Philipp Lenhard

Philipp Lenhard (* 1980 in Bielefeld) ist ein deutscher Historiker.

Leben

Lenhard wuchs in Detmold auf, machte dort 2001 sein Abitur und studierte danach Judaistik, Philosophie und Anglo-Amerikanische Geschichte an der Universität zu Köln, wo er 2010 seinen Magisterabschluss machte. Von 2011 bis 2014 war er Stipendiat beim Internationalen Graduiertenkolleg „Religiöse Kulturen im Europa des 19. und 20. Jahrhunderts“. In diesem Zusammenhang entstand auch seine Promotion, die er 2014 abschloss. Von 2014 bis 2022 war er als Akademischer Rat auf Zeit am Lehrstuhl für Jüdische Geschichte und Kultur an der Universität München tätig. Im Wintersemester 2016/2017 hatte er eine Vertretungsprofessur am Martin-Buber-Institut für Judaistik der Kölner Universität inne. In seinem Habilitationsprojekt beschäftigte er sich mit dem Thema Wahlverwandtschaften – Eine jüdische Kulturgeschichte der Freundschaft im 20. Jahrhundert. Im Februar 2022 erhielt er die Lehrberechtigung für die Fächer Neuere und Neueste Geschichte sowie Jüdische Geschichte und Kultur. Mitte 2022 erhielt er eine DAAD-Professur an der University of California, Berkeley für den Bereich Late Modern Europe. Von 2024 bis 2026 vertrat er den Lehrstuhl für Jüdische Geschichte und Kultur an der Universität München. Seit März 2026 ist er Assistenzprofessor für Jüdische Geschichte Österreichs an der Universität Wien und wissenschaftlicher Leiter des Institut für jüdische Geschichte Österreichs in St. Pölten.

Lenhard wurde für seine Dissertation mit dem Titel Von Blut und Geist. Die Entstehung moderner jüdischer Ethnizität in Frankreich und Deutschland, 1782–1848 der Max-Weber-Preis für das Jahr 2020 zugesprochen. 2025 erhielt er für Café Marx. Das Institut für Sozialforschung von den Anfängen bis zur Frankfurter Schule den Rosl und Paul Arnsberg-Preis.

2019 veröffentlichte Lenhard mit Friedrich Pollock – Die graue Eminenz der Frankfurter Schule die erste, viel beachtete Biographie über Friedrich Pollock. Außerdem ist er Herausgeber der Gesammelten Schriften Pollocks im Ça ira-Verlag, die seit 2018 erscheinen. Im März 2024 erschien seine Darstellung zum Institut für Sozialforschung. Seit 2025 veranstaltet er gemeinsam mit Dana von Suffrin halbjährlich den Jüdischen Buchklub im Literaturhaus München.

Schriften (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ Philipp Lenhard. In: suhrkamp.de. Abgerufen am 26. August 2021.
  2. ↑ Sofern nicht anders angegeben, beruhen die Angaben auf dem Lebenslauf von Philipp Lenhard.
  3. ↑ Wahlverwandtschaften - Eine jüdische Kulturgeschichte der Freundschaft im 20. Jahrhundert.
  4. ↑ Philipp Lenhard. In: history.berkeley.edu. Abgerufen am 14. April 2026 (englisch).
  5. ↑ Prof. Dr. Philipp Lenhard übernimmt die Vertretung für Prof. Dr. Michael Brenner - Jüdische Geschichte und Kultur - LMU München. Abgerufen am 14. April 2026.
  6. ↑ Philipp Lenhard. In: injoest.ac.at. Abgerufen am 14. April 2026.
  7. ↑ Max-Weber-Preis für Philipp Lenhard.
  8. ↑ Der Jüdische Buchklub. Abgerufen am 25. Oktober 2026.
Personendaten
NAME Lenhard, Philipp
KURZBESCHREIBUNG deutscher Historiker
GEBURTSDATUM 1980
GEBURTSORT Bielefeld