Phil Bosmans

Phil Bosmans SMM (* 1. Juli 1922 in Gruitrode, Provinz Limburg; † 17. Januar 2012 in Mortsel, Provinz Antwerpen) war ein belgischer katholischer Ordensgeistlicher, Verfasser geistlicher Schriften und Telefonseelsorger.

Leben

Der gebürtige Flame Bosmans verbrachte den Großteil seiner Jugend in Genk, in der belgischen Provinz Limburg. Im Jahr 1941 trat er in Rotselaar der Ordensgemeinschaft der Montfortaner bei. Dort blieb er bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges und zog 1945 nach Oirschot in den Niederlanden. Er empfing dort im März 1948 die Priesterweihe.

Seit 1957 lebte Bosmans in dem kleinen Kloster der Montfortaner in der Nähe von Antwerpen. 1959 gründete er den „Bond zonder naam“ (Bund ohne Namen). Über die Landesgrenzen hinaus regte er in dieser Gemeinschaft viele soziale Initiativen an. Er gründete die Arbeitsstätte „Werkhuis M.I.N. – Menschen in Not“, die erste Sozialwerkstätte in Belgien für ehemalige Gefangene und Männer ohne Arbeitslosenunterstützung. 1969 wurde der „Reparaturdienst M.I.N.“ eingerichtet, ein Gratisdienst für alte, kranke und behinderte Menschen. 1973 eröffnete das „Hotel MIN“, eine Unterkunftsstätte für ehemalige Strafgefangene. 1990 wurde in Antwerpen „De Stobbe“ (Der Wurzelstock) eingeweiht, das ehemalige Klostergebäude wurde zu einem Auffangzentrum für Frauen mit mehreren Kindern umgebaut. Durch seine Arbeit erlangte Bosmans auch den Beinamen „der moderne Franziskus“. Im Jahr 1991 legte er den Vorsitz des Bund ohne Namen nieder. Sein Nachfolger war Frans Van Oudenhove. 1988 wurde der deutsche Bund ohne Namen gegründet, der seinen Sitz in Freiburg im Breisgau hat. Geschäftsführer ist Ulrich Schütz, der alle auf Deutsch erschienenen Werke und Textsammlungen Phil Bosmans’ übersetzt hat. Ein von Bosmans inspirierter „Bund ohne Namen“ wirkt unter anderem auch in den Niederlanden und in Kroatien.

Im Jahr 1972 erschien sein Buch „Menslief, ik hou van je“ (etwa Lieber Mensch, ich liebe dich). Es wurde mit 800.000 Exemplaren sein meistverkauftes Buch in Flandern. In Deutschland wurde es veröffentlicht unter dem Titel „Vergiß die Freude nicht“ und seit dem Erscheinen im Jahr 1976 bisher zwei Millionen Mal gekauft. Bosmans veröffentlichte Werke auch auf Esperanto. In Deutschland wurde Phil Bosmans bekannt durch zahlreiche Buchveröffentlichungen sowie Sammlungen von Sinnsprüchen auf Kalendern, Plakaten und Aufklebern.

Im Dezember 1993 hatte Bosmans einen Autounfall, vermutlich ausgelöst durch einen leichten Schlaganfall. Im Februar 1994 folgte ein schwerer Schlaganfall, der einen mehrmonatigen Krankenhausaufenthalt nach sich zog. Seitdem waren seine rechten Gliedmaßen gelähmt.

2009 wurde er zum Offizier des belgischen Kronenordens ernannt. Zudem wurde er für seine Verdienste mit dem Visser Neerlandiaprijs (1968 und 1991) und dem Preis der Flämischen Gemeinschaft (1991) ausgezeichnet.

Werke

Zahlreiche Bücher von Phil Bosmans sind in Deutschland erschienen, die bis heute verlegt werden. Die Titel seiner Veröffentlichungen lauten in den niederländischen Originalfassungen:

Unter den Büchern Bosmans in deutschen Übersetzungen liegen folgende Titel in neueren Ausgaben vor:

Einzelnachweise

  1. ↑ https://trauer.hna.de/traueranzeige/phil-bosmans
  2. ↑ (Niederländisch) Website des belgischen „Bond zonder naam“
  3. ↑ Vgl. den Lebenslauf in: Vergiss nicht zu leben. Gespräche zum Menschsein mit Katarzyna Szymańska-Borginon. Herder, Freiburg (Breisgau) 2007.
  4. ↑ Website des deutschen Bund ohne Namen
  5. ↑ (Niederländisch) Website des niederländischen „Bond zonder naam“ und Website des kroatischen „Savez bez imena“.
  6. ↑ (Esperanto) Historio de Movado sen nomo
  7. ↑ (Niederländisch) Biografie auf der Homepage des belgischen Bond zonder naam
  8. ↑ Artikel nl:Phil Bosmans in der niederländischen Wikipedia
  9. ↑ Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Personendaten
NAME Bosmans, Phil
ALTERNATIVNAMEN Bosmans, Phil SMM
KURZBESCHREIBUNG belgischer Ordensgeistlicher und Verfasser geistlicher Schriften
GEBURTSDATUM 1. Juli 1922
GEBURTSORT Gruitrode, Provinz Limburg, Belgien
STERBEDATUM 17. Januar 2012
STERBEORT Mortsel