Der Propp-Wilson-Algorithmus ist ein Algorithmus zur Simulation von Wahrscheinlichkeitsmaßen. Der Algorithmus wurde 1996 von James Gary Propp und David Bruce Wilson veröffentlicht. Mithilfe einer Kopplung in die Vergangenheit ermittelt der Propp-Wilson-Algorithmus ein exaktes Simulationsverfahren für ein Wahrscheinlichkeitsmaß. Der Algorithmus simuliert iterativ vorangehende Zustände samt der Zustandsübergänge anstatt die zukünftige Entwicklung.
Sei eine endliche Menge und ein Wahrscheinlichkeitsmaß auf . Gesucht wird eine perfekte Simulation von . Dafür bestimme eine Zufallsvariable mit Verteilung und ein exaktes Simulationsverfahren für . Zunächst muss eine irreduzible und aperiodische Markow-Kette mit Übergangsmatrix und invarianter Verteilung konstruiert werden, die nachbildet.
Für den Algorithmus wird eine Übergangsfunktion für die Übergangsmatrix der Markow-Kette benötigt. Die Übergangsfunktion erfülle, dass für alle sofern eine Zufallsvariable auf dem Einheitsintervall gleichverteilt gelte. Diese Übergangsfunktion definiert eine Kopplung zwischen den Zustandsübergängen.

Sei eine streng wachsende Folge in .
FUNKTION Propp-Wilson
1. Setze m:=1
2. Simuliere u.i.v und bestimme die zufällige Menge
3. WENN einelementig, DANN setze und HALT, SONST GEHE ZU 4.
4. Erhöhe m um 1 und GEHE ZU 2.
Für eine andere Formulierung siehe (Klenke, 2013).
Satz Die Wahrscheinlichkeit, dass der Algorithmus terminiert, ist 0 oder 1. Wenn er terminiert, dann gilt für alle .
Beweisskizze Für den ersten Teil genügt es anzunehmen, dass der Algorithmus mit Wahrscheinlichkeit terminiert und zu beobachten, dass somit ein Zeitpunkt existiert, wofür der Algorithmus mit Wahrscheinlichkeit terminiert. Für den letzten Teil wird eine angemessene Zufallsvariable mit Verteilung konstruiert.
Der Propp-Wilson-Algorithmus ermöglicht im Vergleich zu MCMC-Verfahren eine perfekte Simulation, die auch bestimmt endet, sofern sie endet. Die Simulation ist insofern perfekt, als dass die gesamte Verteilung simuliert wird und nicht nur einzelne Pfade. Der Propp-Wilson-Algorithmus benötigt jedoch erheblichen Speicherplatz und wendet viele Rechenoperationen auf. In Fällen, wo das zugrundeliegende Modell mehr Struktur aufweist (z. B. das Ising-Modell), ist der Einsatz des Propp-Wilson-Algorithmus sinnvoll.
Es lässt sich stets eine triviale Übergangsfunktion konstruieren, sodass und unabhängig sind, wenn verschieden sind. In der Praxis ist es jedoch unumgänglich die optimale Übergangsfunktion auszuwählen.
Für den Algorithmus wird rückwärts in der Zeit iteriert. Eine Vorwärtsiteration würde tatsächlich nicht garantieren, dass die invariante Verteilung korrekt genähert wird. Als Gegenbeispiel betrachte man eine zweielementige Menge und kreiere eine günstige Übergangsmatrix.