Polina Lapkovskaja

Junge Frau mit dunklen Haaren sitzt an einem Klavier, hält mit der linken Hand ein Mikro und blickt ins Publikum
Pollyester (2026)

Polina Lapkovskaja (geboren 1982 in Minsk) alias Pollyester oder Polly ist eine Münchner Musikerin, Performance-Künstlerin, Komponistin, Theaterregisseurin und Musikproduzentin. Sie ist als Frontfrau der Band Pollyester bekannt.

Leben und Werk

Polina Lapkovskaja stammt aus Minsk, beide Eltern waren Musiker. 1993 kam sie mit ihrer Mutter nach München und besuchte dort ein musisches Gymnasium. Mit 17 Jahren bekam sie vom Vater ihren ersten E-Bass geschenkt. Sie brach die Schule ab, konnte anschließend jedoch am Richard-Strauss-Konservatorium Jazz-Kontrabass studieren. Auch das Studium brach sie ab und machte sich nun in der Münchner Subkultur einen Namen als Performance-Künstlerin, als Sängerin, Komponistin und Musikerin.

Lapkovskaja arbeitet mit verschiedenen Bühnennamen, darunter Polly, Pollyester und Koshka Valerianka. Sie spielte und spielt in verschiedenen Bands und Künstlerkollektiven, unter anderem bei Pollyester bzw. der Pollyesterband, Munk, Kamerakino, Salewski & Band sowie Convertible. Ab 2004 organisierte sie zusammen mit Mitstreitern acht Jahre lang die monatliche Party- und Performancereihe Zombocombo in der Registratur.

2008 wurde sie für das Projekt Illegal (Regie: Peter Kastenmüller) an den Münchner Kammerspielen erstmals als Theatermusikerin engagiert. Zusammen mit ihrer Band Kamerakino komponierte sie die Musik. Auch danach wurde sie regelmäßig von den Münchner Kammerspielen verpflichtet. Später wirkte sie an Produktionen des Theater Basel, des Residenztheater München und vielen anderen Theatern mit, u. a. in Berlin, Zürich, Basel, Stuttgart, Bochum, Rotterdam und im Rahmen der Ruhrtriennale. 2024 gab sie mit der Performance Die Nichtbesucherin. Etüden für ein Gebäude am Theater Aachen ihr Debüt als Theaterregisseurin.

Lapkovskaja vertont Hörspiele und arbeitet als Musikproduzentin. Daneben lehrte sie an der Akademie der Bildenden Künste München und an der Otto Falckenberg Schule.

In ihrem genreübergreifenden Werk verbindet Polina Lapkovskaja Musik mit gesellschaftspolitischen Themen und erfindet neue Musiktechnologien.

Diskografie

Pollyester bei einem Auftritt in den Münchner Kammerspielen (2015)

Alben

Auszeichnungen

Einzelnachweise

  1. 1 2 Nakissa Salavati, Christiane Lutz: Polina Lapkovskaja: "Von der Hand in den Mund". In: Süddeutsche Zeitung. 18. Oktober 2018, abgerufen am 6. Juni 2026.
  2. 1 2 3 Andi Hörmann: Ein bisschen Farbe in München. In: deutschlandfunkkultur.de. 14. Mai 2012, abgerufen am 6. Juni 2026.
  3. ↑ Helena Barsig: Bayerischer Kunstpreis feiert im Bergson Kunstkraftwerk Premiere – Blume: „Heute schreiben wir in Bayern Kunstgeschichte“. In: Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst. Abgerufen am 6. Juni 2026.
  4. ↑ Sinnstiftend. In: Süddeutsche Zeitung. 22. Dezember 2015, archiviert vom Original; abgerufen am 6. Juni 2026.
  5. 1 2 3 Polina Lapkovskaja (Pollyester). In: Schauspielhaus Zürich. Archiviert vom Original; abgerufen am 6. Juni 2026.
  6. 1 2 Süddeutsche Zeitung: Polina Lapkovskaja alias Pollyester - Parkplatz für die Gang. Abgerufen am 21. August 2015.
  7. ↑ Uraufführung: ILLEGAL in den Münchner Kammerspielen. Archiviert vom Original; abgerufen am 7. Juni 2026.
  8. 1 2 3 Struktur. In: Musikfonds e.V. Archiviert vom Original; abgerufen am 6. Juni 2026.
  9. ↑ Die Nichtbesucherin. Etüden für ein Gebäude. In: Theater Aachen. Archiviert vom Original; abgerufen am 6. Juni 2026.
  10. ↑ Förderpreis Musik der Landeshauptstadt München 2013 an Ardhi Engl, Kofelgschroa, Polina Lapkovskaja, Johannes X. Schachtner. Abgerufen am 21. August 2015.
Personendaten
NAME Lapkovskaja, Polina
ALTERNATIVNAMEN Pollyester (Künstlername); Lapkovskaja, Polly; Valerianka, Koshka
KURZBESCHREIBUNG Musikerin und Performance-Künstlerin
GEBURTSDATUM 1982
GEBURTSORT Minsk