Faltenjura

Burgruine Gilgenberg. 710 m.ü.M, in Zullwil, im Solothurner Faltenjura, Schweiz
Ruine Gilgenberg, Solothurner Faltenjura
Die Kluse der Sorne (Foto: Leo Wehrli, 1945)

Der Faltenjura oder Kettenjura nimmt den grössten Teil des Juragebirges ein. Es handelt sich um eine Gruppe fein differenzierter Faltenstrukturen, die sich von Südwesten nach Nordosten und Osten erstrecken.

Das Gebirgsareal erstreckt sich unter administrativen Gesichtspunkten über die Nord- und Nordwestschweiz (Kantone Aargau, Solothurn, Basel-Landschaft, Zürich), den Berner Jura, den Neuenburger Jura, den Waadtländer Jura sowie in angrenzenden Gebieten Frankreichs.

Geomorphologische Gliederung

Der Faltenjura wird in Kettenjura und in Freiberge eingeteilt:

An seiner breitesten Stelle, zwischen Yverdon-les-Bains (CH) und Besançon (F), liegen 16 Ketten nebeneinander. Im Kettenjura befinden sich auch die höchsten Gipfel des Jura, der Crêt de la Neige, Le Reculet, La Dôle und Mont Tendre, welche alle eine Höhe von ungefähr 1700 m ü. M. erreichen. Die durchschnittliche Höhe liegt bei etwa 1100 m ü. M., ohne Erosion wäre der Kettenjura heute rund 2350 m hoch.

Während der Auffaltung der Gebirgszüge und durch spätere Verkarstungsvorgänge ist ein Gewässernetz entstanden, das sich einerseits nach den Tälern zwischen den Bergketten richtet und andererseits Querdurchbrüche, so genannte Klusen, geschaffen hat, die heute eine grosse Bedeutung für die Verkehrsgeographie haben.

Über die markante am Südostrand des Jura liegende Bergkette verläuft ein Abschnitt eines internationalen Wanderwegs.

Lithostratigraphie

Der Faltenjura besteht in seinen oberen Struktureinheiten (ab Bathonium aufwärts) überwiegend aus Karbonatgesteinen (Kalkstein, Dolomit). An deren Aufbau sind oolithische und grobbankige Massenkalke sowie gelbe Mergel und Sandsteine der Kreidezeit beteiligt. Die darunter, ab unterem Dogger liegenden älteren Gesteinseinheiten zwischen Jura-Bajocien und der Trias bilden eine Abfolge von Ton (Opalinuston) und Mergel, Evaporiten der Trias und roten Sandsteinen (Buntsandstein). Vereinzelt sind in der Schichtenfolge Kalksteine (Trochitenkalk) und Dolomite eingeschaltet. Das Grundgebirge wird von Graniten, Gneisen und permokarbonischen Ablagerungen gebildet.

Einzelnachweise

  1. 1 2 Toni P. Labhart: Geologie der Schweiz. 5. Auflage, Ott Verlag, Thun 2001, S. 47.
  2. 1 2 Toni P. Labhart: Geologie der Schweiz. 5. Auflage, Ott Verlag, Thun 2001, S. 49.
  3. ↑ Toni P. Labhart: Geologie der Schweiz. 5. Auflage, Ott Verlag, Thun 2001, S. 45.