
Pierre Cathala (geboren am 22. September 1888 in Montfort-sur-Meu; gestorben am 27. Juli 1947 in Paris) war ein französischer Politiker der Dritten Republik.
Pierre Cathala war der Sohn von Louise Pabot du Chatelard und des hohen Verwaltungsbeamten Alfred Cathala. Er studierte Jura und ließ sich als Anwalt nieder. 1914 heiratete er Henriette Lagrange.
Im Ersten Weltkrieg wurde er verwundet und geriet in Gefangenschaft. Für seinen Einsatz wurde er mit dem Croix de guerre ausgezeichnet. Er trat nach seiner Rückkehr der Parti républicain, radical et radical-socialiste (PRRRS) bei, einer Partei der Mitte, in deren Vorstand er aufstieg. 1927 verließ er die Partei, ohne sich politisch von ihr zu entfernen.
1928 wurde er im Département Seine-et-Oise in die Abgeordnetenkammer gewählt. Dort war er bis 1936 vertreten und gehörte der Gauche sociale et radicale und ab 1932 der Gauche radicale an, beides Fraktionen, die der PRRRS nahestanden. 1936 wurde er geschlagen und gründete darauf die Parti radical indépendant, die den Radicaux indépendants zugerechnet wird, einer konservativen Strömung.
Ab 1930 war er in verschiedenen Regierungen vertreten. Im Kabinett Tardieu II fungierte er als Sous-secrétaire d’État für Arbeit und Sozialversicherung unter Minister Pierre Laval und in den Nachfolgekabinetten im Innenmisterium. In Lavals drittem Kabinett war er 1932 Innenminister und im Nachfolgekabinett von André Tardieu Sous-sécretaire im Außenministerium. 1935 war er im Kabinett Bouisson als Sous-secrétaire im direkten Bereich des Regierungschefs tätig. 1936 wurde er noch einmal berufen; er wurde Landwirtschaftsminister im 4. Kabinett Pierre Lavals.
1939 wurde Cathala in den Militärdienst einberufen. Nach dem Waffenstillstand arbeitete er zunächst als Generalsekretär bei der Postes, télégraphes et téléphones (Postverwaltung), danach wieder als Anwalt. 1942 trat er als Finanzminister unter Pierre Laval in eine Regierung des Vichy-Regimes ein. Ab 1944 übernahm er dort auch das Amt des Landwirtschaftsministers. Am 17. August warnte ihn Laval, dass den Regierungsmitgliedern die Festnahme durch die deutschen Behörden drohe, darauf floh er und versteckte sich in Paris. 1945 wurde er wegen seiner Kollaboration angeklagt, sein Vermögen wurde beschlagnahmt, er starb aber vor dem Urteilsspruch.
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
|---|---|---|
Pierre Laval | Innenminister 14.1. 1932 – 6.2. 1932 | Albert Mahieu |
Paul Jacquier Max Bonnafous | Landwirtschaftsminister 7.6. 1935 – 22.1. 1936 6.1. 1944 – 19.8. 1944 | Paul Thellier Commission gouvernementale de Sigmaringen ohne Kabinett de Gaulle I François Tanguy-Prigent |
Yves Bouthillier | Finanzminister 18.4. 1942 – 19.8. 1944 | Commission gouvernementale de Sigmaringen ohne Kabinett de Gaulle I Aimé Lepercq |
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Cathala, Pierre |
| KURZBESCHREIBUNG | französischer Politiker |
| GEBURTSDATUM | 22. September 1888 |
| GEBURTSORT | Montfort-sur-Meu |
| STERBEDATUM | 27. Juli 1947 |
| STERBEORT | Paris |