Pobles

Pobles ist eine zum Ortsteil Muschwitz der Stadt Lützen im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt gehörige Ortschaft.

Luftbild

Geografie

Pobles liegt südöstlich von Lützen zwischen Leipzig und Weißenfels sowie zwischen den Tagebaugebieten von Zwenkau und Profen. Umgeben ist die Ortschaft von umfangreichen landwirtschaftlichen Nutzflächen. Durch den Ort fließt der Grunaubach, der Pobles vom westlich angrenzenden Kreischau trennt.

Das Ortszentrum von Muschwitz liegt südöstlich von Pobles. Die Lange Straße führt von Pobles bis zur L 189, die Taucha mit Muschwitz verbindet.

Geschichte

Wallteich mit Insel in Pobles, Standort einer frühmittelalterlichen Burg

Pobles gehörte bis 1806 zum Kurfürstentum Sachsen und danach bis 1815 zum Königreich Sachsen. Der Ort unterstand dem hochstift-merseburgischen Amt Lützen, das seit 1561 unter kursächsischer Hoheit stand und zwischen 1656/57 und 1738 zum Sekundogenitur-Fürstentum Sachsen-Merseburg gehörte.

Im Ort bestand ein Rittergut, das sich bis 1774 (Verkauf an Johann Christian Schubart) im Besitz der Adelsfamilie Rex befand.

Der Turm der Dorfkirche St. Gangolf stammt noch aus dem 15. Jahrhundert; das gotische Kirchenschiff wurde 1865 durch einen größeren Neubau im neogotischen Stil ersetzt. Der letzte evangelische Gottesdienst fand im Jahr 1964 statt. 1994 musste der baufällige Dachstuhl des seit Jahrzehnten vernachlässigten Objektes abgenommen werden. Die Ruine wurde im Jahr 2005 entwidmet und wird seit 2022 für Kunstausstellungen genutzt. Auf dem ehemaligen Friedhofsgelände steht noch der Grabstein von Friedrich Nietzsches Großvater, dem vormaligen Dorfpfarrer David Ernst Oehler.

1713 wurde die gesamte Dorfflur von Pobles vermessen und kartiert. Das entsprechende Flurbuch ist noch vorhanden.

Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kam Pobles mit dem Westteil des Amts Lützen im Jahre 1815 zu Preußen. Der Ort wurde 1816 dem Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt. Pobles gehörte zum Kreis Merseburg.

Bei der ersten Kreisreform in der DDR wurde Pobles am 1. Juli 1950 in den Kreis Weißenfels umgegliedert und gleichfalls in Muschwitz eingemeindet.

Am 1. Januar 2010 schlossen sich die bis dahin selbstständigen Gemeinden Muschwitz, Großgörschen, Poserna, Rippach und Starsiedel mit der Stadt Lützen zur neuen Stadt Lützen zusammen.

Söhne und Töchter des Ortes

Varia

Commons: Pobles – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0, S. 84 f.
  2. 1 2 Fabian Schwitter: Sachsen-Anhalt: Wie die Kirche von Pobles zum Kultort wurde. In: FAZ.net. 23. September 2025, abgerufen am 23. September 2025.
  3. ↑ Theo M. Lies: Kunsthalle geplant: Was die Kirchenruine in Pobles mit Friedrich Nietzsche und Thomas Mann zu tun hat. Artikel auf www.mdr.de/kultur vom 19. Februar 2022
  4. ↑ Im Landesarchiv Sachsen-Anhalt im Amtsbestand von Lützen (D 25).
  5. ↑ Der Landkreis Merseburg im Gemeindeverzeichnis 1900. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 6. Juli 2024; abgerufen am 7. August 2025.
  6. ↑ Muschwitz und seine Ortsteile im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 24. September 2025.
  7. ↑ StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010
  8. ↑ https://galerie-teterow.de/wp-content/uploads/02.10.2020-KU-25_M.pdf, abgerufen am 30. September 2021
  9. ↑ https://galerie-teterow.de/wp-content/uploads/02.10.2020-KU-25_M.pdf, abgerufen am 30. September 2021
  10. ↑ https://www.rothamel.de/media/katalog_grand_tour_inhalt_web.pdf, abgerufen am 30. September 2021

Koordinaten: 51° 12′ N, 12° 7′ O