Philipp David (* 1973 in Husum an der Nordsee) ist ein deutscher evangelisch-lutherischer Theologe. Seit 2018 ist er Universitätsprofessor für Systematische Theologie mit dem Schwerpunkt Ethik an der Justus-Liebig-Universität Gießen und am Fachbereich Evangelische Theologie der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main.
Nach dem Abitur im Juni 1992 an der Theodor-Storm-Schule in Husum absolvierte David seinen Zivildienst bei der Husumer Diakonie-Sozialstation. Von 1993 bis 1994 war er Foreign Language Assistant am Department of Germanic Languages am Calvin College (jetzt: Calvin University) in Grand Rapids (Michigan, USA) und studierte dort American Literature, Politics, Religion, and Culture.
Im Wintersemester 1994/95 nahm er das Studium der Evangelischen Theologie an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg auf und setzte es fort an der Humboldt-Universität zu Berlin und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, wo er das Studium mit dem Ersten Theologischen Examen der Nordelbischen Evangelisch-Lutherische Kirche (zugleich Diplom der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel) im Sommer 2000 abschloss. Ebendort wurde er 2005 mit einer Dissertation über die cusanische Idee eines perspektivischen Pluralismus als Grundlage für einen Frieden zwischen den Religionen und Völkern promoviert und erhielt für seine 2006 veröffentlichte Studie Lichtblick des Friedens. Grundlinien einer sapientialen Theologie der Religionen im Anschluss an Nikolaus von Kues den Promotionspreis der Christiana Albertina.
Die Habilitationsschrift Der Tod Gottes als Lebensgefühl der Moderne. Geschichte, Deutung und Kritik eines Krisenphänomens, eine systematische Ideengeschichte des variantenreichen Motivs des Todes Gottes in Mythologie, Religionsgeschichte, Literatur, Philosophie und Theologie, entstand auf einer wissenschaftlichen Assistentenstelle an der Kieler Theologischen Fakultät, zwischenzeitlich auch auf einer des Fachbereichs für Evangelische Theologie an der Universität Hamburg. Im Juli 2015 wurde ihm aufgrund dieser Studie und des Öffentlichen Habilitationsvortrages „Aufbruch ins Ungewisse. Migration und Integration als Themen theologischer Ethik“ die Venia Legendi für das Fach Systematische Theologie erteilt und die Ernennung zum Privatdozenten an Christian-Albrechts-Universität zu Kiel ausgesprochen.
Im Herbstsemester 2015 hatte er einen Lehrauftrag zur Vertretung der Assistenz-Professur für Systematische Theologie und Religionsphilosophie an der Theologischen Fakultät der Universität Zürich (Institut für Hermeneutik und Religionsphilosophie) inne. Von 2016 bis 2017 war er Professurvertreter der Professur für Systematische Theologie, Kirchengeschichte und Religionssoziologie an der Universität Bielefeld, Fakultät für Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie.
Seit 2018 lehrt David als Professor für Systematische Theologie/Ethik an der Justus-Liebig-Universität Gießen (Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften, Institut für Evangelische Theologie); er ist Zweitmitglied am Fachbereich Evangelische Theologie der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main.
An der JLU ist er seit 2019 Co-Sprecher des Akzentbereichs „Theologie(n), Diversität, Gesellschaft“ und Initiator von dessen „Evening Lecture on Religion & Culture“, Mitglied im Forschungsnetzwerk „Migration und Menschenrechte“ und in der Forschungsgruppe „Religion in the Study of Culture“ am Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC).
Seit 2022 arbeitet er mit in der interdisziplinären medizinethischen Projektgruppe Interprofessionelle Erörterung von Grenzfällen und schwierigen Entscheidungen in der Medizin. Medizin–Recht–Theologie an der JLU in Kooperation mit dem Klinischen Ethikbeauftragten des UKGM und dem Zentrum für Ethik in der Medizin am Agaplesion Markus-Krankenhaus in Frankfurt am Main.
Im November 2022 wurde er in die interdisziplinäre Arbeitsgemeinschaft zur Erforschung des Deutschen Evangelischen Kirchentages vom Präsidium des DEKT berufen und veranstalte im September 2024 gemeinsam mit dem Greifswalder Kirchenhistoriker Prof. Dr. Thomas K. Kuhn die Jubiläumstagung anlässlich von 75 Jahren Deutscher Evangelischer Kirchentag „Auf der Suche nach Frieden: Debatten auf den Kirchentagen in Ost und West seit 1945“ am Krupp-Kolleg in Greifswald.
Seit 2023 ist David Geschäftsführender Herausgeber des Internationalen Open-Access-Journals Streit-Kultur.
Im Sommer 2023 wurde David in den Akademischen Senat der JLU gewählt und zum Senator ernannt.
Auf der Plenarversammlung der KIET in Regensburg im Oktober 2023 wurde David zum Ersten Vorsitzender der Konferenz der Institute für Evangelische Theologie gewählt.
Im Kant-Jahr veranstalte David an der Justus-Liebig-Universität Gießen im Juli 2024 das Symposium „Kant und der Geist der Aufklärung im Protestantismus“.
Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Gegenwartsbedeutung des spannungsreichen Erbes der lutherischen und liberalen Tradition des Protestantismus in der Kultur der Moderne des religiös-weltanschaulichen Pluralismus: Gottesfrage, Aufklärungstheologie, neuere Theologiegeschichte, (Existenz-)Philosophie und Theologie, Kulturhermeneutik, Protestantism as a Minority Religion, Schöpfungslehre, Anthropologie und Grundlagen der theologischen Ethik und aktuelle materialethische Problemfelder (Medizin, Wirtschaft, Politik, Frieden, Umwelt, Nachhaltigkeit).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | David, Philipp |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher evangelischer Theologe |
| GEBURTSDATUM | 1973 |
| GEBURTSORT | Husum |