
Placide Hubert De Paepe (* 2. November 1913 in Appelterre-Eichem, Ninove, Provinz Ostflandern; † 12. Januar 1989 in Gentbrugge, Gent, Provinz Ostflandern) war ein belgischer Politiker der Christelijke Volkspartij, der unter anderem zwischen 1966 und 1972 und erneut von 1974 bis 1976 Minister für soziale Fürsorge sowie zwischen 1977 und 1982 Bürgermeister der Stadt Gent war.
Placide Hubert De Paepe absolvierte nach dem Besuch der Realschule und der Technischen Schule in Geraardsbergen eine Ausbildung an der zur Katholieke Hogeschool Leuven (KHL) gehörenden Schule für Sozialarbeit in Heverlee (SSH). Er war in der Folgezeit als Gewerkschaftsfunktionär tätig und unter anderem Sekretär der Allgemeinen Christlichen Arbeitergewerkschaft ACW (Algemeen Christelijk Werknemersverbond) in Geraardsbergen-Ninove, Chefpropagandist des Allgemeinen Christlichen Gewerkschaftsverbandes ACV (Algemeen Christelijk Vakverbond) in Gent sowie Provinzsekretär des Christlichen Zentralverbands der Metallarbeiter CCMB (Christelijke Centrale der Metaalbewerkers) der Provinz Ostflandern. Zwischenzeitlich wurde er 1934 zum Militärdienst im Heer eingezogen und diente zuletzt als Oberfeldwebel einer Flugabwehr-Einheit. Während der deutschen Besetzung Belgiens war er von 1943 bis 1944 aktives Mitglied der Widerstandsorganisation „Sokrates“.
Am 17. Februar 1946 wurde De Paepe erstmals Mitglied der Belgischen Abgeordnetenkammer und vertrat in dieser bis zum 9. März 1974 das Wahlkreis „Gent-Eeklo“. Im Parlament war er zeitweilig Sekretär und stellvertretender Vorsitzender der Kammer sowie außerdem Vorsitzender des Verkehrsausschusses und stellvertretender Vorsitzender des Sozialausschusses. Er war zudem von 1946 bis 1976 war er außerdem Gemeinderatsmitglied von Gentbrugge, das 1976 mit der Stadt Gent fusionierte, sowie zwischen 1958 und 1960 auch Schöffe (Beigeordneter) von Gentbrugge. Daneben engagierte er sich als Vorsitzender verschiedener Bau- und Kreditgenossenschaften, als Vorsitzender eines Psychomedizinisch-soziale Zentrums, als Vorsitzender des Katholischen Waisenhauses Ostflandern, als stellvertretender Vorsitzender des ACW-Vereins Gent und des Genter Vereins des Nationalen Verbandes christlicher Gegenseitigkeitsvereine LCM (Landsbond der Christelijke Mutualiteiten) Gent sowie als stellvertretender Vorsitzender der Christlichen Gegenseitigkeitsgesellschaft „Volksliefde“, wo er Vertreter des langjährigen Vorsitzenden Emile Claeys, der zwischen 1947 und 1952 sowie erneut von 1959 bis 1970 Bürgermeister von Gent war.
Am 19. März 1966 übernahm Placide De Paepe in der Regierung Vanden Boeynants I das Amt als Minister für soziale Fürsorge und bekleidete diesen Posten zwischen dem 17. Juni 1968 und dem 8. November 1971 auch in der Regierung G. Eyskens IV. Er gehörte zudem vom 7. Dezember 1971 und dem 22. Dezember 1976 dem Niederländischen Kulturrat (Nederlandse Cultuurraad) als Mitglied an und war in dieser Zeit zwischen dem 7. März 1972 und dem 5. März 1973 auch stellvertretendes Mitglied des dortigen Bildungsausschusses. In der Regierung Leburton I übernahm er vom 26. Januar bis zum 23. Oktober 1973 das Amt als Staatssekretär für den öffentlichen Dienst bei Premierminister Edmond Leburton und übte diese Funktion vom 23. Oktober 1973 bis zum 19. Januar 1974 auch in der Regierung Leburton II aus.
Nach seinem Ausscheiden aus der Abgeordnetenkammer war De Paepe zwischen dem 10. März 1974 und dem 22. Dezember 1976 direkt gewählter Senator für den Wahlkreis „Gent-Eeklo“. Am 25. April 1974 übernahm er in der Regierung Tindemans I erneut den Posten als Minister für soziale Fürsorge und behielt dieses Amt vom 11. Juni 1974 bis zu seiner Ablösung durch Luc Dhoore am 16. Oktober 1976 auch in der Regierung Tindemans II. Er gehörte darüber hinaus vom 26. November 1974 bis zum 22. Dezember 1976 dem Parlament der Flämischen Region (Vlaamse Gewestraad) als Mitglied an. Er schied am 22. Dezember 1976 aus dem Senat aus und wurde am 17. April 1977 zum Ehrensenator ernannt, während Georgia Turf-De Munter als seine Nachrückerin neue Senatorin wurde. Er wiederum übernahm 1977 von Geeraard Van Den Daele das Amt als Bürgermeister der Stadt Gent und behielt dieses bis 1982, woraufhin Jacques Monsaert 1983 neuer Bürgermeister wurde. Im Comic-Album „Beo der Schreckliche“ von Marc Sleen trat Placide De Paepe auch als Bürgermeister von Gent auf.
Für seine langjährigen Verdienste wurde Placide Hubert De Paepe unter anderem zum Ritter, Offizier sowie zuletzt zum Kommandeur des Leopoldsordens. Aus seiner am 21. April 1941 in Appelterre mit Maria-Charlotte-Renata Daem geschlossenen Ehe gingen vier Kinder hervor.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Paepe, Placide De |
| ALTERNATIVNAMEN | Paepe, Placide De Hubert (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | belgischer Politiker |
| GEBURTSDATUM | 2. November 1913 |
| GEBURTSORT | Appelterre-Eichem, Ninove, Provinz Ostflandern, Belgien |
| STERBEDATUM | 12. Januar 1989 |
| STERBEORT | Gentbrugge, Gent, Provinz Ostflandern, Belgien |