Phasmophaga

Phasmophaga
Systematik
Ordnung: Zweiflügler (Diptera)
Unterordnung: Fliegen (Brachycera)
Familie: Raupenfliegen (Tachinidae)
Unterfamilie: Exoristinae
Tribus: Blondeliini
Gattung: Phasmophaga
Wissenschaftlicher Name
Phasmophaga
Townsend, 1909

Phasmophaga ist eine Zweiflüglergattung aus der Familie der Raupenfliegen (Tachinidae). Das Taxon wurde 1909 von dem US-amerikanischen Entomologen Charles Henry Tyler Townsend eingeführt. Typusart ist Phasmophaga antennalis Townsend, 1909. Der Gattungsname bedeutet „Gespenstschrecken (Phasmida) fressend“.

Taxonomie

Die Gattung Phasmophaga gehört zur Tribus Blondeliini innerhalb der Unterfamilie Exoristinae.

Synonyme von Phasmophaga sind:

Merkmale

Es handelt sich um 5,5–9 mm lange beborstete Fliegen. Townsend (1909) beschrieb die Gattung Phasmophaga wie folgt: Die Stirn ist lang und im Profil bei beiden Geschlechtern sehr stark hervortretend. Bei den Weibchen ist die Stirn etwa so breit wie beide Augen zusammen. Bei den Männchen ist sie aufgrund der dort stark entwickelten Fühler breiter. Stirn und Gesicht sind annähernd gleich breit. Auf jeder Seite befinden sich bei beiden Geschlechtern zwei bis drei nach vorn gerichtete Orbitalborsten, wobei die mittlere dieser drei Borsten meist verkümmert ist. Die Ocellarborsten sind kräftig und nach außen sowie vorn gerichtet. Die Facialia (Sklerite an den Seiten des Clypeus) sind bis zur Hälfte ihrer Länge bewimpert. Bei den Männchen sind sie zudem besonders leistenartig ausgeprägt. Bei den Weibchen reichen die Stirnborsten bis zum Ansatz der Arista (Fühlerborste), während die Arista bei den Männchen höher ansetzt. Auf der Gesichtsplatte ist keinerlei mittlere Längsleiste (Carina) vorhanden.

Fühler und Arista sind einheitlich orange-gelb gefärbt. Die Arista ist über ihre gesamte Länge verdickt. Bei den Männchen erreicht sie etwas mehr als die Hälfte bis fast zwei Drittel der Länge des dritten Fühlerglieds, bei den Weibchen ist sie spitzer und entspricht in ihrer Länge etwa dem dritten Fühlerglied. Die basalen Fühlerglieder sind kräftig und etwa so lang wie breit. Die Augen sind unbehaart. Bei den Männchen ist die Gesichtsplatte sehr tief eingesenkt, um dem stark entwickelten dritten Fühlerglied Platz zu bieten, das fast von der Ebene der Stirn bis zu den Vibrissen (Mundrandborsten) reicht. Bei den Weibchen ist das dritte Fühlerglied deutlich schlanker und erstreckt sich weniger als drei Viertel der Strecke bis zu den Vibrissen. Das zweite Fühlerglied ist bei beiden Geschlechtern sehr kurz. Die Vibrissenwinkel liegen auf der Höhe des Mundrandes. Die Vibrissen sind kräftig und kreuzen sich. Bei den Männchen sind die Facialia im Profil besonders stark gewölbt, sodass die Vibrissen an der Unterseite des Kopfes ansetzen. Die Parafacialia (Gesichtsregionen um die Augenhöhlen) sind bei den Männchen schmaler als bei den Weibchen. Die Taster (Palpi) sind gut entwickelt und keulenförmig. Der Rüssel (Proboscis) ist kurz und fleischig. Es sind zwei sternopleurale Borsten sowie drei Borsten hinter der Quernaht (postsuturale Borsten) vorhanden. Die apikalen Scutellarborsten sind zart, aber lang und kreuzen sich. Auf dem Hinterleib sind bei beiden Geschlechtern Diskalborsten vorhanden. Die Hintertibien weisen unregelmäßig angeordnete Borsten auf. Die Apikalzelle ist kurz oder mäßig lang gestielt und endet deutlich vor der Flügelspitze. Die vierte Längsader ist in einem weiten Winkel gebogen. Die hintere Querader ist unregelmäßig gebogen oder gerade, in der Mitte zwischen der Biegung und der kleinen Querader gelegen.

Verbreitung

Die Gattung Phasmophaga kommt in der Neuen Welt vor. Das Verbreitungsgebiet reicht von Kanada bis nach Chile.

Lebensweise

Die Vertreter der Gattung Phasmophaga sind Endoparasitoide von Gespenstschrecken (Phasmatodea). Als eine Wirtsart von P. americana, P. antennalis und P. meridionalis wurde Anisomorpha buprestoides bestimmt. P. phasmophagae parasitiert Agathemera crassa.

Die Weibchen legen ihre winzigen Eier auf den Blättern der Futterpflanzen der Gespenstschrecken ab. Diese nehmen die Parasiteneier mit ihrer Nahrung auf. Die geschlüpfte Parasitenlarve entwickelt sich im Innern des Wirts.

Innere Systematik

Die Gattung Phasmophaga umfasst folgende Arten:

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 James E. O’Hara, Shannon J. Henderson, D. Monty Wood: Preliminary Checklist of the Tachinidae (Diptera) of the World – Version 2.1. (PDF; 10,4 MB) 2020, abgerufen am 2. November 2026 (englisch).
  2. 1 2 3 4 5 6 C. H. T. Townsend: Descriptions of some new Tachinidae. In: Annals of the Entomological Society of America 2. 1909, S. 243–250, abgerufen am 2. November 2026 (englisch, auf Seiten 243f.).
  3. 1 2 3 R. Cortés: Taquinidos chilenos (Dipt., Tachinidae) parasitos de phasmidos (Phasmoidea). (PDF; 520 KB) In: Boletín de la Sociedad de Biología de Concepción 40. 1968, S. 101–111, abgerufen am 2. November 2026 (spanisch, Phasmovora; auf Seiten 102f. und 105f.).
  4. ↑ Genus Phasmophaga Townsend, 1909. In: Taxonomic and Host Catalogue of the Tachinidae of America North of Mexico. Tachinidae Resources (www.uoguelph.ca), abgerufen am 2. November 2026 (englisch).
  5. ↑ D. W. Coquillett: Revision of the Tachinidae of America north of Mexico. A family of parasitic two-winged insects. In: Technical Series (United States. Division of Entomology) U.S. Dept. Agriculture. 7. 1897, S. 1–156, abgerufen am 2. November 2026 (englisch, Racodineura americana; auf Seiten 66f.).
  6. ↑ C. T. Greene: Tachinid flies with an evanescent fourth vein, including a new genus and five new species. In: Proceedings of the Entomological Society of Washington 36. 1934, S. 27–40, abgerufen am 2. November 2026 (englisch, auf Seite 30).