Podujeva

Podujevë/Podujeva 1
(Besianë/Besiana)
Podujevo/Подујево 2
Wappen von Podujeva
Podujeva (Kosovo)
Podujeva (Kosovo)
Basisdaten
Staat: Kosovo Kosovo 3
Bezirk: Pristina
Gemeinde: Podujeva
Koordinaten: 42° 55′ N, 21° 12′ OKoordinaten: 42° 54′ 42″ N, 21° 11′ 30″ O
Höhe: 670 m ü. A.
Fläche: 8 km²
Einwohner: 70.975 (2024)
Bevölkerungsdichte: 8.872 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: +383 (0) 38
Postleitzahl: 11000
Kfz-Kennzeichen: 01
3 
Die Unabhängigkeit des Kosovo ist umstritten. Serbien betrachtet das Land weiterhin als serbische Provinz.

Podujeva (albanisch auch Podujevë, oder auch Besiana bzw. Besianë; serbisch Подујево Podujevo) ist eine Stadt im Nordosten des Kosovo. Sie ist Amtssitz der gleichnamigen Gemeinde.

Geographie

Podujeva liegt im Nordosten des Kosovo, an der Grenze zu Serbien. Durch Podujeva fließt der Llapi. Nach diesem Fluss wird die Region um die Stadt Llap genannt. In der Nähe der Stadt befindet sich der in den Sechzigern errichtete Stausee von Batllava, der für die Trinkwasserversorgung errichtet wurde und der bis heute den Gemeinden Podujeva und Pristina das Trinkwasser liefert. Im Sommer ist er ein beliebter Bade- und Anglersee für Menschen aus dem ganzen Land.

Bevölkerung

Zur Volkszählung 2024 zählte die Stadt Podujeva 20.330 Einwohner, davon bezeichneten sich 19.605 als Albaner, 629 als Aschkali, 56 als Roma, 12 Balkan-Ägypter, 6 als Bosniaken und 7 als Serben. Während der Volkszählung von 1961 betrug der Anteil der serbischen Bevölkerung noch 29,7 %. In der gesamten Gemeinde Podujeva lebten 70.975 Einwohner.

Bevölkerungsentwicklung
Zensus1948195319611971198119912011
Einwohner 243532534870849015.89425.84723.453

Während des Kosovokriegs im Frühjahr 1999 flohen zahlreiche heimatlose Kosovo-Albaner nach Podujeva, allein im Stadtteil Sfeçla sollen seinerzeit 15.000 Flüchtlinge gelebt haben; für die gesamte Stadt wird von 100.000 Flüchtlingen ausgegangen. Nach Kriegsende kehrten die meisten von ihnen in ihre Heimatorte zurück.

Politik und Geschichte

Bürgermeister der Gemeinde ist Shpejtim Bulliqi von der sozialdemokratischen Partei Lëvizja Vetëvendosje (LVV). Bei den Kommunalwahlen vom 12. Oktober 2025 wurde er erneut zum Bürgermeister gewählt; am 1. Dezember 2025 legte er für die neue Amtszeit den Amtseid ab. Die kommunale Verwaltung von Podujeva wird seit 2020 von Shpejtim Bulliqi geführt. Bulliqi war zunächst politisch in der Lidhja Demokratike e Kosovës (LDK) aktiv und gehört heute der Lëvizja Vetëvendosje (LVV) an. Bei einer außerordentlichen Bürgermeisterwahl im November 2020 gewann er bereits im ersten Wahlgang und beendete damit eine rund zwanzigjährige Dominanz der LDK in der Gemeinde. Nach seiner Wiederwahl 2021 wurde Bulliqi auch bei den Kommunalwahlen vom 12. Oktober 2025 erneut zum Bürgermeister gewählt. Seine neue Amtszeit trat er mit der Vereidigung am 1. Dezember 2025 an.

Die aus den Kommunalwahlen 2025 hervorgegangene Gemeindeversammlung von Podujeva umfasst 35 Mitglieder. Davon entfallen 15 Sitze auf die LVV, 13 auf die LDK, vier auf die PDK und jeweils ein Sitz auf Guxo, den Unioni i Blakçorëve und die AAK. Die LVV stellt damit die stärkste Fraktion, verfügt jedoch über keine absolute Mehrheit.

Vorsitzender der Gemeindeversammlung ist seit Dezember 2025 Isak Shabani (PDK). Er wurde mit 21 Stimmen bei einer Enthaltung gewählt; die Mitglieder der LDK nahmen an der Abstimmung nicht teil. Stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde ist Fahri Restelica.

Podujeva und die umliegende Region Llap waren bereits während der jugoslawischen Zeit Schauplatz politischer Mobilisierung der kosovo-albanischen Bevölkerung. Im Zuge der albanischen Demonstrationen des Jahres 1968, bei denen unter anderem eine stärkere verfassungsrechtliche Stellung Kosovos und die Gleichberechtigung der albanischen Bevölkerung gefordert wurden, fanden auch in Podujeva Proteste statt. An ihrer Organisation waren lokale politische und studentische Gruppen beteiligt.

Die politische Geschichte Podujevas und der Region Llap ist eng mit den gesellschaftlichen und politischen Umbrüchen im nordöstlichen Kosovo verbunden. Eine bis in die Gegenwart prägende Bevölkerungsgruppe der Region entstand infolge des Serbisch-Osmanischen Krieges von 1877/78. In dessen Verlauf wurde ein großer Teil der muslimischen, überwiegend albanischsprachigen Bevölkerung aus Gebieten des damaligen Sandschaks Niš, insbesondere aus Toplica, Kuršumlija, Prokuplje, Leskovac und dem weiteren südserbischen Raum, vertrieben oder floh vor den Kampfhandlungen. Ein erheblicher Teil dieser Flüchtlinge ließ sich im damaligen osmanischen Kosovo nieder, wobei die Region Llap und der Norden Kosovos zu den wichtigsten Siedlungsgebieten gehörten. Die Flüchtlinge und ihre Nachkommen wurden als Muhaxhirë bezeichnet, abgeleitet vom osmanisch-türkischen muhacir für Flüchtling bzw. Auswanderer. Die Zuwanderung veränderte die Bevölkerungsstruktur zahlreicher Ortschaften der heutigen Gemeinde Podujeva nachhaltig.

Die Zahl der in den Jahren 1877/78 vertriebenen Albaner ist in der Forschung umstritten. Gesichert ist jedoch, dass die Vertreibungen eine größere Flüchtlingsbewegung nach Kosovo auslösten und Llap zu einem der wichtigsten Aufnahmegebiete wurde. Ein Teil der muslimischen Flüchtlinge wanderte darüber hinaus in andere Gebiete des Osmanischen Reiches bis nach Istanbul weiter; größere albanische Auswanderungsbewegungen in die spätere Türkei folgten auch in den nachfolgenden Jahrzehnten.

Auch im sozialistischen Jugoslawien entwickelte sich Llap zu einem Zentrum der politischen Mobilisierung kosovo-albanischer Aktivisten. Eine besondere Rolle spielte dabei das Umfeld des Schriftstellers und politischen Aktivisten Adem Demaçi. Demaçi, dessen Familie aus Lupç i Poshtëm in der heutigen Gemeinde Podujeva stammte, gründete 1963 gemeinsam mit anderen Aktivisten die geheime Lëvizja Revolucionare për Bashkimin e Shqiptarëve (LRBSH; Revolutionäre Bewegung für die Vereinigung der Albaner). Unter den frühen Mitgliedern und Mitstreitern befanden sich auffallend viele Männer aus der Region Llap, darunter Zeqir Gërvalla und Sabit Ratkoceri aus Lupç, Azem Beqiri aus Dumnica, Abdyl Lahu aus Gllamnik sowie Ahmet Haxhiu aus Lupç. Demaçi und mehrere seiner Mitstreiter wurden 1964 von den jugoslawischen Behörden verhaftet und zu langjährigen Freiheitsstrafen verurteilt.

Diese politischen Netzwerke bildeten einen Teil des Umfelds, aus dem sich Ende der 1960er Jahre eine breitere Protestbewegung entwickelte. Am 27. November 1968 fanden neben Pristina, Ferizaj und Gjilan auch in Podujeva Demonstrationen statt. Zu den Forderungen gehörten eine stärkere verfassungsrechtliche Stellung Kosovos innerhalb Jugoslawiens, die Errichtung einer Universität in Pristina, das Recht auf Selbstbestimmung und teilweise ausdrücklich die Forderung nach einem Republikstatus für Kosovo. Die Proteste wurden vor allem von Schülern, Studenten, Lehrern und lokalen Aktivisten getragen.

An der Vorbereitung der Demonstrationen waren mehrere Aktivisten aus Llap unmittelbar beteiligt. Zum überregionalen Organisationskreis gehörten unter anderem Adil Pireva und Ilaz Pireva aus Lupç i Poshtëm sowie Xheladin Rekaliu aus Dobratin. Für Podujeva wird daneben ein örtlicher Organisationskreis um Hamit Abdullahu, Hakif Sheholli, Sabit Syla, Hasan Shala, Xheladin Rekaliu, Skënder Hoxha, Bahri Shabani, Shaqir Shala und Abdullah Nishefci genannt. Eine vorbereitende Zusammenkunft dieses sogenannten „Grupi i Llapit“ fand Anfang November 1968 in Podujeva statt.

Die politische Untergrundtätigkeit setzte sich in den folgenden Jahrzehnten fort. Nach den kosovo-albanischen Protesten von 1981 entstanden in Llap erneut illegale politische Gruppen. Am 10. Juli 1981 gründeten Ali Ajeti, Avdi Gjata und Hamit Hamiti in Podujeva eine als Grupi ilegal i Llapit bezeichnete Untergrundgruppe. Mehrere ihrer Mitglieder wurden in den folgenden Jahren verhaftet und wegen politischer Delikte zu Freiheitsstrafen verurteilt. Ajeti selbst wurde 1984 zu fünf Jahren Haft verurteilt. Nach seiner Haftentlassung gehörte Ali Ajeti zu den führenden Personen der später als „Çeta e Llapit“ bezeichneten Gruppe. Sie unterschied sich von früheren oppositionellen Zusammenschlüssen dadurch, dass sie ausdrücklich auch auf bewaffneten Widerstand setzte. Nach Angaben kosovarischer Quellen wurde die Gruppe militärisch von Ali Ajeti und politisch von Sabri Kiçmari geführt. Am 27. März 1989, wenige Tage nach den Verfassungsänderungen, mit denen Serbien seine Kontrolle über die Autonome Provinz Kosovo wesentlich ausweitete, führte die Gruppe einen bewaffneten Angriff durch.

Am 30. Mai 1989 organisierte die Çeta e Llapit während des Besuchs einer europäischen Delegation erneut eine Demonstration in Podujeva. Zu den öffentlich vorgetragenen Forderungen gehörten „Kosova Republik“, Selbstbestimmung, Freiheit, Gleichberechtigung und Demokratie. Bei der anschließenden Auseinandersetzung mit der Polizei wurde Ali Ajeti getötet. In der politischen Erinnerung Kosovos wird die Çeta e Llapit deshalb häufig als eine frühe Erscheinungsform des bewaffneten Widerstands der späten jugoslawischen Zeit eingeordnet.

Aus der Region Llap kamen später auch mehrere zentrale Akteure der frühen Ushtria Çlirimtare e Kosovës (UÇK). Zu ihnen gehörte Zahir Pajaziti, 1962 in Turuçica in der Gemeinde Podujeva geboren. Bereits als Student beteiligte er sich 1981 an Demonstrationen in Podujeva. Anfang der 1990er Jahre nahm er im sozialistischen Albanien an militärischer Ausbildung teil und war anschließend am Aufbau bewaffneter Zellen, an der Beschaffung von Waffen und an der Vernetzung von Aktivisten innerhalb und außerhalb der Region Llap beteiligt. Pajaziti gehörte zu den frühen Organisatoren und Kommandeuren der UÇK. Am 31. Januar 1997 wurde er zusammen mit Hakif Zejnullahu und Edmond Hoxha bei Pestova nahe Vushtrria von serbischen Polizeikräften getötet. Eng mit den frühen UÇK-Strukturen in Llap verbunden war auch Ilir Konushevci, der 1969 im Dorf Llugë bei Podujeva geboren wurde. Konushevci gründete 1992 mit Mitstreitern die illegale Gruppe „Shqiponjat“ und schloss sich später der Lëvizja Kombëtare për Çlirimin e Kosovës (LKÇK) an. Seit 1996 arbeitete er eng mit Zahir Pajaziti zusammen. Nach dessen Tod übernahm Konushevci eine wichtige Funktion bei der Versorgung der UÇK mit Waffen und militärischem Material aus Albanien und vertrat die Operative Zone Llap im Generalstab der UÇK. Am 9. Mai 1998 wurde er auf dem Weg nach Bajram Curri in Albanien zusammen mit Hazir Mala bei einem Hinterhalt getötet.

Damit weist die Region Llap im 20. Jahrhundert eine auffällige Kontinuität politischer Mobilisierung auf: von den geheimen politischen Organisationen der 1960er Jahre und den Demonstrationen von 1968 über die oppositionellen Gruppen der 1980er Jahre bis zur Herausbildung bewaffneter Strukturen in den späten 1980er und 1990er Jahren. Podujeva wurde dadurch zu einem wichtigen Zentrum sowohl des politischen Protests als auch der frühen Organisation des bewaffneten kosovo-albanischen Widerstands.

Mit der Herausbildung des politischen Pluralismus in Kosovo ab Ende der 1980er- und Anfang der 1990er-Jahre entwickelte sich die Region Llap zu einem der bedeutenden Unterstützungsgebiete der Lidhja Demokratike e Kosovës (LDK). Die von Ibrahim Rugova geführte Partei vertrat während der 1990er-Jahre zunächst eine Strategie des gewaltlosen Widerstands gegen die serbische Herrschaft und prägte auch die politische Entwicklung in Podujeva nachhaltig.

Nach dem Kosovokrieg behauptete die LDK ihre starke Stellung in Podujeva auch bei den ersten Kommunalwahlen. Bei den Kommunalwahlen 2000 errang sie 28 der damals 41 Sitze in der Gemeindeversammlung; 2002 erhielt sie 25 und 2007 noch 20 Sitze und blieb damit jeweils stärkste politische Kraft. Podujeva entwickelte sich dadurch zu einer der wichtigsten kommunalen Hochburgen der LDK.

Bei der erstmals 2007 direkt durchgeführten Bürgermeisterwahl setzte sich Ilaz Pireva (LDK) in der Stichwahl mit 54 Prozent gegen den Kandidaten der PDK durch. Zwei Jahre später gewann Agim Veliu (LDK) die Bürgermeisterwahl 2009 mit 66,18 Prozent der Stimmen in der Stichwahl. Veliu wurde 2013 bereits im ersten Wahlgang mit 50,16 Prozent wiedergewählt und setzte sich bei der Wahl 2017 erneut durch; in der Stichwahl erhielt er 63,78 Prozent.

Die langjährige Vorherrschaft der LDK endete im Jahr 2020. Nachdem Veliu in die kosovarische Regierung gewechselt war, wurde eine außerordentliche Bürgermeisterwahl notwendig. Bei der am 29. November 2020 nach einer pandemiebedingten Verschiebung abgehaltenen Wahl gewann Shpejtim Bulliqi für die Lëvizja Vetëvendosje (LVV) bereits im ersten Wahlgang mit 51,9 Prozent der Stimmen vor Nexhmi Rudari (LDK) mit 35,8 Prozent und Naim Fetahu (PDK) mit 12,3 Prozent. Damit verlor die LDK nach rund zwei Jahrzehnten erstmals die Führung der Gemeinde an eine andere politische Kraft.

Der Machtwechsel war zugleich von personeller Kontinuität geprägt: Bulliqi hatte seine politische Laufbahn Anfang der 1990er-Jahre selbst in der LDK begonnen und gehörte für diese Partei in zwei Wahlperioden der Gemeindeversammlung von Podujeva an, bevor er sich später Vetëvendosje anschloss. Bei den regulären Kommunalwahlen 2021 bestätigte er seine Position und setzte sich in der Stichwahl mit 52,06 Prozent gegen den LDK-Kandidaten Ekrem Hyseni durch.

Podujeva unterhält seit 2019 eine Städtepartnerschaft zur deutschen Stadt Velbert und seit 2021 eine mit Linz, Österreich, und Kestel, Türkei.

Wirtschaft und Infrastruktur

Blick über die Stadt

Wirtschaft

Podujeva ist das wirtschaftliche und administrative Zentrum der gleichnamigen Gemeinde. Die lokale Wirtschaftsstruktur wird vor allem durch kleine und mittlere Unternehmen, Handel und Dienstleistungen sowie durch Landwirtschaft und verarbeitendes Gewerbe geprägt. Nach Angaben der kommunalen Strategie für lokale Wirtschaftsentwicklung waren 2022 in der Gemeinde 2.889 Unternehmen registriert. Davon waren 1.994 Einzelunternehmen und 883 Gesellschaften mit beschränkter Haftung. Bei den Unternehmensneugründungen spielten insbesondere Handel, produzierendes Gewerbe, Bauwirtschaft sowie Gastronomie und Beherbergung eine Rolle. Die Gemeinde bewertete zugleich den vergleichsweise geringen Anteil produktionsorientierter Unternehmen als eine strukturelle Herausforderung der lokalen Wirtschaft.

Die Wirtschaftsförderung konzentriert sich seit den 2020er Jahren verstärkt auf die Ansiedlung produzierender Unternehmen, die Unterstützung von kleinen und mittleren Betrieben sowie die Förderung von Exporten und ausländischen Investitionen. Im Rahmen der kommunalen Wirtschaftsentwicklungsstrategie 2023–2025 wurden unter anderem Unternehmensgründungen, landwirtschaftliche Betriebe und produzierende Unternehmen gefördert. Nach dem kommunalen Abschlussbericht erhielten beispielsweise 16 Unternehmen Investitionszuschüsse; fünf der unterstützten Produktionsbetriebe waren exportorientiert.

Von besonderer Bedeutung für die weitere wirtschaftliche Entwicklung ist die Industriezone von Livadica (albanisch Livadicë) südlich des Stadtgebiets. Der dafür beschlossene Bebauungsplan umfasst rund 61 Hektar, darunter etwa 17 Hektar für Schwerindustrie, 25,5 Hektar für Leichtindustrie sowie Flächen für gemischte Industrie- und andere wirtschaftliche Nutzungen. Im August 2026 begannen die Erschließungsarbeiten für das Industriegebiet; das hierfür angekündigte Investitionsvolumen beträgt 3,1 Millionen Euro. Die Zone liegt an der Verkehrsachse Pristina–Podujeva und soll insbesondere Flächen und Infrastruktur für produzierende Unternehmen bereitstellen.

Landwirtschaft

Aufgrund des großen ländlichen Gemeindegebiets besitzt die Landwirtschaft weiterhin erhebliche wirtschaftliche Bedeutung. Nach den der kommunalen Entwicklungsstrategie zugrunde liegenden statistischen Daten wurden rund 24.807 Hektar landwirtschaftlich genutzt, darunter rund 12.317 Hektar Ackerland. Zu den wichtigsten Kulturen gehören Getreide, insbesondere Weizen und Mais, daneben werden Gemüse, Kartoffeln und Obst angebaut. Die zugrunde liegenden Flächendaten stammen allerdings überwiegend aus der Landwirtschaftszählung von 2014 und sollten daher im Artikel mit dem entsprechenden Bezugsjahr angegeben werden.

Die landwirtschaftliche Infrastruktur wird gegenwärtig ausgebaut. 2026 vereinbarten die Gemeinde und das kosovarische Landwirtschaftsministerium den Bau eines rund 80 Kilometer langen Bewässerungsnetzes, das landwirtschaftliche Flächen von insgesamt etwa 70 km² in zehn Gebieten der Gemeinde versorgen soll. Daneben wird in Sfeçël ein Landwirtschaftspark errichtet und das Bewässerungssystem im Gebiet von Lupç ausgebaut.

Verkehr

Podujeva liegt an einer der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen im nordöstlichen Kosovo. Die Straßenverbindung Pristina–Podujeva–Merdare führt durch die Stadt und verbindet die kosovarische Hauptstadt über den Grenzübergang Merdare mit Südserbien und weiter mit dem Raum Niš. Daneben bestehen regionale Straßenverbindungen unter anderem in Richtung Mitrovica, Vushtrria, Orllan und Pollata. Das Straßennetz der gesamten Gemeinde umfasst nach kommunalen GIS-Daten rund 1.252 Kilometer, darunter etwa 472 Kilometer klassifizierte Lokalstraßen.

Langfristig soll die Verbindung Pristina–Merdare durch die Autobahn R7 ausgebaut werden. Das internationale Infrastrukturprojekt sieht auf kosovarischem Gebiet einen rund 27 Kilometer langen Autobahnabschnitt von Pristina bis Merdare vor und ist Teil der Verkehrsverbindung über Niš in Richtung Zentral- und Südosteuropa. Das Projekt ist mit einem Finanzierungsvolumen von rund 208 Millionen Euro vorgesehen. Mit dem eigentlichen Bau war im August 2026 allerdings noch nicht begonnen worden; die Ausschreibung der Bauleistungen wird nach den aktuellen Angaben des Western Balkans Investment Framework erst zu einem späteren Zeitpunkt erwartet.

Eisenbahn

Durch Podujeva verläuft außerdem die historische Eisenbahnstrecke von Fushë Kosova über Pristina und Podujeva nach Merdare. Innerhalb der Gemeinde beträgt ihre Länge rund 22 Kilometer; die Strecke ist eingleisig. Sie erschließt neben Podujeva mehrere Ortschaften entlang des Llap-Tals.

Die frühere grenzüberschreitende Eisenbahnverbindung in Richtung Serbien ist seit den 1990er Jahren unterbrochen. Nach Angaben des Western Balkans Investment Framework wurde der Eisenbahntunnel bei Merdare während der 1990er Jahre zerstört, wodurch die frühere Personen- und Güterverkehrsverbindung zwischen Pristina und Belgrad über Podujeva unterbrochen wurde. Eine Sanierung der Strecke Fushë Kosova–Podujeva–Merdare ist seit mehreren Jahren geplant; Infrakos führt die Verbindung Pristina–Merdare weiterhin in seiner mittelfristigen Infrastrukturplanung.

Flugfeld Batlava

Südöstlich von Podujeva befindet sich im Gebiet von Dumosh/Batllava ein ehemaliges beziehungsweise für Sportflugbetrieb vorgesehenes Flugfeld. Die kosovarische Zivilluftfahrtbehörde erfasste das Gelände bei einer Untersuchung als Dumosh–Batllava mit einer Grasfläche von etwa 900 × 60 Metern. Bereits bei der damaligen Untersuchung wurden allerdings mangelnde Unterhaltung, Unebenheiten und Hindernisse auf Teilen des Geländes festgestellt.

Sport

Podujeva hat zwei in der 1. Liga (Raiffeisen Superliga) des Kosovo spielende Fußball-Teams:

KF Hysi gewann 2011 die kosovarische Meisterschaft.

Außerdem gibt es je ein Basketballteam, Handballteam, Tischtennisteam, Volleyballteam, einen Schwimmverein und ein Karate-Team. Das Karate-Team hat internationale Erfolge.

Podujeva verfügt über eine ausgeprägte Sporttradition, wobei der Fußball die bedeutendste Sportart der Stadt und der umliegenden Region Llap ist. Bedeutendster Fußballverein ist der KF Llapi, der 1932 gegründet wurde und seine Heimspiele im Zahir-Pajaziti-Stadion in Podujeva austrägt. Der Verein spielt in der höchsten kosovarischen Spielklasse und gewann 2021 und 2022 den kosovarischen Fußballpokal. Durch diese Erfolge qualifizierte sich KF Llapi erstmals für die UEFA Europa Conference League und nahm auch in den folgenden Jahren an europäischen Qualifikationswettbewerben teil.

Historisch bestanden in Podujeva mit KF Besiana und KF Hysi weitere erfolgreiche Fußballvereine. KF Besiana gewann in der Saison 2001/02 die kosovarische Meisterschaft sowie den Pokal und den Supercup. Der Verein gehörte später nicht mehr der höchsten Spielklasse an. KF Hysi, dessen Heimspielstätte sich in Merdare befand, gewann 2009 den kosovarischen Pokal und wurde in der Saison 2010/11 kosovarischer Meister. Der Verein stellte den Spielbetrieb 2014 aus finanziellen Gründen ein und wurde aufgelöst.

Neben dem Männerfußball bestehen in der Gemeinde weitere Fußballvereine und Nachwuchsorganisationen, darunter der KF Podujeva, der Frauenfußballverein KFF Llapi, verschiedene Fußballschulen sowie ein Futsalverein. Die kommunale Sportförderung weist darüber hinaus unter anderem den KH Llapi im Handball, den KB Llapi im Basketball, den Judo Club Llapi, den Athletikverein KA Llapi, den Tennis Club Llapi, den Triathlon Club Llapi sowie mehrere Karatevereine aus. Der KH Llapi spielte in der Saison 2025/26 in der höchsten kosovarischen Handballliga und trägt seine Heimspiele in der Sporthalle Hakif Zejnullahu in Podujeva aus.

Die Sportinfrastruktur der Gemeinde wird seit den 2020er Jahren weiter ausgebaut. Neben dem Zahir-Pajaziti-Stadion und der städtischen Sporthalle entstanden bzw. wurden Sportplätze in zahlreichen Ortsteilen erneuert. Zu den jüngeren Projekten gehören Tennis- und Beachvolleyballplätze, zusätzliche Räumlichkeiten für Kampfsportarten sowie der Bau eines halbolympischen Schwimmbeckens.

Der mit Abstand bekannteste aus Podujeva stammende Fußballer ist Fadil Vokrri (1960–2018), der zu den bedeutendsten Persönlichkeiten in der Geschichte des kosovarischen Fußballs zählt. Vokrri begann seine Fußballlaufbahn bei seinem Heimatverein KF Llapi. Als Jugendlicher trat er dem Verein bei und spielte bereits im Alter von 17 Jahren für dessen erste Mannschaft. 1980 wechselte er zu FK Priština, mit dem er Anfang der 1980er Jahre den Aufstieg in die höchste jugoslawische Spielklasse erreichte. Dort entwickelte er sich zu einem der bekanntesten Spieler der erfolgreichsten Periode des kosovarischen Vereinsfußballs.

1986 wechselte Vokrri zu Partizan Belgrad. Im Verlauf seiner internationalen Vereinskarriere spielte er anschließend unter anderem für Nîmes Olympique in Frankreich und Fenerbahçe Istanbul in der Türkei sowie später für weitere französische Vereine. Zwischen 1984 und 1987 bestritt er zwölf Länderspiele für die jugoslawische Nationalmannschaft und erzielte sechs Tore. 1987 wurde er zum besten Fußballspieler Jugoslawiens gewählt.

Nach dem Ende seiner Spielerkarriere übernahm Vokrri eine zentrale Rolle beim institutionellen Aufbau des kosovarischen Fußballs. 2008 wurde er Präsident des Fußballverbandes des Kosovo (FFK) und 2012 sowie 2016 wiedergewählt. Während seiner Präsidentschaft erreichte der kosovarische Verband im Jahr 2016 die Aufnahme sowohl in die UEFA als auch in die FIFA, wodurch kosovarische Vereins- und Nationalmannschaften erstmals regulär an internationalen Wettbewerben dieser Verbände teilnehmen konnten. UEFA bezeichnete Vokrri nach seinem Tod ausdrücklich als eine Schlüsselfigur dieser Entwicklung; auch die FIFA würdigte seine entscheidende Rolle bei der internationalen Anerkennung des kosovarischen Fußballs.

Vokrri starb am 9. Juni 2018 im Alter von 57 Jahren. Das Nationalstadion in Pristina trägt heute den Namen Fadil-Vokrri-Stadion. In Podujeva ist sein Name insbesondere mit seinem ersten Verein KF Llapi und mit der Fußballtradition der Region Llap verbunden.

Söhne und Töchter der Stadt

Commons: Podujeva – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Agjencioni i Statistikës së Kosovës (ASK): Regjistrimi i Popullsisë, Ekonomive Familjare dhe Banesave 2024. In: https://ask.rks-gov.net/Rekos. Agjencioni i Statistikës së Kosovës, Juli 2024, abgerufen am 17. Juni 2018 (albanisch).
  2. ↑ Kosovo censuses. In: pop-stat.mashke.org. Abgerufen am 17. Juni 2018.
  3. ↑ Podujeva binjakëzohet me Linzin e Austrisë. Abgerufen am 30. August 2023.
  4. ↑ Nënshkruhet marrëveshja e binjakëzimit në mes të Podujevës dhe Kestelit. Abgerufen am 30. August 2023.