Pistazien

Pistazien

Blütenstand einer männlichen Terpentin-Pistazie (Pistacia terebinthus)

Systematik
Rosiden
Eurosiden II
Ordnung: Seifenbaumartige (Sapindales)
Familie: Sumachgewächse (Anacardiaceae)
Unterfamilie: Anacardioideae
Gattung: Pistazien
Wissenschaftlicher Name
Pistacia
L.

Die Pistazien (Pistacia) sind eine Pflanzengattung mit etwa zehn bis zwölf Arten aus der Familie der Sumachgewächse (Anacardiaceae). Sie kommen auf der Nordhalbkugel sowohl in Asien als auch in Europa und Amerika vor. Einige Arten werden zur Gewinnung von Pistazien genutzt.

Merkmale

Mastixstrauch (Pistacia lentiscus) in Blüte
Illustration von Pistacia khinjuk

Die Pistazien-Arten sind Bäume und Sträucher. Die wechselständigen Laubblätter sind in der Regel gefiedert, paarig oder unpaarig, manchmal dreiteilig, selten ungeteilt. Die Blätter oder Blättchen besitzen einen ganzen Rand. Nebenblätter fehlen.

Sie sind meist zweihäusig getrenntgeschlechtig (Diözie), aber selten können einhäusige, monözische Population entstehen, wobei auch zwittrige Blüten vorkommen können. In achselständigen, traubigen oder rispigen Blütenständen stehen viele Blüten zusammen. Die kleinen Blüten sind meist eingeschlechtig. Die männlichen Blüten haben ein einfaches Perianth (auch als Deckblätter gedeutet) ohne Petalen und ein Diskus kann vorhanden sein oder er fehlt, drei bis sechs, selten sieben, Staubblätter mit kurzen Staubfäden und großen, eiförmigen Staubbeuteln und ein reduziertes oder kein Gynözeum. Die von Hochblättern umhüllten weiblichen Blüten enthalten ein zwei- bis fünfteiliges, einfaches Perianth ohne Petalen, der kurze Griffel endet in drei ausgebreiteten Narben, ein Diskus kann vorhanden sein oder er fehlt, Staminodien fehlen meist, der Fruchtknoten ist oberständig, einfächrig mit nur einer Samenanlage.

Es wird eine einsamige Steinfrucht gebildet, die bei Reife rot oder bläulich bis grünlich bis schwarz wird und gepunktet ist. Die Samen besitzen kein Endosperm.

Verbreitung

Baum von Pistacia chinensis mit gefiederten Blättern
Echte Pistazie (Pistacia vera)

Die Pistazien-Arten kommen im Mittelmeerraum, Südwest- und Ostasien, dem südlichen Nordamerika und in Guatemala vor.

Systematik

Der Gattungsname Pistacia wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum, 2, S. 1025–1026 erstveröffentlicht. Typusart ist Pistacia vera L. Ein Synonym für Pistacia ist Terebinthus Mill.

Es gibt etwa zehn bis zwölf Pistacia-Arten:

Dazu die Hybriden:

Diese Hybride wurde als widerstandsfähigere Unterlage für den Pistazienanbau an der University of California entwickelt.

Holz

Das äußerst attraktive hell-dunkel gefärbte, harte und schwere, aber gut bearbeitbare Holz von Pistacia vera wird in der Drechslerei und im Kunsthandwerk sehr geschätzt. Vor allem Messergriffe werden daraus gefertigt.

Quellen

Einzelnachweise

  1. ↑ Qian Bai et al.: The sex expression and sex determining mechanism in Pistacia species. In: Breeding Science. 69(2), 2019, doi:10.1270/jsbbs.18167, online auf researchgate.net.
  2. ↑ Klaus Kubitzki: The Families and Genera of Vascular Plants. Vol. X: Flowering Plants, Springer, 2011, ISBN 978-3-642-14396-0, S. 10, 34.
  3. 1 2 3 Yasin J. Nasir: Pistacia in Flora of Pakistan auf efloras.org, abgerufen am 16. Februar 2008 (englisch).
  4. 1 2 Pistacia bei Tropicos des Missouri Botanical Garden (englisch).
  5. ↑ Eintrag mit vollständiger Artliste bei GRIN.
  6. ↑ Pistacia aethiopica in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 1998.
  7. ↑ Tianlu Min & Anders Barfod: Anacardiacdeae in der Flora of China: Volume 11, S. 345: Pistacia - online.
  8. ↑ Pistacia cucphuongensis in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2023.
  9. ↑ Pistacia mexicana in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2016.
  10. ↑ Pistacia weinmanniifolia in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2024.

Weiterführende Literatur

Commons: Pistazien (Pistacia) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien