| PowerShift e. V. – Verein für eine ökologisch-solidarische Energie- & Weltwirtschaft | |
|---|---|
| Rechtsform | Eingetragener Verein |
| Gründung | 2010 |
| Sitz | Berlin |
| Geschäftsstelle | Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin |
| Vorsitz | Tine Laufer (geschäftsführende Vorständin) Bernd Brouns (Vorstand) Merle Groneweg (Vorständin) Nelly Grotefendt (Vorständin) |
| Umsatz | 973.275 Euro (2025) |
| Beschäftigte | 14 (2024) |
| Freiwillige | 10 (2026) |
| Mitglieder | 34 |
| Website | power-shift.de |
Powershift (genaue Eigenbezeichnung: PowerShift – Verein für eine ökologisch-solidarische Energie- & Weltwirtschaft) ist eine deutsche Nichtregierungsorganisation mit Sitz in Berlin. Die Organisation arbeitet zu Themen der Handels- und Investitionspolitik, der Klima- und Ressourcengerechtigkeit, der Energiepolitik, der Rohstoffpolitik sowie zu Mobilität. Zu den Tätigkeiten zählen die Erstellung von Analysen und Hintergrundpapieren, Bildungs- und Informationsarbeit, Öffentlichkeitsarbeit sowie die Beteiligung an zivilgesellschaftlichen Kampagnen.
Powershift wurde 2010 gegründet und hat seinen Sitz in Berlin im Haus der Demokratie und Menschenrechte. Es handelt sich um einen eingetragenen Verein, der den Status der Gemeinnützigkeit besitzt und die Initiative Transparente Zivilgesellschaft unterzeichnet hat. Ende 2024 hatte der Verein 34 Mitglieder.
Powershift ist Mitglied in zivilgesellschaftlichen Netzwerken und Bündnissen, darunter in der Initiative Lieferkettengesetz, der EU Raw Materials Coalition und leitend im Arbeitskreis Rohstoffe, welcher den Rohstoffgipfel veranstaltet.
Die Organisation initiiert und unterstützt Kampagnen auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene. Dabei stützt sie sich gewöhnlich im Rahmen von Petitionen, Workshopangeboten und Aktionen auf die Beteiligung zivilgesellschaftlicher Akteure, Bürger und Interessierter. Ein weiterer Schwerpunkt von Powershift ist das Erarbeiten von Studien, Analysen und Positionspapieren zu den vertretenen Themengebieten.
Powershift positionierte sich gegen die deutsche Unterstützung von internationalen Handelsabkommen wie TTIP oder CETA, unter anderem aufgrund von Befürchtungen vor einem unregulierten Welthandel. Das Abkommen der Europäischen Union mit den Mercosur-Staaten in Südamerika kritisiert die Organisation, weil durch den undifferenzierten Zollabbau landwirtschaftliche Betriebe beiderseits des Atlantik gefährdet würden und europäische Chemieunternehmen noch leichter gefährliche und umweltschädliche Chemikalien wie Pestizide dorthin exportieren könnten.
Powershift beteiligte sich aktiv an der internationalen Kampagne für einen Ausstieg aus dem Energiecharta-Vertrag, aus dem Deutschland und die Europäische Union 2023 bzw. 2024 austraten. Im Bereich Konzernklagerechte kritisiert und dokumentiert Powershift vor allem Investor-Staat-Schiedsverfahren, jene Schiedsgerichte urteilten demnach anders und intransparenter als nationale Gerichte und oft zugunsten von klagenden Unternehmen. Im Rahmen von eingefrorenen Vermögen russischer Oligarchen in der EU nach Beginn des Ukrainekrieges war Powershift an der Erstellung einer Studie beteiligt, welche feststellte, dass es in diesem Zusammenhang 2025 einen starken Anstieg von Schiedsgerichtklagen durch russische Unternehmen gab.
Die Organisation setzt sich für eine „Rohstoffwende“ ein, durch die weltweit deutlich weniger Rohstoffe abgebaut und verbraucht werden sollen. PowerShift kritisierte 2025 im Tagesspiegel die Ausrichtung deutscher Rohstoffpartnerschaften mit Förderländern sowie die enge Abstimmung der Politik mit Industrieinteressen. Aus Sicht der Organisation kann eine langfristige Verringerung strategischer Abhängigkeiten etwa von China und anderen Exporteuren nur durch den konsequenten Ausbau der Kreislaufwirtschaft und eine deutliche Reduktion der Rohstoffverschwendung erreicht werden. In der Frankfurter Rundschau plädierte Powershift 2025 zudem für einen „gerechten Dialog über die Verteilung von Rohstoffen“ und eine Senkung des Verbrauchs von Metallen.
Powershift äußerte außerdem, die Bundesregierung müsse den Sekundärrohstoffmarkt stärker fördern und den Abbau primärer Rohstoffe konsequent an Umwelt- und Menschenrechtskriterien ausrichten.
Im Zusammenhang mit der Energiewende untersuchte Powershift 2023 in einer Studie den Metallbedarf verschiedener Energietechnologien. Ergebnis war, dass Erneuerbare Energien zwar ebenfalls Rohstoffe bedürfen, dies aber kein Argument gegen die Energiewende sei, denn ältere Energietechnologien wie der Kohleabbau erwiesen sich nicht als rohstofffreundlicher. Für eine Senkung des weltweiten Rohstoffbedarfs befürwortet die Organisation eine Stärkung der Kreislaufwirtschaft. Das Vorgehen der Trump-Regierung, über eine Einverleibung Grönlands nachzudenken, kritisierte Powershift 2026 unter völkerrechtlichen und demokratischen Aspekten und weil es für eine „gescheiterte Rohstoffpolitik“ stehe, anstatt den Weg von politischer Transformation und geringerem Verbrauch zu gehen.
Zu den Forderungen im Bereich Energiepolitik zählen unter anderem eine stärkere Rekommunalisierung der Fernwärme sowie eine Ablehnung von CO2-Abscheidung und -Speicherung als „Scheinlösung“. Powershift sieht Holzverbrennung als Energielieferant kritisch und hält insbesondere die Sicht auf Holz als Alternative zu fossilen Brennstoffen für falsch, weil die Aufforstung von Wäldern einige Jahrzehnte benötige und überdies bei der Holzverbrennung auch Kohlenstoffdioxid produziert werde. Die Nutzung von Wasserstoff als Energieträger sieht die Organisation grundsätzlich als vielversprechend, sieht aber Wasserstoff-Großprojekte im Globalen Süden und deren Auswirkungen eher skeptisch, weil sie koloniale Ungerechtigkeiten fortzusetzen drohen.
Powershift fordert das Erreichen einer Verkehrswende in deutschen Städten und unterstützt Konzepte einer autofreien Innenstadt. Autoverkehr in Städten solle reduziert und effektiver gestaltet werden. Dazu koordinierte der Verein unter anderem das Projekt „Berliner Straßen für alle“, mit dem eine gerechtere Verteilung des städtischen Lebensraums erreicht und neue Mobilitäts- und Lebensräume in Berlin geschaffen werden sollen. Im Herbst 2021 baute Powershift in Berlin an einigen Stellen in Abstimmung mit Bezirksämtern Parklets auf, um zu zeigen, wie bisherige Auto-Parkplätze auf andere Art und Weise effizient genutzt werden können.
Die Organisation finanziert sich zu über 90 % aus projektgebundenen Fördermitteln. Die gesamten Einnahmen beliefen sich 2024 auf rund 850.000 Euro. Die drei größten Fördermittelgeber waren die European Climate Foundation (ECF), die Open Society Foundation und die Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit (LEZ). Der größte Ausgabenposten waren mit ca. 67 % die Personalkosten, gefolgt von projektbezogenen Ausgaben (22 %) und allgemeinen Kosten (11 %).
Die Monatszeitung OXI urteilt über Powershift, sie „bleibt an einem Thema dran, beschreibt fundiert, wie eins mit dem anderen zusammenhängt, unterbreitet Vorschläge, wie Industrien und Politik Verantwortung übernehmen können und welche Folgen ein maßloser Extraktivismus für unsere Spezies und den Planeten hat.“
Greenpeace beschrieb, Powershift mache auf Probleme im Zusammenhang mit Rohstoffen aufmerksam und versuche Lösungen zu erarbeiten. Dabei werde deutlich, dass „Schutz von Umwelt, Klima und Menschenrechten eng zusammenhängen“.