Polyphosphide

Das P42−-Anion besitzt aromatischen Charakter

Polyphosphide sind Polyphosphorverbindungen, bei denen die Phosphoratome als anionische Käfigstrukturen vorliegen (sogenannte Polyanionen). Die Verbindungen sind äußerst instabil und nur bei Temperaturen des flüssigen Ammoniaks (−33,4 °C bis −77,4 °C) stabil und nachweisbar.

Herstellung

Polyphosphide sind aus Diphosphan durch Deprotonierung unter schonender Oxidation darstellbar. Bei der direkten Umsetzung von Metallen mit weißem oder rotem Phosphor bei hohen Temperaturen und unter Luftausschluss entstehen nicht-polymere Phosphide.

Bekannte Polyphosphide

Einige Polyphosphide
Die Struktur des [P7]3− -Anions Das komplexe [P11]3− -Anion
P73− P113−
[P14]4− ist aus zwei verbrückten [P7]3−-Käfigen aufgebaut [P22]4− ist aus zwei verbrückten [P11]3−-Käfigen aufgebaut
P144− P224−

Chemische Eigenschaften

Polyphosphide können durch schonende Protonierung in flüssigem Ammoniak in die entsprechenden Hydrogenpolyphosphide überführt werden. Diese stellen damit die Bindeglieder zu den Polyphosphanen dar. Kettenförmige Polyphosphide sind isoelektronisch zu den entsprechenden Polysulfiden und ähneln diesen in ihrer Struktur.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 102. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 2007, ISBN 978-3-11-017770-1, S. 755–757.
  2. ↑ H. Graf: Dissertation, Universität Karlsruhe(TH), 1998.