Dieser Artikel beschreibt eine Person, die stellvertretend die Regierungsgeschäfte für einen König oder Fürsten führt. Für das gleichnamige bayrische Dampfschiff auf dem Bodensee siehe Prinz-Regent.
Luitpold, Prinzregent von Bayern
Ein Prinzregent führt die Regierungsgeschäftevertretungsweise für einen Fürsten, der selbst hierzu nicht mehr oder noch nicht in der Lage ist. Gründe der Regentschaft sind Minderjährigkeit des legitimen Monarchen, seine Verhinderung durch eine schwere Krankheit (insbesondere Geisteskrankheit) oder Gefangenschaft.
Berufung
Prinzregent wurde meist der nach der Primogeniturordnung nächstberufene regierungsfähige Agnat, also beispielsweise der Kronprinz, sofern er volljährig war. Für minderjährige Könige regierten häufig deren Onkel.
Den Prinzregenten für einen Kurfürsten bezeichnete man als Kuradministrator.
Bekannte Prinzregenten
Durch ihre lange Amtszeit bekannte Prinzregenten waren zum Beispiel:
Prinz Georg im Vereinigten Königreich: 1811–1820 für den vermutlich an Porphyrie erkrankten König Georg III. (die Epoche der Regency); nach dessen Tod wurde er 1820 als Georg IV. selbst König.
Prinz Ludwig im Königreich Bayern: vom 13.Dezember 1912 bis 4.November 1913 für König Otto. Nach einer Verfassungsänderung wurde er am 5. November 1913 selbst König von Bayern.