Pierre Labry (* 1658 in Südfrankreich; † 14. Mai 1738 in Magdeburg, Königreich Preußen) war ein französischer Wirkstuhlbauer in Magdeburg und ein Urururgroßvater von Theodor Fontane.
Er stammte aus Langlade im Languedoc. Der Vater Jean Labry war Maurer, die Mutter hieß Suzanne Portalés. Pierre Labry wurde Schlosser. 1686/87 emigrierte er als hugenottischer Glaubensflüchtling aus Le Vigan nach Magdeburg. 1688 erhielt er dort das Bürgerrecht.
Pierre Labry baute in Magdeburg eiserne Strumpfwirkstühle, als erster in Brandenburg-Preußen, wahrscheinlich überhaupt im deutschsprachigen Raum. Er verkaufte sie, öfter auf Darlehen, dabei auch bei Einsetzen der gesamten Habe der Käufer oder mit Hypotheken auf deren Häuser. Möglicherweise verlieh er auch Geld. 1709 wurden in Magdeburg auf von ihm hergestellten Wirkstühlen etwa 18.000 Paar Strümpfe gewirkt, mehr als in jeder anderen preußischen Stadt in dieser Zeit.
Pierre Labry war seit 1690 mit Jeanne Serres (Dufer; * 1668 in Montauban; † 22. März 1718 in Magdeburg) verheiratet. Sie hatten neun Kinder. Sie waren die Stammeltern der in Preußen lebenden Familie Labry.
Noch zu seinen Lebzeiten gab es zwischen den Söhnen und Töchtern einen erbitterten Streit um sein Testament, der erst durch den preußischen König beigelegt wurde. Trotzdem wurden die juristischen Auseinandersetzungen um sein Erbe noch jahrelang weitergeführt.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Labry, Pierre |
| ALTERNATIVNAMEN | Labri, Pierre |
| KURZBESCHREIBUNG | französischer Wirkstuhlbauer |
| GEBURTSDATUM | 1658 |
| GEBURTSORT | Südfrankreich |
| STERBEDATUM | 14. Mai 1738 |
| STERBEORT | Magdeburg, Königreich Preußen |