| Posadowskyanlagen | ||
|---|---|---|
| Basisdaten | ||
| Ort | Leipzig | |
| Ortsteil | Reudnitz-Thonberg | |
| Angelegt | 1912–1914 | |
| Anschlussstraßen | Nerchauer Straße, Oststraße | |
| Nutzergruppen | Radverkehr, Autoverkehr, Fußgänger | |
| Technische Daten | ||
| Länge | 200 m | |
Posadowskyanlagen ist der Name einer Anliegerstraße im Leipziger Ortsteil Reudnitz-Thonberg. Sie ist benannt nach dem deutschen Politiker und Staatsmann Arthur von Posadowsky-Wehner (1845–1932). Alle ihre Gebäude bis auf die Nr. 13 stehen unter Denkmalschutz.
Die Straße ist zunächst die Fortsetzung der Nerchauer Straße nach Osten, bis sie nach etwa 50 Metern scharf nach rechts in südliche Richtung abknickt und zur Oststraße führt. Am Knick ist sie zu einem Platz erweitert, der sich nach Süden verschmälert und von Bäumen bestanden ist. Straße und Platz sind von 17 Wohnhäusern umgeben, die im Südwesten beginnend im Uhrzeigersinn fortlaufend nummeriert sind. Die Gebäude 1–4 bilden einen gemeinsamen Block an der Westseite, ebenso 5–8 an der Nordseite und 9–17 im Osten. Letztere sind durch Ligusterhecken in etwa drei Meter Abstand von der Straße getrennt.
Die Häuser sind viergeschossige Gebäude im Stil der Reformarchitektur mit Putzfassaden, Walmdächern und teilweise ausgebauten Dachgeschossen. Sie sind abwechslungsreich gestaltet, zum Teil durch Risalite mit Rundbögen gegliedert (Nr. 5, 14, 15), besitzen Zwerchhäuser (Nr. 10–12) oder Ecktürme (Nr. 4). Alle Wohnungen besitzen mindestens einen von der Straße abgewandten Balkon.
1912–1913 ließ die 1911 gegründete Baugenossenschaft Festbesoldeter – 1969 in die Baugenossenschaft Leipzig eingegliedert – auf der Flur von Anger Straße und Wohnanlage errichten. Die Architekten waren Theodor Kösser (1854–1929) und sein Sohn Fritz (* 1882) sowie Hans Böhme (* 1879), die in der Nachbarschaft noch weitere Bauten für die Baugenossenschaft errichteten. Die Baugenossenschaft hatte als Straßennamen Posadowskiplatz vorgeschlagen, da sich der Politiker im deutschen Kaiserreich durch sozialpolitische Kompromissbereitschaft hervorgetan hatte. In Leipzig durften aber keine Straßen und Plätze nach lebenden Personen benannt werden. Das führte schließlich als Kompromiss zu dem etwas ungewohnten Namen ohne die Begriffe Straße und Platz.
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Haus Nr. 13 schwer beschädigt. Es wurde in den 1960er Jahren im Stil der damaligen Zeit wieder aufgebaut und hat deshalb keinen Denkmalschutz. Nach 1990 wurde die Wohnanlage umfassend saniert.
Koordinaten: 51° 19′ 52″ N, 12° 24′ 55″ O