Weißwurzen

Weißwurzen

Echtes Salomonssiegel (Polygonatum odoratum)

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Spargelgewächse (Asparagaceae)
Unterfamilie: Nolinoideae
Gattung: Weißwurzen
Wissenschaftlicher Name
Polygonatum
Mill.

Die Weißwurzen (Polygonatum), einzelne Arten auch Salomonssiegel oder Gelenkwurzen genannt, sind eine Pflanzengattung der Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae). Die seit 2015 etwa 71 Arten gedeihen in den gemäßigten Gebieten der Nordhalbkugel. Besonders die Kultursorten werden auch als „Glöckchen unterm Dach“ bezeichnet.

Beschreibung

Illustration aus Sturm der Vielblütigen Weißwurz (Polygonatum multiflorum)
Gestielte Blüten im Detail des Echten Salomonssiegels (Polygonatum odoratum)
Illustration des Echten Salomonssiegels (Polygonatum odoratum) aus Flora Batava, Volume 2 – gut dargestellt ist das Rhizom
Blüte im Detail des Echten Salomonssiegels (Polygonatum odoratum)
Gestielte Früchte der Vielblütigen Weißwurz (Polygonatum multiflorum)

Vegetative Merkmale

Die Polygonatum-Arten sind ausdauernde krautige Pflanzen. Es sind rhizombildende, sympodial verzweigende Pflanzen, die meist in der Erde wurzeln, selten aber auch epiphytisch leben. Es werden meist knotige, verzweigte Rhizome als Überdauerungsorgane gebildet. Die Wurzeln sind fein bis fleischig. Der einfache, unverzweigt, behaarte oder unbehaarte Stängel wächst aufrecht, zurückgebogen, manchmal auch mehr oder wenig kletternd.

Die gegenständig, wechselständig und zweizeilig bis spiralig oder auch in Quirlen, zur Spitze hin zum Teil auch rankend an den Stängeln verteilt angeordneten Laubblätter stehen seitlich und pseudoterminal aufsitzend oder an kurzen Blattstielen. Die einfachen Blattspreiten eiförmig bis lineal mit glattem Blattrand.

Generative Merkmale

Die Blüten stehen in den Blattachseln der oberen Blätter einzeln oder zu wenigen (meist 1 bis 10, selten bis zu 15) in traubigen Blütenständen zusammen. Tragblätter können vorkommen, wenn sie vorhanden sind, sind sie krautig, membranartig oder papierartig, sind beständig oder abfallend.

Die Blüten hängen meist, nur selten stehen sie aufrecht an den Blütenstielen, die zur Spitze hin gegliedert sind. Die zwittrigen Blüten sind dreizählig. Die sechs gleichgestaltigen Blütenhüllblätter sind bis mindestens zur Hälfte ihrer Länge röhrig bis zylindrisch miteinander verwachsen. Es sind sechs Staubblätter vorhanden, die aus den Blütenhüllblättern nicht hinausragen. Die Staubfäden sind in der Mitte mit der Perigonröhre verwachsen, der frei stehende Teil ist fadenförmig oder abgeflacht, kurz oder lang, glatt, papillös oder behaart. Die nach innen gewendeten Staubbeutel sind an der Basis oder rückseitig an den Staubfäden fixiert und frei, die Basis ist zweilappig. Drei Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen. Jede der drei Fruchtknotenkammern enthalten zwei bis acht Samenanlagen. Der schlanke Griffel endet in einer kleinen, kopfigen bis dreilappigen Narbe. Es sind Septalnektarien vorhanden.

Die kugelförmigen, fleischigen Beeren enthalten einige (bis zu mehr als zehn) Samen und weisen bei Reife Farben von dunkel-blau bis schwarz, selten rot auf. Die mehr oder weniger kugelförmigen Samen weisen einen Durchmesser von 3 bis 4,5 Millimetern auf und sind hell-gelblich bis bräunlich-olivfarben.

Die Chromosomengrundzahl beträgt meist x = 10; es kommt x = 9 bis 15 vor.

Systematik

Polygonatum biflorum
Polygonatum falcatum
Polygonatum ×hybridum
Polygonatum involucratum
Polygonatum lasianthum
Auen-Weißwurz (Polygonatum latifolium )
Vielblütige Weißwurz (Polygonatum multiflorum)
Polygonatum pubescens
Quirlblättrige Weißwurz (Polygonatum verticillatum)

Die Gattung Polygonatum wurde 1754 durch Philip Miller aufgestellt. Synonyme für Polygonatum Mill. sind: Axillaria Raf. nom. superfl., Salomonia Heist. ex Fabr., Evallaria Neck., Siphyalis Raf., Codomale Raf., Troxilanthes Raf., Campydorum Salisb., Periballanthus Franch. & Sav., Sigillum Montandon.

Es gibt seit 2015 insgesamt etwa 71 Polygonatum-Arten. In China findet man 39, davon kommen 20 nur dort vor. In Mitteleuropa kommen die vier Arten Auen-Weißwurz (Polygonatum latifolium), Vielblütige Weißwurz (Polygonatum multiflorum) Wohlriechende Weißwurz oder Echtes Salomonssiegel (Polygonatum odoratum) und Quirlblättrige Weißwurz (Polygonatum verticillatum) vor.

Es gibt etwa 71 Polygonatum-Arten und etwa 7 Hybriden:

Quellen

Literatur

Einzelnachweise

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  2. 1 2 3 4 5 6 7 8 Frederick H. Utech: Polygonatum, S. 210 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Band 26: Magnoliophyta: Liliidae: Liliales and Orchidales. Oxford University Press, New York u. a. 2002, ISBN 0-19-515208-5.
  3. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 Chen Xinqi, Minoru N. Tamura: Polygonatum, S. 223–232 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 24: Flagellariaceae through Marantaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 2000, ISBN 0-915279-83-5.
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