Rommens studierte ab 1972 Humanmedizin an der Katholischen Universität Leuven (KU Leuven), wo er 1979 zum Doktor der Medizin promoviert wurde. Weiterbildungen absolvierte er an den Universitätskliniken Leuven zum Facharzt für Chirurgie unter der Leitung von Jacques Gruwez (1985) und am Universitätsklinikum Essen unter der Leitung von Klaus-Peter Schmit-Neuerburg zum Facharzt für Unfallchirurgie (1986). Es folgten Facharzt-Qualifikationen für Notfallmedizin (1995), für Physikalische Therapie (1998), für Orthopädie und Unfallchirurgie (2006) sowie für Spezielle Unfallchirurgie (2007).
Von 1986 bis 1996 war Rommens an den Universitätskliniken Leuven tätig, zunächst bis 1992 als Oberarzt der Chirurgischen Klinik (Abteilung Unfallchirurgie) und anschließend als leitender Oberarzt der Klinik für Unfall- und Notfallchirurgie. Nach seiner Habilitation mit der Schrift Die Tibiaschaftfraktur mit schwerem Weichteilschaden im Jahr 1990 wurde er 1992 als Hochschullehrer an die Katholische Universität Leuven berufen. 1993 war er zudem AO-Fellow für Becken- und Azetabulum Chirurgie im Good Samaritan Hospital in Los Angeles unter der Leitung von Joel Matta.
Rommens wurde 1996 zum Chefarzt der Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie des Universitätsklinikums Mainz und zum ordentlichen Hochschullehrer an der Johannes Gutenberg-Universität berufen. Von 2013 bis 2021 war er Chefarzt des Zentrums für Orthopädie und Unfallchirurgie der Universitätsmedizin Mainz. Gastprofessuren führten ihn an die Universität Patras (2003), University of the State of New York (2004), Universität Hongkong (2011) und an die Israel Orthopaedic Association (2023).
Rommens ist Autor und Koautor von über 600 wissenschaftlichen Publikationen. Er ist Mitherausgeber des ersten Lehrbuches über Unfallchirurgie in niederländischer Sprache. Von 2000 bis 2020 war er Herausgeber des European Journal of Trauma and Emergency Surgery.
Wissenschaftliche Schwerpunkte
Rommens klinisch-wissenschaftliches Interesse galt der Entwicklung von Instrumenten und Implantaten für die intra-medulläre Nagelung von Frakturen der oberen und unteren Extremität sowie deren mechanischen und biomechanischen Testung. Ebenfalls war er engagiert in der posttraumatischen Becken- und Azetabulum-Chirurgie, der Entwicklung von neuen Instrumenten und Implantaten in der Beckenchirurgie sowie der Lehre in Spezialkursen.
Schwerpunkte liegen in der intra-medullären Nagelung und der operativen Versorgung von Becken- und Azetabulumfrakturen. Im biomechanischen Laboratorium der Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie wurden mehrere neue Nagelkonzepte entwickelt und/oder auf ihre (bio)mechanische Tauglichkeit geprüft: der ungebohrte Humerusnagel (UHN), der proximale Tibia Nagel (PTN), der Expert Tibia Nagel (ETN) und der Distale Tibia Nagel (DTN). Auch wurden Konzepte entwickelt zur intra-medullären Stabilisierung von Olecranon- und Ulna-Frakturen. Rommens war von 1997 bis 2003 Präsident der Gerhard Küntscher Society, die sich der Versorgung von Extremitätenverletzungen mittels intra-medullärer Nagelung widmet. Zusammen mit Martin Hessmann veröffentlichte Rommens 2015 das Referenzwerk Intramedullary Nailing. A comprehensive Guide beim Springer Verlag.
Rommens war von 1999 bis 2014 Mitglied der Pelvic Expert Group (PEEG), einer Arbeitsgruppe der Technischen Kommission (AOTK) der Arbeitsgemeinschaft für Osteosynthesefragen (AO), die sich der Entwicklung von neuen Instrumenten, Implantaten und von neuen chirurgischen Zugängen zur operativen Versorgung von Becken- und Azetabulum-Frakturen widmet. In diesem Zusammenhang wirkte Rommens international als Sprecher bei Kursen und auf Kongressen zu diesem Thema. 2013 veröffentlichte er zusammen mit Alex Hofmann eine neue umfassende Klassifikation von Fragilitätfrakturen des Beckens (FFP), verbunden mit Empfehlungen zur operativen Behandlung. 2015 erschien deren Referenzwerk Fragility Fractures of the Pelvis bei Springer London. Die Publikationen von Rommens et al. zu diesem Thema haben das Management dieser Frakturen maßgeblich beeinflusst.
Mitgliedschaften und Funktionen (Auswahl)
1993–1997: Gründungsmitglied und erster Präsident der Belgian Trauma Society (Belgische Gesellschaft für Unfallchirurgie)
1997–2003: Präsident der Gerhard Küntscher Society
2006–2008: Vizepräsident der European Trauma Society
2008–2010: Präsident der European Society of Trauma and Emergency Surgery (ESTES)
2011–2017: Generalsekretär der ESTES
2016: Gründung und erster Vorsitzender der Mainzer Trauma-Stiftung, Treuhandstiftung der Johannes Gutenberg-Universitätsstiftung
2017–2020: Vorsitzender der Research Commission der AO Trauma Europe and Southern Africa (AOTESA)
2020–2024: Vorsitzender der AO Trauma Research Commission (AOTRC) in Davos
Ehrungen und Auszeichnungen
1999: Fellow des European Board of Surgery (FEBS) und der Union Européenne des Médecins Spécialistes (UEMS)
Fellow des International College of Surgeons (ICS)
1992: Jacques Kets Prize (Jugend-Wissenschaftspreis des Royal Belgian College of Surgeons)
1989: André Duprez Prize (Beste Publikation im Fachjournal Acta Chirurgica Belgica)
2024: Carl-Thiem-Gedenkmünze der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie
Buchpublikationen (Auswahl)
als Hrsg. mit Paul Broos. Eerste Hulp bij Ongevallen. Acco, Leuven-Amersfoort 1985, ISBN 90-334-2855-5.
mit Hendrikus Haarman et al.: Traumatologie. Bunge, Utrecht 1993, ISBN 90-6348-027-X.
mit Hendrikus Haarman et al.: Klinische Traumatologie. Elsevier gezondheidszorg, Maarssen 2000, ISBN 978-90-352-2241-0.
mit Jochen Blum: Unaufgebohrte Humerusnagelung. Klinische und biomechanische Untersuchungen eines neuen Titan-Marknagelsystems zur Behandlung von Humerusschaftfrakturen. Springer, Berlin/Heidelberg/New York 2000, ISBN 3-540-67095-5.
mit Martin H. Hessmann: Das biomechanische Verhalten winkelstabiler Implantatsysteme am proximalen Humerus. Verlag Hans Huber, Bern/Göttingen/Toronto 2003, ISBN 3-456-83980-4.
als Hrsg. mit Martin H. Hessmann: Intramedullary Nailing. A comprehensive Guide. Springer, London 2015, ISBN 978-1-4471-6612-2.
als Hrsg. mit Alexander Hofmann: Fragility Fractures of the Pelvis. Springer, 2018, ISBN 978-3-319-66570-2.
↑Pol Maria Rommens, Daniel Wagner, Alexander Hofmann:Fragility Fractures of the Pelvis. In: JBJS Reviews. Band5, Nr.3, 21.März 2017, ISSN2329-9185, doi:10.2106/JBJS.RVW.16.00057 (lww.com[abgerufen am 24.Januar 2026]).
↑Pol Maria Rommens, Alexander Hofmann:Comprehensive classification of fragility fractures of the pelvic ring: Recommendations for surgical treatment. In: Injury. Band44, Nr.12, Dezember 2013, S.1733–1744, doi:10.1016/j.injury.2013.06.023 (elsevier.com[abgerufen am 24.Januar 2026]).
↑Pol Maria Rommens, Alexander Hofmann:The FFP-classification: From eminence to evidence. In: Injury. Band54, Mai 2023, S.S10–S19, doi:10.1016/j.injury.2021.09.016 (elsevier.com[abgerufen am 24.Januar 2026]).