| PowerToys | |
|---|---|
| PowerToys Logo für ab Windows 10 | |
| Basisdaten | |
| Hauptentwickler | Clint Rutkas |
| Entwickler | Microsoft |
| Erscheinungsjahr | 1996 |
| Betriebssystem | Windows 10, Windows 11 Eingestellt: Windows 95, Windows 98, Windows Me, Windows XP |
| Programmiersprache | C#, C++ |
| Kategorie | Systemsoftware |
| Lizenz | MIT-Lizenz (ab Windows 10) Proprietär (Windows 95/XP) |
| deutschsprachig | ja |
| Microsoft PowerToys, github.com | |
Microsoft PowerToys ist eine Sammlung von Systemprogrammen für Windows, die sich an fortgeschrittene Benutzer richtet. Die Programme erweitern den Funktionsumfang des Betriebssystems um Werkzeuge zur Produktivitätssteigerung und Anpassung der Benutzeroberfläche. Erste Versionen erschienen 1996 für Windows 95, später folgten Ausgaben für Windows XP sowie ab 2019 für Windows 10 und Windows 11. Die aktuelle Version ist freie Software unter der MIT-Lizenz und wird auf GitHub entwickelt.
Für Windows Vista, Windows 7, Windows 8 und Windows 8.1 wurden keine PowerToys veröffentlicht; die Entwicklung ruhte rund zwölf Jahre zwischen der XP- und der Windows-10-Version.
Die PowerToys für Windows 95 waren die erste Version der Programmsammlung und umfassten 15 Hilfsprogramme, entwickelt vom Windows-Shell-Entwicklungsteam. Das bekannteste Programm war TweakUI, mit dem ansonsten nur über die Windows-Registrierungsdatenbank zugängliche Einstellungen über eine grafische Oberfläche verändert werden konnten. TweakUI war auch auf der Installations-CD von Windows 98 (Erste Ausgabe) enthalten, wurde aber aus Support-Gründen von späteren CDs entfernt.
Weitere Programme ermöglichten unter anderem das Öffnen einer Befehlszeile aus dem Windows-Explorer heraus (Command Prompt Here), das Zugreifen auf die Eigenschaften einer Zieldatei über das Kontextmenü einer Verknüpfung (Shortcut Target Menu), das Abspielen von Audio-CDs über die Taskleiste (FlexiCD) sowie das schnelle Wechseln der Bildschirmauflösung (Quick Res). CabView ermöglichte das Öffnen von CAB-Dateien wie normale Ordner und wurde ab Windows 98 als Standardfunktion ins Betriebssystem integriert.
Einige der Werkzeuge funktionierten auch unter späteren Windows-Versionen bis einschließlich Windows XP, konnten dort aber mit neueren integrierten Funktionen in Konflikt geraten.
Nach dem Erfolg der PowerToys veröffentlichte das Windows-Kernel-Entwicklungsteam eine weitere Sammlung namens Windows 95 Kernel Toys mit sechs Werkzeugen. Diese umfassten unter anderem einen Konfigurationsassistenten für den MS-DOS-Modus, ein Programm zur Neubelegung von Tastaturtasten, einen Speicherüberwacher für virtuelle Gerätetreiber sowie WinTop, ein Werkzeug zur Überwachung der CPU-Auslastung einzelner Programme. Laut Raymond Chen schrieb er alle Kernel Toys mit Ausnahme des Zeitzoneneditors, der aus dem Windows NT Resource Kit stammte.
Die PowerToys für Windows XP waren die zweite Generation der Sammlung und brachten wesentliche Änderungen gegenüber der Windows-95-Version. Die einzelnen Werkzeuge wurden als separate Downloads angeboten statt in einem Gesamtpaket.
Die Sammlung enthielt eine aktualisierte und an das Betriebssystem angepasste Version von TweakUI. Der ClearType Tuner ermöglichte das Anpassen der ClearType-Einstellungen für LCD-Bildschirme. Der Power Calculator war eine erweiterte Version des mit Windows mitgelieferten Rechners, der Funktionen speichern und deren Graphen wahlweise im kartesischen oder polaren Koordinatensystem zeichnen konnte; zudem unterstützte er Einheitenumrechnungen, Umgekehrte polnische Notation und Berechnungen mit bis zu 500 Nachkommastellen.
Weitere Programme waren Image Resizer zur Stapelgrößenänderung von Bildern über das Kontextmenü, Virtual Desktop Manager zum Wechseln zwischen vier virtuellen Desktops, SyncToy zur Dateisynchronisation sowie Open Command Window Here zum Öffnen einer Befehlszeile im aktuellen Ordner.
Einige Funktionen eingestellter XP-PowerToys wurden in spätere Windows-Versionen integriert, etwa das Brennen von ISO-Abbildern in Windows 7 oder die verbesserte Seitensuche in Internet Explorer 8.

Am 8. Mai 2019 kündigte Microsoft die Neuauflage der PowerToys als Open-Source-Software auf GitHub an. Die erste Vorschauversion 0.11.0 erschien im September 2019 und enthielt FancyZones sowie die Tastenkombinationsübersicht. Seitdem wird die Sammlung kontinuierlich um weitere Werkzeuge erweitert. Die Software ist in C# und C++ geschrieben und unter der MIT-Lizenz veröffentlicht.
Die aktuelle Version enthält folgende Werkzeuge:
Neben den Desktop-Versionen veröffentlichte Microsoft auch PowerToys für andere Produkte. Für die Windows XP Tablet PC Edition und die Windows XP Media Center Edition erschienen jeweils eigene Erweiterungspakete. Für den Windows Media Player wurde im Rahmen des Windows Media Player Bonus Pack ein Set aus fünf Erweiterungs-PowerToys bereitgestellt. Auch für Visual Studio und OneNote existierten eigene PowerToys-Sammlungen.