
Pierre Gringore (* 1475 in Thury-Harcourt, Département Calvados; † 1539 in Lothringen) war ein französischer Schriftsteller, Dramaturg und Schauspieler.
Gringore gehörte zur Theatertruppe der Enfants sans souci, die auf das Genre der Sottie (Narrenspiel) spezialisiert war mit den Hauptfiguren Prince des Sots (Oberidiot), Mère Sotte (Idiotin) und Sotte commune (Idiotenvolk). Gringore brachte das Genre als Autor, Regisseur und Schauspieler auf den Höhepunkt, bevor es dann von der italienischen Commedia dell’arte abgelöst wurde.
Das bekannteste von Gringores Narrenspielen (Le jeu du prince des sotz et de mère sotte, 1512) wurde im Auftrag des Königs Ludwig XII. verfasst, als politische Waffe gegen den Papst Julius II., der (von Gringore selbst dargestellt) in der Verkleidung von Mère Sotte auftritt und am Ende entlarvt wird. Nach dem Tod von König Ludwig ging Gringore nach Nancy an den Hof von Anton II. von Lothringen. Auf dessen Wunsch verfasste er 1524 u. d. Titel Le Blason des hérétiques eine Kampfschrift gegen Luther.
Unter dem Namen Pierre Gringoire erscheint Gringore in Victor Hugos Roman Der Glöckner von Notre-Dame und in dem Theaterstück Gringoire von Théodore de Banville.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Gringore, Pierre |
| ALTERNATIVNAMEN | Gringoire, Pierre |
| KURZBESCHREIBUNG | französischer Schriftsteller, Dramaturg und Schauspieler |
| GEBURTSDATUM | 1475 |
| GEBURTSORT | Thury-Harcourt, Département Calvados |
| STERBEDATUM | 1539 |
| STERBEORT | Lothringen |