Postimperialismus, ein strukturalistischer Begriff der Internationalen Beziehungen, bedeutet: ein Stadium oder Verhältnisse nach dem Imperialismus. Je nach dem gewählten Kriterium für das Ende des Imperialismus ist aber durchaus Unterschiedliches gemeint:
Verhältnisse in oder zwischen den Ex-Kolonien und den Ex-Kolonialmächten, wenn die Auflösung der Kolonialreiche oder Imperien als Zäsur genommen wird. In diesem Sinne nutzen diesen Begriff etwa die Vertreter der postkolonialen Kulturtheorie oder der postimperialistischen Entwicklungstheorie.
ein Stadium des Kapitalismus mit befriedeten Verhältnissen zwischen den kapitalistischen Metropolen, wenn die Herstellung einer stabilen Kooperation zwischen den expansiven Industriestaaten als Endpunkt des Imperialismus gilt. Postimperialismus wäre dann – je nach Detailauffassung – ein Oberbegriff oder ein Synonym für Ultra-Imperialismus und/oder Super-Imperialismus gemäß der marxistischen Imperialismuslehre.
Einzelnachweise
↑Ulrich Menzel, Katharina Varga: Theorie und Geschichte der Lehre von den Internationalen Beziehungen. Hamburg 1999, S. 28, 32, 119, 121, 417, 418.
↑z. B.: Bianca Többe Gonçalves: Entwicklungstheorie. Von der Modernisierung zum Antimodernismus. Münster 2005, S. 223–244.
↑z. B.: Tobias ten Brink: Imperialistische Phänomene: Struktur und Geschichte kapitalistischer Staatenkonkurrenz.Dissertation. Frankfurt am Main 2007, S. 48.
Literatur
David G. Becker, Jeffry A. Frieden, Sayre P. Schatz, Richard L. Sklar (Hrsg.): Postimperialism: International Capitalism and Development in the Late Twentieth Century. Boulder 1987, ISBN 1-55587-046-5.
Ulrich Menzel, Katharina Varga: Theorie und Geschichte der Lehre von den Internationalen Beziehungen. Hamburg 1999, ISBN 3-926953-44-6, S. 28, 32, 119, 121, 417, 418.