Pirmin Meier

Pirmin Meier (2017)

Pirmin Adrian Meier (* 21. Februar 1947 in Würenlingen, Kanton Aargau) ist ein Schweizer Autor, Erwachsenenbildner und früherer Gymnasiallehrer.

Leben

Pirmin Meier wuchs als Sohn einer Metzgerfamilie in Würenlingen auf. Er studierte Germanistik, Philosophie und Geschichte an der Universität Zürich und promovierte bei Peter von Matt mit einer Arbeit über Reinhold Schneider als historiographischer Schriftsteller. Ostern 1968 verbrachte er in Berlin, wo er die politischen Unruhen und studentischen Debatten miterlebte. Seither betrachtete er sich als «entschiedenen Anti-68er». Später betätigte er sich als Redaktor beim katholischen Aargauer Volksblatt, als Mitherausgeber der Werke Reinhold Schneiders im Verlag Suhrkamp/Insel sowie als Bezirkslehrer im Kanton Aargau.

Von 1979 bis 2012 unterrichtete er an der Kantonsschule Beromünster die Fächer Deutsch, Philosophie, Religionskunde und Ethik. Er betätigt sich als historiographischer Schriftsteller, Publizist, Erwachsenenbildner und Fernsehmitarbeiter vor allem in den Bereichen Literaturkritik, historische Landeskunde und Spiritualität. Als Herausgeber und früherer Lektor betreute er seit 1991 die Werke des Schweizer Arbeiterschriftstellers Karl Kloter.

1984 erschien von Pirmin Meier ein Gedichtband in freier Versform. Seit 2004 schrieb er Libretti zu musikalischen Festspielen und Oratorien, so die mit volksreligiösen Motiven durchsetzte Hagiographie Vitus (über den hl. Veit), vertont von Enrico Lavarini, und zuletzt die Heiligkreuzvesper für Carl Rütti, die im Mai 2013 in der Wallfahrtskirche Heiligkreuz (Entlebuch) uraufgeführt wurde. 2011 erschien von Meier im Schweizerischen Jugendschriftenwerk Sankt Gotthard und der Schmied von Göschenen, eine vollständige Neubearbeitung des Jugendromans Der Schmied von Göschenen von Robert Schedler.

Meiers erfolgreichstes Werk Paracelsus, Arzt und Prophet wurde in verschiedene Sprachen (u. a. Russisch) übersetzt und ist 2013 in 6. Auflage mit Widmung «in memoriam Bundesrat Otto Stich» erschienen. Der mit Meier befreundete Schweizer Filmemacher Erich Langjahr drehte in Zusammenarbeit mit ihm den Film Paracelsus – Ein Landschaftsessay, der am Zurich Film Festival 2021 uraufgeführt wurde und 2022 in die Kinos kam. Pirmin Meier tritt im Film als Historiker und Erzähler auf.

Pirmin Meier lebt in Beromünster.

Rezeption

Für den Schriftsteller Hansjörg Schneider ist der mit ihm befreundete Meier «der eigenständigste, eigenwilligste Schweizer Geschichtsschreiber seiner Generation», für den Publizisten Eduard Stäuble «ein historiographischer Schriftsteller hohen Ranges». Meiers umfangreichstes Werk Ich Bruder Klaus von Flüe fand Anerkennung beim Mystikkenner Alois M. Haas, der es als bisher «beste Interpretation» des Schweizer Nationalheiligen bezeichnete. Kritisch äusserte sich 2008 Hugo Loetscher über Meiers wenig globalisierungsfreundlichen Konservativismus und ein stark christlich geprägtes Europabild bei gleichzeitigem Lob für eine unkonventionelle Geschichtsbetrachtung, durch welche «die Innerschweiz auf die literarische Landkarte der Schweiz» gekommen sei. Meiers Aufruf zur «Emanzipation des Mannes» bei einem Antifeminismus-Treffen in Winterthur im Sommer 2011 hatte für ihn auch berufliche Konsequenzen, als die Schule Weiterbildung Schweiz (SWCH) in Hölstein ihre Zusammenarbeit mit Meier beendete.

Auszeichnungen

Schriften

Selbständige Publikationen

Aufsätze (Auswahl)

Medienbeiträge

Weblinks/Quellen

Commons: Pirmin Meier – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Pirmin Meier: Geburt eines genialischen Autors. In: Schweizer Monat 1085 (April 2021), S. 65.
  2. ↑ z. B. Karl Kloter: Irrwege und Heimwege, Prosa – Lyrik – Dokumente. Rothenhäusler Verlag, Stäfa 1995, ISBN 3-907960-72-6. Vgl. Rolf Dorner: Was den Arbeiter-Schriftsteller Karl Kloter im Alltag bedrängte (Memento vom 19. Juni 2013 im Webarchiv archive.today). In: Löwenspur online. Nr. 1, abgerufen am 2. Juni 2013.
  3. ↑ Pirmin Meier: Karl Kloter, der Jahrhundertchronist. In: Wort. Zeitschrift des Zürcher Schriftstellerverbands und Verbandes der Ostschweizer Autorinnen und Autoren (ZSV). Nr. 33, 2011, ISSN 2235-2309, S. 19‒33 (PDF; 2 MB).
  4. ↑ Silvia Henke: kontertext: 50 Jahre nach 1968. In: Infosperber, 9. Januar 2018, abgerufen am 8. Februar 2025.
  5. ↑ Hansjörg Schneider: Sokrates und de Sade in Helvetien. Rezension zu Mord, Philosophie und die Liebe der Männer. In: OnlineReports. 17. September 2001, abgerufen am 7. Februar 2025.
  6. ↑ Eduard Stäuble: Ein historiographischer Schriftsteller hohen Ranges. In: STAB-Preis 2000 für Pirmin Meier. Nr. 36 der STAB-Schriftenreihe, Zürich 2000, S. 5.
  7. ↑ Alois M. Haas: Ein Werk der Erinnerung und der Besinnung. In: STAB-Preis 2000 für Pirmin Meier. Nr. 36 der STAB-Schriftenreihe, Zürich 2000, S. 16.
  8. ↑ Hugo Loetscher: Laudatio Pirmin Meier. In: Innerschweizer Kulturstiftung, Kultur- und Literaturpreis der Innerschweiz 2008. Luzern 2008, S. 23.
  9. ↑ Andrea Fopp: Antifeminismus-Treffen mit Folgen. In: Basler Zeitung, 1. Juli 2011, abgerufen am 7. Februar 2025.
  10. ↑ Luzerner Staatskanzlei: Verleihung des Innerschweizer Kulturpreises 2008 an Pirmin Meier, Schriftsteller und Lehrer, Rickenbach, LU. In: news aktuell (Presseportal). 18. Januar 2008 (Pressemitteilung), abgerufen am 2. Juni 2013.
  11. ↑ Linus Estermann: Wegbereiter des Schweizer Tierschutzes geehrt. In: zentralplus. 5. November 2016.
Personendaten
NAME Meier, Pirmin
ALTERNATIVNAMEN Meier, Pirmin Adrian
KURZBESCHREIBUNG Schweizer Mittelschullehrer und Autor
GEBURTSDATUM 21. Februar 1947
GEBURTSORT Würenlingen