Die Pistazien (Pistacia) sind eine Pflanzengattung mit etwa zehn bis zwölf Arten aus der Familie der Sumachgewächse (Anacardiaceae). Sie kommen auf der Nordhalbkugel sowohl in Asien als auch in Europa und Amerika vor. Einige Arten werden zur Gewinnung von Pistazien genutzt.
Sie sind meist zweihäusig getrenntgeschlechtig (Diözie), aber selten können einhäusige, monözische Population entstehen, wobei auch zwittrige Blüten vorkommen können. In achselständigen, traubigen oder rispigenBlütenständen stehen viele Blüten zusammen. Die kleinen Blüten sind meist eingeschlechtig. Die männlichen Blüten haben ein einfaches Perianth (auch als Deckblätter gedeutet) ohne Petalen und ein Diskus kann vorhanden sein oder er fehlt, drei bis sechs, selten sieben, Staubblätter mit kurzen Staubfäden und großen, eiförmigen Staubbeuteln und ein reduziertes oder kein Gynözeum. Die von Hochblättern umhüllten weiblichen Blüten enthalten ein zwei- bis fünfteiliges, einfaches Perianth ohne Petalen, der kurze Griffel endet in drei ausgebreiteten Narben, ein Diskus kann vorhanden sein oder er fehlt, Staminodien fehlen meist, der Fruchtknoten ist oberständig, einfächrig mit nur einer Samenanlage.
Es wird eine einsamige Steinfrucht gebildet, die bei Reife rot oder bläulich bis grünlich bis schwarz wird und gepunktet ist. Die Samen besitzen kein Endosperm.
Der Gattungsname Pistacia wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum, 2, S. 1025–1026 erstveröffentlicht. Typusart ist Pistacia veraL. Ein Synonym für Pistacia ist TerebinthusMill.
Atlantische Pistazie, Terebinthe oder Atlantische Terebinthe (Pistacia atlanticaDesf.): Die Heimat ist der Mittelmeerraum, Kleinasien und der Indische Subkontinent.
Chinesische Pistazie (Pistacia chinensisBunge): Die Heimat ist China, Taiwan und die Philippinen. Das Holz wird zur Möbelherstellung und zur Produktion eines gelben Farbstoffes verwendet.
Pistacia integerrimaJ.L.Stewart: Die Heimat reicht von Afghanistan und Myanmar bis zum Indischen Subkontinent. Diese Art wird auch als Unterart der Chinesischen Pistazie Pistacia chinensis ssp. integerrima klassifiziert.
Pistacia khinjukStocks: Die Heimat reicht von Ägypten über Kleinasien und Afghanistan bis zum Indischen Subkontinent. Das Wort „khinjuk“ stammt aus der belutschischen Sprache und bezeichnet dort den Pistazienbaum. Diese Art ist eng mit der Echten Pistazie „Pistacia vera“ verwandt und wird zur Pistaziengewinnung kultiviert.
Mastixstrauch, Wilde Pistazie (Pistacia lentiscusL.): Nutzpflanze für ein Naturharz, Mittelmeerraum.
Malayische Pistazie (Pistacia malayana M.R. Henderson): Endemit der Halbinsel Malaysia
Mexikanische Pistazie (Pistacia mexicanaKunth): Die Heimat ist Guatemala und Mexiko.
Terpentin-Pistazie (Pistacia terebinthusL.); Es gibt zwei Unterarten: Pistacia terebinthus subsp. terebinthus und Pistacia terebinthus subsp. palaestina. Die letztere Unterart wurde und wird teilweise als eigene Art: Pistazia palaestina taxonomiert. Ihr fehlen Blattform die Endblättchen oder sind deutlich kleiner ausgebildet. Pistacia terebinthus subsp. terebinthus stammt aus Südeuropa, Nordafrika und der Türkei, während Pistacia terebinthus subsp. palaestina in Zypern, der Türkei, Syrien, dem Libanon, Israel, Jordanien und Saudi-Arabien beheimatet ist.
Texanische Pistazie (Pistacia texanaSwingle): Die Heimat ist Texas und die nördlichen mexikanischen Bundesstaaten: Coahuila, Nuevo León, Tamaulipas. Diese Art wird teilweise auch unter Pistacia mexicana subsumiert.
Echte Pistazie (Pistacia veraL.): Die klassische Speisepflanze, ursprünglich Vorder- und Zentralasien
Weinmanniablättrige Pistazie (Pistacia weinmanniifoliaJ.Poiss. ex Franch.): Die Heimat ist Malaysia, Vietnam, Myanmar, China. Die Art wurde durch die Ähnlichkeit ihre Blätter mit denen der Gattung Weinmannia benannt. Diese Gattung wiederum wurde von Linné nach dem deutschen Apotheker und Botaniker Johann Wilhelm Weinmann (1683–1741) benannt. Diese Art ist nahe mit Pistacia mexicana verwandt.
Dazu die Hybriden:
Pistacia × saportaeBurnat = Pistacia lentiscus × Pistacia terebinthus: Es ist eine Naturhybride, die im Mittelmeerraum beheimatet ist.
Diese Hybride wurde als widerstandsfähigere Unterlage für den Pistazienanbau an der University of California entwickelt.
Holz
Das äußerst attraktive hell-dunkel gefärbte, harte und schwere, aber gut bearbeitbare Holz von Pistacia vera wird in der Drechslerei und im Kunsthandwerk sehr geschätzt. Vor allem Messergriffe werden daraus gefertigt.
Quellen
Mohannad G. AL-Saghir, Duncan M. Porter: Taxonomic Revision of the Genus Pistacia L. (Anacardiaceae). In: American Journal of Plant Sciences. 3(1), 2012, S.12–32, doi:10.4236/ajps.2012.31002.
Tianlu Min, Anders Barfod: Anacardiacdeae in der Flora of China: Volume 11, S. 345: Pistacia - Online. Abgerufen im März 2010 (Abschnitt Beschreibung).
S. Padulosi, A. Hadj-Hassan: Towards a comprehensive documentation and use of Pistacia… IPGRI, 1998, ISBN 92-9043-512-7.
Einzelnachweise
↑Qian Bai et al.: The sex expression and sex determining mechanism in Pistacia species. In: Breeding Science. 69(2), 2019, doi:10.1270/jsbbs.18167, online auf researchgate.net.