Stinkmorchelverwandte

Stinkmorchelverwandte

Gemeine Stinkmorchel (Phallus impudicus)

Systematik
Abteilung: Ständerpilze (Basidiomycota)
Unterabteilung: Agaricomycotina
Klasse: Agaricomycetes
Unterklasse: Phallomycetidae
Ordnung: Stinkmorchelartige (Phallales)
Familie: Stinkmorchelverwandte
Wissenschaftlicher Name
Phallaceae
Corda

Die Stinkmorchelverwandten (Phallaceae) sind eine Familie der Pilze innerhalb der Ordnung der Stinkmorchelartigen (Phallales).

Merkmale

Durchgeschnittenes Hexenei (Phallus impudicus)

Die Stinkmorchelverwandten sind gasteroid; haben also Sporen, die sich im Inneren der Fruchtkörper entwickeln. Die Fruchtkörper gehen aus gelatinösen, kugel- oder eiförmigen Strukturen, sog. „Hexeneiern“ hervor, die vollständig oder teilweise im Boden vergraben sind. Die Peridie, die äußere Hülle des Hexeneis, ist weiß-lila oder rötlich gefärbt und besteht aus 2–3 Schichten. Die äußere Schicht ist dünn, membranös und elastisch, während die innere Schicht dick, gelatinös und von fester Beschaffenheit ist. Bei Reife öffnet sich die Peridie am Scheitel und bleibt als Volva an der Basis des Receptaculums zurück.

Der fruchtbare Teil des Receptaculums befindet sich oft am Ende eines fleischigen oder schwammigen Stieles, welcher zylindrisch, stern- oder gitterförmig aufgebaut sein kann. Das Receptaculum ist oft leuchtend gefärbt und besteht manchmal aus einer gitter- oder netzförmigen Membran, welche die Sporen umschließt und schützt. Die Sporenmasse (Gleba) ist olivgrün, gelatinös, bei den meisten Arten übelriechend und zerfließt mit der Zeit. Die Gleba entwickelt sich entweder auf der Oberfläche eines Hutes oder dem oberen Teil des Receptaculums.

Die Basidien sind schmal-keulenförmig oder spindelförmig, kurzlebig und bestehen aus 4–8 Sterigmata. Die Sporen sind normalerweise elliptisch oder zylindrisch geformt, hyalin oder blassbraun, glatt, mehr oder weniger glattwandig und haben eine stumpfe Basis.

Gattungen

Es sind folgende Gattungen beschrieben:

Aseroe rubra
Clathrus ruber
Colus hirudinosus
Itajahya galericulata
Laternea pusilla
Lysurus periphragmoides
Pseudocolus schellenbergiae

Einzelnachweise

  1. ↑ Walter Jülich: Higher taxa of Basidiomycetes. In: Bibliotheca Mycologia. Band 85. J. Cramer, Vaduz 1982 (485 S.).
  2. ↑ Paul F. Cannon, Paul M. Kirk: Fungal families of the world. CABI Europe, Wallingford, Oxfordshire (UK) 2007, ISBN 978-0-85199-827-5, S. 270–271 (456 S.).
  3. 1 2 J.U. Lloyd, G. Lloyd: Phallus subtilis. In: Bulletin of the Lloyd Library of Botany, Pharmacy and Materia Medica. Cincinnati (USA) 1902, S. 18 (online verfügbar).
  4. ↑ Ellis and Ellis, p. 219.
  5. 1 2 3 David Norman Pegler, Luis Diego Gómez: An unusual member of the cage fungus family. In: Mycologist. Band 8, Nr. 2, Mai 1994, S. 54–59, doi:10.1016/S0269-915X(09)80124-9 (ots.ac.cr [PDF; 784 kB]).
  6. 1 2 3 4 5 Orson K. Miller Jr, Clark L. Ovrebo, William R. Burk: Neolysurus: a new genus in the Clathraceae. In: Mycological Research. Band 95, Nr. 10, 1991, S. 1230–1234, doi:10.1016/S0953-7562(09)80016-6.
  7. 1 2 W.H. Long, D.J. Stouffer: Studies in the Gasteromycetes: IX. The genus, Itajahya, in North America. In: Mycologia. Band 35, Nr. 6, 1943, S. 620–628.
  8. ↑ José Alberto Saenz: Ligiella, a new genus for the Clathraceae. In: Mycologia. Band 72, Nr. 2, 1980, S. 338–349 (online verfügbar).
  9. ↑ Wei Zhou, Keqin Zhang: A new species of genus Pseudoclathrus from Yunnan, China. In: Fungal Diversity. Band 16, 2004, S. 227–230 (fungaldiversity.org [PDF; 335 kB]).
  10. ↑ Michael Kuo: Staheliomyces cinctus. In: MushroomExpert.com. März 2009, abgerufen am 27. Juli 2012.
Commons: Phallaceae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien