Pierre-Joseph Macquer

Pierre Joseph Macquer

Pierre-Joseph Macquer (* 9. Oktober 1718 in Paris; † 15. Februar 1784 ebenda) war ein französischer Arzt und Chemiker.

Leben und Wirken

Macquer war der älteste Sohn des Joseph Macquer und dessen Frau Marie-Anne Caillet. Sein Vater hatte schottische Ursprünge.

Nach seinem Abschluss an der Faculté de médecine de Paris, der medizinischen Fakultät der Universität von Paris, im Jahr 1742 (Promotion) praktizierte er für einige Jahre als Arzt für die Armen der Pfarreien Saint-Nicolas und Saint-Sauveur, ganz in der Nähe seiner Wohnung in der rue Saint-Sauveur. Er studierte daneben Chemie unter Guillaume-François Rouelle am Jardin du Roi und begann bald selbstständig chemische Untersuchungen durchzuführen. Macquer gab privat Chemiekurse, ab 1757 auch gemeinsam mit Antoine Baumé, mit dem er eine pharmazeutisch-chemische Schule gründete. 1752 war er ein Jahr Professor für Pharmazie an der Universität von Paris. Ab 1771 war er Professor für Chemie am Jardin du Roi.

Macquer war Autor mehrerer bekannter und populärer Lehrbücher. 1749 schrieb er Eléments de chimie-théorique, 1751 folgte der praktische Teil Elemens de chymie-pratique. Bekannt wurde Macquer vor allem als Autor des zuerst 1766 erschienenen Dictionnaire de chymie („Chymisches Wörterbuch“), dem ersten chemisch-enzyklopädischen Wörterbuch überhaupt, das weite Verbreitung fand und in mehrere Sprachen übersetzt wurde.

Sein Interesse galt vor allem der Anwendung chemischer Erkenntnisse in der Medizin. Zudem leistete er wichtige Forschungsbeiträge zur Porzellanherstellung, für die Färberei und die Salpeterindustrie. Ab 1751 beriet er die Porzellanmanufaktur in Sèvres und war ab 1766 deren Direktor (1765 wurde dort erstmals Kaolin eingesetzt und ab 1769 echtes Porzellan hergestellt). Er gilt als Entdecker der Arsensäure (Kaliumarsenat 1746) und stellte 1752 erstmals eine Lösung von gelbem Blutlaugensalz aus Berliner Blau und Kalilauge her. Sein Einsatz von Berliner Blau in der Färberei-Industrie verschaffte ihm die Berufung zum Generalinspektor der Färbereien (1766). Er war ein Anhänger der Phlogistontheorie und somit wissenschaftlich ein erklärter Gegner von Antoine Laurent de Lavoisier, mit dem er aber befreundet war.

1772 wies er mit Lavoisier nach, dass Diamanten brennbar sind. Er zeigte 1747, dass Gips aus Kalkerde und Schwefelsäure erzeugt werden kann und er fand, dass Chloride und Nitrate im Allgemeinen besser in Wasser löslich sind als Sulfate. Säuren teilte er in tierische, pflanzliche und mineralische ein. Er verbesserte die Theorie der Textilfärbung von Jean Hellot.

Der Historiker Philippe Macquer (1715–1770) war sein Bruder. Aus einer Ehe von 1748 gingen zwei Töchter hervor.

Ehrungen

1745 wurde er in die Académie des Sciences aufgenommen.

Schriften (Auswahl)

Literatur

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Wikisource: Pierre-Joseph Macquer – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. ↑ Meyers Großes Konversations-Lexikon. Geschichte der Chemie
  2. ↑ Claude Viel, Le salon et le laboratoire de Lavoisier à l'Arsenal, cénacle où s'élabora la nouvelle chimie, Revue d'Histoire de la Pharmacie, Band 306, 1995, S. 257, Online bei Persee
  3. ↑ Verzeichnis der Mitglieder seit 1666: Buchstabe M. Académie des sciences, abgerufen am 17. Januar 2020 (französisch).
Personendaten
NAME Macquer, Pierre-Joseph
ALTERNATIVNAMEN Macquer, Pierre Joseph
KURZBESCHREIBUNG französischer Chemiker
GEBURTSDATUM 9. Oktober 1718
GEBURTSORT Paris
STERBEDATUM 15. Februar 1784
STERBEORT Paris