| Postfix | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Entwickler | IBM |
| Aktuelle Version | 3.11.7 (8. September 2026) |
| Betriebssystem | GNU/Linux, BSD-Betriebssystem, macOS, Unix-ähnliches System |
| Programmiersprache | C |
| Kategorie | Mail Transfer Agent |
| Lizenz | Eclipse Public License 2.0, IBM Public License |
| deutschsprachig | nein |
| www.postfix.org | |
Postfix ist ein Mail Transfer Agent (MTA) für Unix und Unix-Derivate. Die Software sollte zum Entwicklungszeitpunkt eine kompatible Alternative zu Sendmail sein. Dabei achteten die Programmierer insbesondere auf Sicherheitsaspekte. Der Quellcode von Postfix steht unter der IBM Public License zur Verfügung und ist damit freie Software.
Postfix wurde 1998 von Wietse Zweitze Venema entwickelt und zunächst unter dem Namen VMailer veröffentlicht. Im Rahmen einer markenrechtlichen Prüfung fand man heraus, dass dieser Name einer anderen Marke sehr ähnlich ist und vergab den Namen „IBM Secure Mailer + Postfix“. Wietse Venema äußerte sich zur Namenssuche wie folgt:
“We spent several months giving names to the program.
The IBM name policy killed every name we thought up, and so we decided to change tactics. The program now has TWO names:
IBM Secure Mailer + Postfix.”
Das Designziel war ein schnelles, sicheres und leicht zu administrierendes System.
Postfix ist ein schnelles und im Verhältnis zu Sendmail oder qmail einfach zu konfigurierendes System.
Besonderer Wert wurde bei Postfix auf eine einfache Administration (da es im Wesentlichen nur zwei Konfigurationsdateien gibt) und einen sicheren Mailserver gelegt. Es ist kompatibel mit Sendmail, arbeitet also mit Programmen zusammen, die Sendmail statt Postfix als Mailserver erwarten würden. Weiterhin ist es modular aufgebaut und führt seinen Code, soweit möglich, ohne root-Rechte aus. Konfigurationsänderungen sind zur Laufzeit möglich und werden ohne kompletten Neustart übernommen, also ohne Dienstunterbrechung, mittels postfix reload und SIGHUP.
Dieser modulare Aufbau zeigt sich in der unten dargestellten Grafik. In dieser finden sich vier Elementtypen:

Alle Daemonen (gelbe Ellipsen) werden vom Postfix Master Prozess bei Bedarf gestartet und auch überwacht.
Mit der Version 3.0 wurde SMTPUTF8, also die Unterstützung von internationalisierten Domain-Namen und von UTF-8-Namen in Mailboxen und -Headern und dynamisch gelinkte Bibliotheken und Datenbank-Plug-ins, hinzugefügt.
In der Praxis ist die Kombination von Postfix und Dovecot eine bewährte Lösung für Mailserver. Postfix speichert eingehende E-Mails standardmäßig im Verzeichnis /var/mail/benutzername, wobei die Zustellung ausschließlich an existierende Benutzerkonten erfolgt. Dovecot ergänzt Postfix wesentlich, indem es nicht nur die E-Mail-Zustellung an individuelle Konten sicherstellt, sondern auch eine essenzielle Benutzerauthentifizierung über SASL anbietet. Zudem ermöglicht Dovecot den E-Mail-Zugriff via IMAP oder POP3. Diese Funktionen machen Dovecot für den Betrieb moderner Mailserver praktisch unverzichtbar. Für die Anbindung von Spamfilter wie Rspamd unterstützt Postfix die Milter-API.