Pomona (Oper)

Werkdaten
Titel: Pomona
Originaltitel: Sieg der fruchtbaren Pomona

Titelblatt des Librettos von 1702

Form: Oper in einem Akt
Originalsprache: Deutsch
Musik: Reinhard Keiser
Libretto: Christian Heinrich Postel
Uraufführung: 1702
Ort der Uraufführung: Hamburg
Ort und Zeit der Handlung: Mythische Zeit
Personen

Sieg der fruchtbaren Pomona ist eine Barock-Oper (Originalbezeichnung: „Singe-Spiel“) in einem Akt und 18 Szenen von Reinhard Keiser (Musik) mit einem Libretto von Christian Heinrich Postel. Das Werk wurde erstmals am 19. Oktober 1702 zum Geburtstag Friedrichs IV. von Dänemark in der Oper am Gänsemarkt in Hamburg aufgeführt. 1703 gab es eine Folgeaufführung unter dem Titel Streit der vier Jahreszeiten oder der siegende Herbst.

Handlung

Marmorstatue Freundschaft und Liebe von Johann Gottfried Schadow aus dem Jahr 1798: Bacchus mit Weinbecher und Pomona mit Äpfeln.

Götterbote Mercurius lädt im Auftrag Jupiters zu einem Wettstreit ein, in dem entschieden werden soll, welcher der vier Jahreszeiten der Vorrang gebührt. Den Frühling verkörpern Flora mit ihrer Blütenpracht und der Windgott Zephyrus. Ceres, die Göttin des Ackerbaus, repräsentiert den Sommer mit Korn und Brot. Ihr Geliebter Jasion kann als Sterblicher leider nicht am Wettstreit teilnehmen und muss zurückbleiben. Die Obstgöttin Pomona und Bacchus streiten sich, wer von ihnen die Vorzüge des Herbstes am besten darstellen kann, Pomona mit ihren Äpfeln oder Bacchus mit seinem Wein. Pomona macht sich schließlich gemeinsam mit ihrem Ehemann Vertumnus auf den Weg zum Tempel. Der Winter wird vom Schmiedegott Vulcanus und seinen drei Knechten vertreten. Mercurius kommentiert die Diskussionen. Als alle am Palast versammelt sind, erscheint auch Jupiter. Zur Begrüßung preist er den Dänenkönig Friedrich als Schutzgott des Nordens, „der in der Sterblichkeit bereits unsterblich worden“ und seine Gemahlin Louise. Anschließend verkündet er Pomona als Siegerin des Wettstreits und segnet das Königspaar: „Himmel! so laß allezeit Phœbus Krafft bei FRIEDRICH wohnen/ Daß LOUYSE sei Pomonen Gleich an tausend Fruchtbarkeit.“

Szenen und Musiknummern

Eine offene Galerie

Ein schöner Garten mit Blumen

Vorne ein Wald, dahinter ein Kornfeld

Eine fruchtbare Orangerie mit anderen Obstbäumen

Eine raue Gegend mit beschneiten Hügeln, in deren Mitte ein Amboss steht

Prächtiger Vorsaal im himmlischen Palast Jupiters

Im Hintergrund wird der prächtige Palast Jupiters sichtbar

Werkgeschichte

Sieg der fruchtbaren Pomona entstand 1702 in Hamburg nach einem Auftrag des dänischen Residenten Hans Statius von Hagedorn. Anlass war die Geburtstagsfeier des dänischen Königs Friedrich IV., die auch in Hamburg gewürdigt werden sollte. Dort war es damals üblich, derartige auswärtige Anlässe durch die Aufführung von Opern zu feiern, die von den jeweiligen Residenten beauftragt und bezahlt wurden. Die Uraufführung fand am 19. Oktober 1702 in der Oper am Gänsemarkt statt. 1703 gab es eine weitere Aufführung unter dem Titel Streit der vier Jahreszeiten oder der siegende Herbst, in der die erste Szene gestrichen wurde.

Mit dieser Oper endete Keisers Zusammenarbeit mit dem Librettisten Christian Heinrich Postel, der seit 1697 ausschließlich für ihn geschrieben hatte. In den folgenden Jahren widmete Keiser noch drei weitere Opern dem dänischen Königshaus.

In neuerer Zeit wurde das Werk 1996 an der Komischen Oper Berlin und in der Evangelischen Kirche St. Georg in Weißenfels von der Capella Orlandi unter der Leitung von Thomas Ihlenfeldt aufgeführt. Die Titelrolle der Pomona sang Mona Spägele. Es war die erste szenische Produktion des Ensembles. Eine weitere Aufführung unter dem Titel Der Streit der vier Jahreszeiten fand 2004 in Steinfurt statt.

2014 ist eine CD mit der Capella Orlandi unter Thomas Ihlenfeldt erschienen. Die Sänger waren Melanie Hirsch (Sopran), Olivia Vermeulen (Mezzosopran), Doerthe Maria Sandmann (Sopran), Magdalene Harer (Sopran), Julian Podger (Tenor), Knut Schoch (Tenor), Jan Kobow (Tenor), Raimonds Spogis (Bass) und Jörg Gottschick (Bariton).

Commons: Sieg der fruchtbaren Pomona – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Thomas Ihlenfeld: Beilage zur CD Pomona.
  2. ↑ Pressetext der CD-Veröffentlichung Pomona von 2014 auf jpc.de, abgerufen am 18. August 2014.
  3. ↑ Konzerte zu Ehren Reinhard Keisers (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive) auf der Webseite des Reinhard-Keiser-Vereins.
  4. ↑ Triumph auf karger Bühne. Bericht über die Aufführung der Komischen Oper Berlin (Memento vom 24. September 2015 im Internet Archive). In: Berliner Zeitung. 23. Oktober 1996.
  5. ↑ Webseite des Musikfests Unerhörtes Mitteldeutschland (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive).
  6. ↑ Flyer der Steinfurter Promenadenfestspiele (PDF; 205 kB), abgerufen am 18. August 2014.
  7. ↑ Diskographie auf NewOlde.com, abgerufen am 18. August 2014.