Prince Buster

Prince Buster (2008)
Prince Buster (2008)
Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Singles
Ten Commandments
 US8104.02.1967(4 Wo.)
Al Capone
 UK1823.02.1967(13 Wo.)
Whine and Grine
 DE7111.05.1998(4 Wo.)
 UK2104.04.1998(4 Wo.)

Prince Buster (* 24. Mai 1938 in Kingston, British Jamaica, als Cecil Bustamante Campbell; † 8. September 2016 in Miami, Florida) war ein Ska-Musiker der ersten Stunde sowie ein Musikproduzent. Seine bekanntesten Songs sind Al Capone, Madness, One Step Beyond und Ten Commandments; seine bekannteste Produktion ist Oh Carolina von den Folkes Brothers.

Leben

Cecil Bustamante Campbell wuchs als Sohn eines Eisenbahnarbeiters in der jamaikanischen Hauptstadt Kingston auf. Als junger Mann versuchte er sich als Hobby-Boxer und war dabei sogar recht erfolgreich. Seine ersten Kontakte in die Ska und Soundsystem-Szene hatte er als Türsteher. Im Jahr 1961 bekam er einen Job als Sicherheitsmann und Trendscout für den Produzenten „Sir“ Coxsone Dodd und dessen Downbeat Sound System (bei dem später auch die Skatalites und Bob Marley Aufnahmen machten).

Da Dodd bekannt dafür war, seine Angestellten nur unregelmäßig zu entlohnen, trennten sich Prince Buster von Dodd. Mit ihm zusammen ging Count Matchuki. Buster gründete sein eigenes Soundsystem The Voice of the People. Dazu eröffnete er einen eigenen Plattenladen, den Buster’s Record Shack.

Mit seiner Version von Oh Carolina der Folkes-Brothers nahm er einen der ersten Ska-Songs auf. Und mit Al Capone schaffte es ein in Jamaika aufgenommener Song zum ersten Mal überhaupt in die Top-20-Charts Großbritanniens.

In seiner Hauptschaffenszeit Anfang bis Ende der 1960er nahm er mehr als 600 Lieder bei Emil Shallits Bluebeat-Label auf. Bei der zweiten und dritten Ska-Welle in den 1970ern und 1980ern wurde seine Musik neu entdeckt.

In den 1970er und 1980er Jahren war wenig von ihm zu hören. Dann meldete er sich zurück und begleitete die Skatalites bei ihren Touren. 1998 nahm er eine neue Version seines Hits Whine and Grine auf, die von Levi’s zu Werbezwecken benutzt wurde, so dass er erneut in die Charts kam.

1964 konvertierte er zum Islam und änderte seinen Namen nach einem Treffen mit dem Boxer Muhammad Ali in Muhammed Yusef Ali um.

Prince Buster nahm in seiner Karriere nur ein einziges Dubplate auf, welches er dem englischen Radio Selector David Rodigan widmete.

Tod

Ab 1980 lebte Yusef Ali in Miami, Florida. Dort starb er am 8. September 2016 im Alter von 78 Jahren nach mehreren Schlaganfällen.

Bedeutung

Unter dem Einfluss jamaikanischer Singles, die ihm sein Jugendfreund Hans-Jörg Mayer (Pseudonym: George Reyam) aus Jamaika mitgebracht hatte, produzierte der deutsche Sänger Frank Farian 1974 den Disco-Song Baby Do You Wanna Bump. Der Titel „zitierte“ großzügig die markante Melodie von Prince Busters Hitsingle Al Capone von 1964. Den Song veröffentlichte Rasta Farian unter dem neuen Projektnamen Boney M. Baby Do You Wanna Bump wurde so zum ersten Hit einer Band, die noch nicht als solche existierte.

Die britische Two-Tone-Band Madness gründete ihre Karriere auf Prince Busters musikalischem Erbe. Die Band benannte sich nach einem seiner Hitsongs (Madness) und widmete ihm ihre Debütsingle The Prince (1979). Auch das Debütalbum One Step Beyond … ist nach einer Prince-Buster-Komposition benannt. Zugleich ist die darauf enthaltene Coverversion von One Step Beyond eine der bekanntesten und erfolgreichsten Singles der Formation.

Diskografie (Auswahl)

Filmografie

Commons: Prince Buster – Sammlung von Bildern

Musikbeispiele

Einzelnachweise

  1. ↑ Chartquellen: DE UK US
  2. ↑ Marvin Sparks: A History of Sound System and Emcee Culture. In: The Cambridge Companion to Global Rap (= Cambridge Companions to Music). Cambridge University Press, Cambridge 2025, ISBN 978-1-316-51526-6, S. 36, doi:10.1017/9781009099738.003 (cambridge.org).
  3. ↑ Prince Buster gestorben. MusikWoche, 9. September 2016
  4. ↑ Boney M. – Disco. Macht. Legende. Regie: Oliver Schwehm, Deutschland: 2026 (abrufbar in der ARD-Mediathek bis 11. Mai 2027)