen und vom Dollar unabhängige Abrechnungssysteme schaffen wollen.“
Neben Russland und dem Iran verdichteten sich im Jahr 2023 die Informationen, dass die VR China den Handel mit Erdöl und Erdgas aus Saudi-Arabien in Renminbi abzuwickeln will.
Eine Karikatur des slowakischen Cartoonisten Ľubomír Kotrha behandelt das Thema bereits 2017 in Form einer Darstellung der sich unter arabischen Ölscheichs herumsprechenden Nachricht.