Im Jahre 1384 gab der Ordensmarschall die Erkundung eines Heerweges von Insterburg (heute russisch: Tschernjachowsk) nach Alt Kowno in Auftrag. Unter den ortskundigen Führern war ein Criol oder Briol von Pliwiskin. Bei dieser Gelegenheit findet sich die erste urkundliche Erwähnung des bis 1946 Plibischken genannten Kirch- und Gutsdorfes.
Am 30. September 1928 vergrößerte sich die Landgemeinde Plibischken um den Nachbargutsbezirk Wangeninken (1938–1945: Wangeningen, heute nicht mehr existent), der eingemeindet wurde. Die Zahl der Einwohner betrug 1933 245 und 1939 noch 227.
In Folge des Zweiten Weltkrieges kam Plibischen 1945 mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion. 1947 erhielt der Ort die russische Bezeichnung „Gluschkowo“ und wurde gleichzeitig dem Dorfsowjet Kamenski selski sowjet im Rajon Tschernjachowsk zugeordnet. Von 2008 bis 2015 gehörte Gluschkowo zur Landgemeinde Kamenskoje selskoje posselenije und seither zum Stadtkreis Tschernjachowsk.
Amtsbezirk Plibischken (1874–1945)
Zum neu gebildeten Amtsbezirk Plibischken gehörten 1874 fünf Landgemeinden (LG) und ein Gutsbezirk (GB). Im Jahre 1882 kamen drei weitere Landgemeinden hinzu, die aus dem Amtsbezirk Weidlacken (heute russisch: Jelniki) umgegliedert wurden.
Am 1. Januar 1945 bildeten noch acht Gemeinden den Amtsbezirk Plibischken: Auerbach, Groß Ponnau, Kallehnen, Klein Ponnau, Pelkeninken, Plibischken, Tölteninken und Warnien.
Die 1773 viereckig aus Feldsteinen und Ziegeln erbaute Kirche folgte einem Vorgängerbau, der bereits 1451 urkundlich erwähnt wurde. Das Gebäude erhielt einen massiven, oben mit Laterne abschließenden Turm. Durch den Zweiten Weltkrieg kam das Bauwerk unbeschadet, danach jedoch diente es als Lagerhalle. 1960 mussten mangels Gebäudeerhaltungsmaßnahmen der Turm abgerissen werden. Die Kirche wurde zweckentfremdend innen zu einem Gemeinschaftshaus („Kulturhaus“) mit Bühne und Billardraum umgebaut und konnte auf diese Weise überleben.
Kirchengemeinde
Plibischken war bereits in vorreformatorischer Zeit ein Kirchdorf. Die Reformation hielt hier relativ früh Einzug, und als im 16. Jahrhundert sehr viele Litauer hierher kamen, musste neben der Landessprache immer auch Litauisch gepredigt werden. Vor 1945 gehörte das Kirchspiel Plibischken, zu dem 1925 mehr als 2.000 Gemeindeglieder gehörten, die in 19 verschiedenen Kirchspielorten wohnten, zum Kirchenkreis Wehlau (heute russisch: Snamensk) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Heute liegt Gluschkowo im Einzugsbereich der in den 1990er Jahren neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Talpaki(Taplacken), einer Filialgemeinde der Auferstehungskirche in Kaliningrad(Königsberg) in der Propstei Kaliningrad der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.
Söhne und Töchter des Ortes
Emil Arnoldt (1828–1905), Philosoph und Privatgelehrter in Königsberg
Literatur
Das Kirchspiel Plibischken, in: Wehlauer Heimatbrief, 5. Folge, Juni 1971, S. 3–6.
↑Таблица 1.10 «Численность населения городских округов, муниципальных районов, муниципальных округов, городских и сельских поселений, городских населенных пунктов, сельских населенных пунктов» Программы итогов Всероссийской переписи населения 2020 года, утвержденной приказом Росстата от 28 декабря 2021г. № 963, с данными о численности постоянного населения каждого населенного пункта Калининградской области. (Tabelle 1.10 „Bevölkerungsanzahl der Stadtkreise, munizipalen Rajons, Munizipalkreise, städtischen und ländlichen Siedlungen [insgesamt], städtischen Orte, ländlichen Orte“ der Ergebnisse der Allrussischen Volkszählung von 2020 [vollzogen am 1. Oktober 2021], genehmigt durch die Verordnung von Rosstat vom 28. Dezember 2021, Nr. 963, mit Angaben zur Zahl der Wohnbevölkerung jedes Ortes der Oblast Kaliningrad.)
↑M. W. Ehrenreich:Landkreis Wehlau.In:Gemeindeverzeichnis 1900.U. Schubert,archiviertvomOriginalam5.März 2016;abgerufen am 20.Dezember 2025(Stand 1. Dezember 1910).
↑Michael Rademacher:Landkreis Wehlau (russ. Snamensk).Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006.In:eirenicon.com.Abgerufen am 1.Januar 1900
↑Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte der Oblast Kaliningrad" vom 17. November 1947)
↑Walther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band II: Bilder ostpreussischer Kirchen, Göttingen, 1968, Seite 83–84, Abb. 322
↑Walther Hubatsch, wie oben, Band III: Dokumente, Göttingen, 1968, Seite 574