Der „Pinsl“, mit bürgerlichem Namen Erhard Königsreuther (* 21. August 1927; † 12. März 2009 in Erlangen), war ein deutscher Maler.
Königsreuther stammte aus Erlangen. Nach Kriegsdienst und sowjetischer Kriegsgefangenschaft kehrte er in die Stadt zurück und absolvierte bei Siemens eine Lehre als Feinmechaniker. Die Öl- und Aquarellmalerei eignete er sich autodidaktisch an. Ab 1962 arbeitete er als freischaffender Künstler. Seine frühen Arbeiten werden dem gegenständlichen Realismus zugerechnet, später bewegte er sich zwischen realistischen und surrealistischen Darstellungsweisen.
In der Westlichen Stadtmauerstraße baute Königsreuther das Offene Atelier auf, das als Treffpunkt der Erlanger Künstlerszene galt. 1974 wurde der Verein Offenes Atelier e. V. gegründet und 1984 die bis 1990 bestehende Künstlerpalette. Das städtische Anwesen Westliche Stadtmauerstraße 19 wurde später auch als „Pinsl-Haus“ bezeichnet. In einer Beschlussvorlage der Stadt Erlangen von 2013 wird Königsreuther als Gründer des dort ansässigen Vereins „Offenes Atelier e. V.“ genannt.
Bei einem großen Publikum über die Grenzen Erlangens hinaus war er bekannt als Stadtoriginal und fester Bestandteil des Fest- und Kneipenlebens, besonders als selbst ernannter „Bergkönig“, der jedes Jahr zur Erlanger Bergkirchweih auf der Musikbühne des Erich-Kellers stand. Sein Bier erwarb er sich oftmals im Austausch gegen selbstgemalte Bilder (daher auch der Spitzname „Pinsl“). Auf diese Weise gerieten einige hundert seiner Gemälde in Erlanger Privatbesitz. Sein Atelier befand sich in der Westlichen Stadtmauerstraße 19. Sein Markenzeichen, eine selbstgefertigte Krone, wurde ihm in den 90er Jahren zu seinem Ärger gestohlen.
Pinsl starb im März 2009 im Alter von 81 Jahren an einer Krebserkrankung und wurde auf dem Zentralfriedhof Erlangen in einem Kolumbarium bestattet. Die Platte des Kolumbariums ist mit einer Staffelei dekoriert, auf der ein gerahmtes Foto des biertrinkenden Pinsls mit Krone steht.
Die 254. Bergkirchweih im Jahr 2009 eröffnete Oberbürgermeister Siegfried Balleis mit einem Trinkspruch auf den kurz zuvor verstorbenen Lebenskünstler, mit dem die Erlanger Bergkirchweih jahrzehntelang untrennbar verbunden war. Die Irish-Folk-Band Fiddler’s Green aus Erlangen verewigte „Pinsl“ auf dem Cover ihrer 1995 erschienenen CD King Shepherd. Mit dem Bonus-Track Ra Ra Ra Venezuela setzte sich der Bergkönig ein musikalisches Denkmal.
Anlässlich der Erlanger Bergkirchweih 2012 wurde eine Ausstellung einiger seiner Werke veranstaltet. Die Fürther Künstlerin Christiane Altzweig fertigte eine lebensgroße Figur aus Pappmaché an, die Pinsl mit einem Malerpinsel, einem Bierkrug und einer Krone darstellte.
Das Konterfei von Pinsl wurde 2012 auf einem Maßkrug in einer Auflage von 1000 Stück verewigt.
2017 brachte die Erlanger Bierothek ein Pinsl Bier heraus.
Im Erlanger Biermuseum der Brauerei Steinbach wurde im November 2021 eine von der Bildhauerin Marina Fink geschaffene Holzskulptur des Kopfes von Pinsl ausgestellt.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Pinsl |
| ALTERNATIVNAMEN | Königsreuther, Erhard |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Maler |
| GEBURTSDATUM | 21. August 1927 |
| STERBEDATUM | 12. März 2009 |
| STERBEORT | Erlangen |