Physaloptera

Physaloptera

Vorderende von Physaloptera ngoci

Systematik
Ordnung: Rollschwänze (Spirurida)
Unterordnung: Spirurina
Überfamilie: Camallanoidea
Familie: Physalopteridae
Unterfamilie: Physalopterinae
Gattung: Physaloptera
Wissenschaftlicher Name
Physaloptera
Rudolphi, 1819

Physaloptera ist eine Gattung der Fadenwürmer, die vorzugsweise im Magen parasitieren und daher zu den Magenwürmern gerechnet werden. Es handelt sich um dickfleischige, 13–45 mm (Männchen) bzw. 15–60 mm (Weibchen) lange Würmer, die an Spulwürmer erinnern. Sie haben eine spaltförmige Mundöffnung, die von zwei kräftigen Lippen umgeben ist. Von der Basis der Lippen erhebt sich eine nach vorn gerichtete Hautfalte.

Lebenszyklus

Die Entwicklung verläuft heteroxen, also unter obligater Einschaltung eines Zwischenwirts. Die 43–60 × 29–42 µm großen, dickschaligen Eier werden mit dem Kot des Endwirts ausgeschieden und sind zu diesem Zeitpunkt bereits embryoniert. Die sich aus ihnen entwickelnden infektiösen Larven werden vom Zwischenwirt (kotfressende Käfern, Heuschrecken und andere Insekten) aufgenommen. Diese gelangen durch entweder direkte oder indirekte Aufnahme über Transportwirte (diverse wechselwarme Tiere) in den Endwirt. Die Präpatenz beträgt 8 bis 10 Wochen.

Innere Systematik

Zur Gattung werden über 100 Arten gerechnet, welche bei Säugetieren, Vögeln, Reptilien und Amphibien vorkommen. Einige kommen sehr selten auch beim Menschen vor. Zu den Physaloptera gehören unter anderen:

ArtEndwirt
Physaloptera alataVögel
Physaloptera dilatataNeuweltaffen
Physaloptera disparIgel
Physaloptera hispidaBaumwollratten
Physaloptera liophisVögel
Physaloptera losseniVögel
Physaloptera maxillarisSkunks
Physaloptera murisbrasiliensisNagetiere
Physaloptera ngociNagetiere
Physaloptera poicilometraMangaben, Meerkatzen
Physaloptera preputialisKatzen, selten Hunde
Physaloptera retusaReptilien
Physaloptera raraHunde, seltener Katzen
Physaloptera tumefasciensMakaken

Einzelnachweise

  1. 1 2 Domenico Otranto, Richard Wall: Veterinary Parasitology. 5. Auflage. Wiley 2024, ISBN 978-1-394-17634-2, S. 75.
  2. 1 2 David G. Baker: Flynn's Parasites of Laboratory Animals. 2. Auflage. John Wiley & Sons, 2008, ISBN 978-0-470-34417-0, S. 595.
  3. ↑ H. Borchardt et al.: Verdauungsschlauch: Dritter Teil. In: Handbuch der speziellen pathologischen Anatomie und Histologie. Springer-Verlag, 2013, S. 688.
  4. ↑ Aman Dev Moudgil et al.: First record of molecular and pathological investigations of physalopterid larvae infection in northern palm squirrel Funambulus pennantii. In: Parasitology research. 2023, Band 122, Nummer 7, S. 1671–1675 doi:10.1007/s00436-023-07873-9.
  5. ↑ Yezid Gutierrez: Diagnostic Pathology of Parasitic Infections with Clinical Correlations. Oxford University Press, 2000, ISBN 978-0-19-512143-8, S. 418.